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Mi, 20:24 Uhr
26.08.2015
Sommerfest der Nordhäuser SPD

Genossen unter sich

Der Sommer geht zu Ende und auch die politische Pause findet ihren Abschluss. Bevor es wieder richtig losgeht trifft sich die Nordhäuser SPD Basis traditionell zum Sommerfest. Am Abend ging es aber nicht nur um Geselligkeit, sondern auch um das Thema, das derzeit bestimmend ist: die Flüchtlingsproblematik...

Bevor der Grill richtig angeheizt war und die versammelten Genossen zum gemütlichen Teil übergingen eröffneten der Kreisvorsitzende Matthias Ehrhold und Landrat Matthias Jendricke das Parteitreffen.

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Ehrhold war Ende Mai zum Vorsitzenden gewählt worden und beerbte damit Dagmar Becker, die den Posten über Jahre inne hatte. Für ihr Engagement wurde sich herzlich bedankt und auch mit den drei Gegenkandidaten laufe die Zusammenarbeit, so Ehrhold. "Wir haben keinen Zwist im Kreisverband und den wird es mit mir auch nicht geben", sagte der Ellricher Bürgermeister. Im Vorfeld des Wahlkampfes im Frühjahr waren die Gräben zwischen den innerparteilichen Lagern noch recht deutlich zu Tage getreten, jetzt wurde Einigkeit demonstriert.

Landrat Matthias Jendricke und der SPD Kreisvorsitzende Matthias Ehrhold eröffneten das Sommerfest (Foto: Angelo Glashagel) Landrat Matthias Jendricke und der SPD Kreisvorsitzende Matthias Ehrhold eröffneten das Sommerfest (Foto: Angelo Glashagel)
Den harten politischen Teil übernahm Matthias Jendricke. Seine Wahl zum Landrat habe der Partei einen Aufschwung zu geben und das gute Wetter am heutigen Abend passe gut zur Stimmung in der Nordhäuser SPD, so der Landrat. Auch Jendricke beschwor den Zusammenhalt seiner Kreis-SPD, was man während der Wahl gezeigt habe, müsse man erhalten.

Eine Revolution habe es im Landratsamt nach seinem Amtsantritt nicht gegeben, mit Parteigenossin Jutta Krauth und Stefan Nüßle von der CDU habe er ein gutes Team an der Seite, das insbesondere jetzt jeden Tag gefordert sei. "Es ist bedrückend zu sehen mit welchen Parolen und Aktionen deutsche Staatsbürger zur Zeit unterwegs sind", sagte Jendricke mit Hinblick auf verbale Hetze gegen Flüchtlinge und Anschläge auf Unterkünfte. Menschen die in Not sind, müsse man ihnen zur Seite stehen, das sei der Grundsatz, was nicht bedeute das jeder machen könne was er wolle.

An der Gesamtproblematik kann ein Landrat indes wenig ändern, das muss in Berlin passieren. Die CDU müsse ihre Einwanderungspolitik ändern, es gelte den Personen Perspektiven zu bieten, die hierbleiben und arbeiten wollen und die auch der Gesellschaft einen nutzen bringen können, sagte der Landrat.

Die Situation im Landkreis hat sich indes geändert. Hatte man bisher auf dezentrale Unterbringung gesetzt, wird man sich angesichts der stetig steigenden Flüchtlingszahlen wohl für größere Auffanglager entscheiden, erklärte Jendricke. "Wir werden uns sicher auch über weitere Objekte zur Unterbringung unterhalten müssen, daraus machen wir kein Geheimnis."

Der Kritik das plötzlich Geld da sei hielt Jendricke entgegen dass die Mittel, die dem Landkreis in der Flüchtlingsproblematik zur Verfügung stehen, aus Sondertöpfen des Bundes stammen und durch die Landesregierung verteilt werden. "An unseren eigenen Haushaltstöpfen wird nichts weggeschnitten", sagte der Landrat, in den Schulen und Unterbringungsobjekten des Landkreises werde sogar investiert.

Die Fluchtwelle überlagert derweil das eigentliche Tagesgeschäft der Kreisverwaltung aber auch hier liegt die Arbeit nicht brach, besonders nicht in Sachen Haushalt. Weitere Entscheidungen zur Konsolidierung des Kreishaushaltes werde es im Herbst geben, kündigte Jendricke an, ein Verkauf des Südharzklinikums, wie es die vorherige Landesregierung noch angemahnt hatte, scheint vorerst vom Tisch zu sein. Jendricke verwies in diesem Zusammenhang auf ein entsprechendes Gutachten welches "realistisch und praktikabel" sei und von kurzfristigen Gewinnen abrate.

