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Do, 14:44 Uhr
29.10.2015
IM WUNDERLAND DER BIENEN

„Frauen“, die „Männer“ töten

"Sterben die Bienen, sterben auch die Menschen“. Eine bekannte Weisheit, mit der gestern in der Mitgliederversammlung der Landsenioren (wir berichteten) Peter Roick, ein leidenschaftlicher Imker, seinen Vortrag, untermalt mit dem Film „Im Wunderland der Bienen“, einleitete...

Fleißige Arbeiter (Foto: T. Soszynski) Fleißige Arbeiter (Foto: T. Soszynski)
Nordhausen. Roick wartete mit Zahlen und Fakten auf, die auch für Nicht-Imker von Interesse sein dürften. Pferd, Hund und Biene gehörten zu den uralten Begleitern des Menschen. Hierzulande sei die westliche Honigbiene dominierend. Ein friedfertiges Insekt.

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Zu einem Bienenvolk gehörten etwa 50000 Arbeiterinnen, die Königin und Drohen, die „Männer“. Sie dienten nur der Begattung. Ist das erledigt, entfernten sie die „Frauen“im Herbst gewaltsam aus dem Stock. Wer sich wiedersetzt, laufe Gefahr, erstochen zu werden. Einzige Aufgabe der Königin sei es, Eier zu legen, für Nachwuchs zu sorgen.

In jedem Bienenvolk überwintern etwa 15000 Bienen. Der Ausspruch fleißig wie eine Biene zu sein entspringt der sprichwörtlichen Emsigkeit dieses Nützlings. Ein Höschen Pollen wiegt 0,01 bis 0,02 Gramm. Dafür muss das Insekt etwa 100 Blüten aufsuchen. Für 500 Gramm Honig ist die dreifache Menge Nektar erforderlich.

Eine Honigbiene legt in ihrem Leben – im Sommer währt es nur vier Wochen – 800 Kilometer zurück. Die Fluggeschwindigkeit betrage etwa 25 Kilometer in der Stunde. Dafür benötige sie 250 Flügelschläge in der Sekunde. Mit einem Fingerhut Nektar können 60 Arbeiterinnen ihren Honigmagen füllen.

20 Gramm Wachs werden für den Bau von Waben benötigt, um 1000 Gramm Honig einlagern zu können. 1000 „Baubienen“ erzeugen neun Gramm Wachs. Pro ein Kilogramm Honig ist eine Flugstrecke von 200 000 Kilometer notwendig. Das entspricht ungefähr sechs Erdumrundungen.

Im Gegensatz zum Bienenstock leben in einem Wespennest nur bis zu 4000 Einzelwesen, in einem Hummelnest aber nur bis zu 600 Tiere. Der außerordentlich hohe Nutzen unserer Bienen liegt in der Bestäubung von Blüten. Etwa 80 Prozent aller Arten. Ohne sie könnten wir keine Äpfel, Birnen, Kirschen oder anderes Obst ernten und essen. Der erzeugte Honig ist überdies ein sehr gesundes Lebensmittel, das man schon im alten China zu schätzen wusste.

Honig ist nicht gleich Honig. Preiswerter ist der gemischte, erkennbar mit einem Vermerk „Gemischter Honig aus EU und nicht EU-Staaten“ auf dem Etikett des Glases. Auch gemischter aus China könnte darunter sein. Roick machte auf die sogenannte Faulbrut dort aufmerksam, die mitunter kaschiert werde.

Honigliebhaber gehen auf Nummer sicher, wenn sie das Produkt beim Imker ihres Vertrauen erwerben.
Kurt Frank
Autor: red

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