eic kyf msh nnz uhz tv nt
Anzeige Refinery (c1)
Mi, 11:48 Uhr
21.10.2015
Sind Juden abergläubisch?

Mobile Würfelausstellung gibt Antworten

Das mobile Museum »on.tour – Das Jüdische Museum Berlin macht Schule« in Thüringen. Und es kommt auch an zwei Schulen in Nordthüringen. Einzelheiten wie immer in Ihren Nordthüringer Online-Zeitungen...

On Tour in Nordthüringen (Foto: Jüdisches Museum Berlin, Foto: Svea Pietschmann) On Tour in Nordthüringen (Foto: Jüdisches Museum Berlin, Foto: Svea Pietschmann) »on.tour - Das Jüdische Museum Berlin macht Schule« 2015: Schüler betrachten Objekte zum Aberglauben in den drei monotheistischen Religionen

Juden klopfen nicht auf Holz, hängen sich kein Hufeisen über die Tür und sammeln keine vierblättrigen Kleeblätter. Dennoch sind auch im Judentum wie in den anderen beiden monotheistischen Religionen Glücksbringer und Amulette weit verbreitet. Antworten auf Fragen zu Aberglauben, jüdischen Festen und Kultur erhalten Schüler in der mobilen Ausstellung »on.tour – Das Jüdische Museum Berlin macht Schule«, die vom 25. bis zum 30. Oktober durch Thüringen reist.

Ab Sonntag, den 25. Oktober besucht »on.tour« das Meschugge-Festival in Erfurt und fünf Schulen in Erfurt, Schlotheim, Nordhausen, Altenburg und Jena. Am 27. Oktober macht die Exposition am Seilergymnasium in Schlotheim und einen Tag später an der Berufsfachschule für Altenpflege (IWK) in Nordhausen Station.

Mit interaktiven Führungen durch die mobile Würfelausstellung und zwei iPad-Workshops laden die Museumspädagogen zum Gespräch und zur Diskussion über jüdische Religion, Tradition und Identität ein. Darüber hinaus erfahren die Schüler mehr über die deutsch-jüdische Geschichte ihrer Region. So gibt es heute in Jena und Nordhausen wieder eine kleine jüdische Gemeinschaft. In Erfurt befindet sich der Sitz der Jüdischen Landesgemeinde Thüringen mit circa 800 Mitgliedern.

»Jeder Schüler in Deutschland sollte mindestens einmal das Jüdische Museum Berlin besucht haben, bevor die Schule beendet ist«, sagt Gründungsdirektor W. Michael Blumenthal. Damit formulierte er das Ziel der mobilen Bildungsinitiative, diejenigen Schüler zu erreichen, die nicht ohne Weiteres nach Berlin reisen können. Seit 2007 besuchte das mobile Museum bundesweit mehr als 470 weiterführende Schulen sowie die Jugendstrafanstalt Berlin. Für seine innovative pädagogische Pionierarbeit wurde »on.tour« 2009 von der Initiative »Deutschland – Land der Ideen« ausgezeichnet. Bis Ende 2014 nahmen mehr als 62.000 Jugendliche daran teil. Die Bildungsinitiative wird mit freundlicher Unterstützung von Daimler Financial Services, der Gesellschaft der Freunde und Förderer der Stiftung Jüdisches Museum Berlin e.V. und dem Ehepaar Eric F. Ross und Lore Ross (sel. A.) finanziert.

Die mobile Würfelausstellung

In alle fünf Würfel sind insgesamt 16 Vitrinen eingebaut sowie Texte und Karten, Abbildungen und Fotografien angebracht. Die Würfel widmen sich den Themen »Jüdisches«, »Leben und Überleben«, »Lebenswege«, »Feste feiern« und neu in diesem Jahr »Anfang, Ende und dazwischen«. Unter Anleitung der Museumspädagogen erarbeiten sich die Schüler die fünf Themen in Kleingruppen von fünf bis acht Schülern und bewegen dabei die Würfel durch den Raum. Unter dem Thema »Lebenswege« wird beispielsweise der osteuropäische Jude Julius Fromm vorgestellt, der mit »Fromms Act« 1916 das erste Kondom ohne Naht auf den Markt brachte. Mit »Anfang, Ende und dazwischen« werden die Schüler an Situationen aus dem Alltag jüdischen, muslimischen, christlichen und nichtreligiösen Lebens herangeführt.

In begleitenden iPad-Workshops beschäftigen sich die Schüler anhand von Biografien mit Fragen zu Identitäten und jüdischem Leben nach 1945. Im Workshop »So einfach war das« stellte das Jüdische Museum Berlin bekannten und unbekannten, gläubigen und weniger gläubigen Juden verschiedener Generationen die Frage: »Wie war das eigentlich nach 1945 als Jude in Deutschland aufzuwachsen?« Die Protagonisten erzählten zu einem Foto aus ihrer Kindheit oder Jugend eine für sie prägende Geschichte. So können die Schüler zum Beispiel die Kindheits- und Jugenderzählungen des Schriftstellers Wladimir Kaminer an iPads auswählen und anhören. Anschließend tauschen sie sich über die einzelnen Biografien aus und setzen ihre eigenen Erfahrungen in Bezug zu dem Gehörten.

Im Workshop »Meine Seite(n)« stehen aktuelle Biografien von jüdischen Jugendlichen im Vordergrund. Die iPads geben mit interaktiven Tagebüchern einen Einblick in das Leben der Jugendlichen und zeigen die kulturelle Vielfalt jüdischen Lebens in Deutschland heute. In einer anschließenden Diskussion nähern sich die Schüler den Themen Identität und Interkulturalität, Herkunft, Glaube und Heimat.
Autor: red

Anzeige symplr (6)
Kommentare

Bisher gibt es keine Kommentare.

Kommentare sind zu diesem Artikel nicht möglich.
Es gibt kein Recht auf Veröffentlichung.
Beachten Sie, dass die Redaktion unpassende, inhaltlose oder beleidigende Kommentare entfernen kann und wird.
Anzeige symplr (9)
Anzeige symplr (8)