So, 15:58 Uhr
20.09.2015
Apotheker auch heute noch "Pillendreher"
High Tech in Handarbeit
Sie sind auch in Zeiten industriell hergestellter Arzneimittel unverzichtbar: individuell angefertigte Medikamente aus der heimischen Apotheke, sogenannte Rezepturen. Rund 14 Millionen Mal haben Deutschlands Apotheken damit 2013 allein für Versicherte der Gesetzlichen Krankenversicherung therapeutische Lücken geschlossen, teilt die Thüringer Apothekenkammer mit...
Selber Hand angelegt wird vor allem dann wenn Fertigpräparate nicht in der benötigten Dosierung, Konzentration, Wirkstoffkombination oder Darreichungsform erhältlich sind. Eine Dienstleistung, die durch nichts zu ersetzen ist und viel Verantwortung bedeutet.
Der 6-jährige braucht einen Wirkstoff, den es nur in Form von Tropfen für Erwachsene gibt. Die Rentnerin reagiert allergisch auf gängige Salbenträgerstoffe. Und gar nicht so wenige Erwachsene tun sich extrem schwer mit dem Schlucken von Tabletten. Was tun? Keiner muss auf eine benötigte Medikation verzichten, nur weil der Wirkstoff nicht als geeignetes Fertigarzneimittel vorliegt, beruhigt Apothekerin Andrea Seifert, Pressesprecherin der Region Nordhausen (Stadt und Landkreis).
Pharmazeutische Handwerkskunst, die seit jeher eine der Kernkompetenzen des Apothekerberufes bildet – und für Deutschlands Apothekenpersonal auch heute noch zum Alltag gehört: knapp 40.000 Individualrezepturen werden hierzulande täglich angefertigt, drei Viertel davon auf ärztliche Verordnung hin. Vor allem Kinder und Säuglinge sind oft auf solche maßgeschneiderten Arzneimittel angewiesen, weil es an altersgerechten Fertigpräparaten fehlt: Etwa für jedes dritte Kind ist schon einmal ein Medikament individuell in der Apotheke angefertigt worden, weiß Seifert – rund eine Million Präparate sind das pro Jahr. Doch nicht nur Kinderärzte, auch Allgemeinmediziner und Dermatologen verordnen häufig Rezepturen: So kann man individuelle Besonderheiten des Patienten berücksichtigen – etwa Unverträglichkeiten, Probleme bei der Einnahme oder spezielle Wirkstoffkombinationen, erläutert der die Apothekerin die besondere therapeutische Bedeutung von Individualrezepturen.
Jede Rezeptur die der Arzt auf dem Rezept vorgibt wird vorab vom Fachpersonal geprüft. Gibt es Probleme oder Unverträglichkeiten erarbeitet der Apotheker gemeinsam mit dem Arzt eine Lösung und setzt diese um. Mitunter eine echte pharmazeutische Herausforderung, die nicht nur aktuellstes Fachwissen, sondern auch handwerkliches Geschick erfordert – und ein entsprechend ausgestattetes Labor. Mit dem berühmt-berüchtigten Pillendreher-Klischee hat Rezepturanfertigung nämlich denkbar wenig zu tun, wie Seifert klarstellt: Rezepturarzneimittel müssen ebenso hohen Qualitätsmaßstäben genügen wie industriell gefertigte Präparate. Obligatorisch ist deshalb nicht nur die sorgfältige Prüfung der Ausgangsstoffe, sondern auch die minutiöse Dokumentation sämtlicher Herstellungsschritte – und das für jedes einzelne Präparat. Standardisierte Herstellungsverfahren mit regelmäßigen Kontrollen garantieren, dass nur pharmazeutisch einwandfreie Präparate in die Hände der Patienten gelangen.
Autor: redSelber Hand angelegt wird vor allem dann wenn Fertigpräparate nicht in der benötigten Dosierung, Konzentration, Wirkstoffkombination oder Darreichungsform erhältlich sind. Eine Dienstleistung, die durch nichts zu ersetzen ist und viel Verantwortung bedeutet.
Der 6-jährige braucht einen Wirkstoff, den es nur in Form von Tropfen für Erwachsene gibt. Die Rentnerin reagiert allergisch auf gängige Salbenträgerstoffe. Und gar nicht so wenige Erwachsene tun sich extrem schwer mit dem Schlucken von Tabletten. Was tun? Keiner muss auf eine benötigte Medikation verzichten, nur weil der Wirkstoff nicht als geeignetes Fertigarzneimittel vorliegt, beruhigt Apothekerin Andrea Seifert, Pressesprecherin der Region Nordhausen (Stadt und Landkreis).
Pharmazeutische Handwerkskunst, die seit jeher eine der Kernkompetenzen des Apothekerberufes bildet – und für Deutschlands Apothekenpersonal auch heute noch zum Alltag gehört: knapp 40.000 Individualrezepturen werden hierzulande täglich angefertigt, drei Viertel davon auf ärztliche Verordnung hin. Vor allem Kinder und Säuglinge sind oft auf solche maßgeschneiderten Arzneimittel angewiesen, weil es an altersgerechten Fertigpräparaten fehlt: Etwa für jedes dritte Kind ist schon einmal ein Medikament individuell in der Apotheke angefertigt worden, weiß Seifert – rund eine Million Präparate sind das pro Jahr. Doch nicht nur Kinderärzte, auch Allgemeinmediziner und Dermatologen verordnen häufig Rezepturen: So kann man individuelle Besonderheiten des Patienten berücksichtigen – etwa Unverträglichkeiten, Probleme bei der Einnahme oder spezielle Wirkstoffkombinationen, erläutert der die Apothekerin die besondere therapeutische Bedeutung von Individualrezepturen.
Jede Rezeptur die der Arzt auf dem Rezept vorgibt wird vorab vom Fachpersonal geprüft. Gibt es Probleme oder Unverträglichkeiten erarbeitet der Apotheker gemeinsam mit dem Arzt eine Lösung und setzt diese um. Mitunter eine echte pharmazeutische Herausforderung, die nicht nur aktuellstes Fachwissen, sondern auch handwerkliches Geschick erfordert – und ein entsprechend ausgestattetes Labor. Mit dem berühmt-berüchtigten Pillendreher-Klischee hat Rezepturanfertigung nämlich denkbar wenig zu tun, wie Seifert klarstellt: Rezepturarzneimittel müssen ebenso hohen Qualitätsmaßstäben genügen wie industriell gefertigte Präparate. Obligatorisch ist deshalb nicht nur die sorgfältige Prüfung der Ausgangsstoffe, sondern auch die minutiöse Dokumentation sämtlicher Herstellungsschritte – und das für jedes einzelne Präparat. Standardisierte Herstellungsverfahren mit regelmäßigen Kontrollen garantieren, dass nur pharmazeutisch einwandfreie Präparate in die Hände der Patienten gelangen.