Schließlich waren der Worte genug gewechselt und auf dem Rost konnten das Fleisch endlich fröhlich brutzeln. Die Parteibasis wird ihren Abend wohl genossen haben. Besser wäre es in jedem Fall, wenn die Sommerpause erst einmal endgültig vorbei ist und der Alltag wieder Einzug hält, wird es im Kreis genug Themen geben, die alles andere als einfach zu handhaben sind.
Angelo Glashagel
SPD Sommerfest in Nordhausen (Foto: Angelo Glashagel)
SPD Sommerfest in Nordhausen (Foto: Angelo Glashagel)
SPD Sommerfest in Nordhausen (Foto: Angelo Glashagel)
SPD Sommerfest in Nordhausen (Foto: Angelo Glashagel)
SPD Sommerfest in Nordhausen (Foto: Angelo Glashagel)
SPD Sommerfest in Nordhausen (Foto: Angelo Glashagel)
SPD Sommerfest in Nordhausen (Foto: Angelo Glashagel)
Autor: red

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Kommentare
Gudrun1974
27.08.2015, 00:17 Uhr
Der arme Jendricke ...
... er ist psychisch gefangen in seiner schwarz-weiß Welt. Wieder ist die CDU an allem Schuld. Er hat offenbar den offenen Brief seines Kumpels Brausewein nicht gelesen zum Thema Flüchtlinge.

Der Landrat - er tut mir leid. Provinziell und nur auf Streit aus. Das muß ein armes Leben sein.
Micha123
27.08.2015, 03:43 Uhr
Offener Brief von Andreas Bausewein (SPD)
Für den Bürger war es interessant gewesen, welche Stellung die Nordhäuser SPD gegenüber dem Statement des SPD Landesvorsitzenden Andreas Bausewein bezieht. Dieser hat sich ja in einem offenen Brief an Frau Merkel und Herrn Ramelow geschickt und darin die Probleme der Flüchtlingspolitik angesprochen.
Welche Meinung hat man in Nordhausen oder generell bei den SPD Kreisvertretungen?
Man kann auf die Entwicklung sehr gespannt sein.
Nordhäuser Freiheit
27.08.2015, 07:10 Uhr
Bausewein ist Selbstvermarkter und wenig sozialdemokratisch
Typen wie Bausewein und Jendricke kann man in jede Partei stecken, sie passen sich an wie Chamäleons. Hauptsache Macht und Schlagzeile . Für echte Sozialdemokraten ist der Bauseweinbrief ein Grauen.
Peppone
27.08.2015, 10:01 Uhr
Nur noch Verrückte am Start
Die Nordhäuser SPD kann zwar nichts für die Umnachtung des Herrn Bausewein, eine Position dazu wäre aber trotzdem schön. Der Mensch glaubt offensichtlich wirklich, dass man Zustände wie in Heidenau dadurch verhindert, Kinder nicht in die Schule zu schicken. Das ist doch keine SPD Politik. Der Typ knickt vor den Brandstiftern ein und so etwas als SPD Vorsitzender Thüringen. Gute Nacht.
Micha123
27.08.2015, 10:42 Uhr
Der Beitrag wurde deaktiviert – Gehört nicht mehr zum Thema des Beitrags
Hans Dittmar
27.08.2015, 12:01 Uhr
Jendricke, Bausewein und Co.
Während man in der CDU mit Kritik umgehen kann, ist man bei der SPD schnell bei der Nazikeule oder gar beim Denunzieren. Ein SPD - Mann namens Sarrazin hat einst vor den Zuständen gewarnt und einiges kommen sehen. Statt sich der Sache anzunehmen drohte Parteirausschmiss ja sogar die Nazikeule.
Sowas merkt nun ein Bausewein, der bekommt mal schnell einen Schlag, anstatt sich sachlich um die Probleme zu kümmern. Wenn dieser keine Lehrer für die Masse der Flüchtlinge hat, kann er den Unterricht nur absetzen. Er denkt sachlich richtig! Wir haben seit 10 Jahren Lehrermangel in Thüringen, weil die Gehälter schlecht sind und anderer Bundesländer verbeamten. Also wo bitte sollen die versprochen Lehrer herkommen - oder bekommen diese eine befristete Buschzulage, wie es Anfang der 1990er Jahre die Wessis bekamen die sich in den Osten verliefen?!
Herr Jendricke ist ein Blender! Er verweist auf Berlin an die CDU und hat dabei vergessen, dass die SPD mitregiert und für die starke Zuwanderung auch mit Zuständig ist. Jeden Tag lässt er mögliche Unterbringungsobjekte veröffentlichen und macht dabei die Anwohner jetzt schon verrückt. Weiter so!
Waldemar Ceckorr
27.08.2015, 12:52 Uhr
Bauseweins Brief
ist nicht das blanke Grauen, er verlangt lediglich das Kinder OHNE Bleibestatus nicht auch noch nach 3 Monaten beschult werden, um dann, wenn nach 4 Monaten das Asylverfahren abgeschlossen ist, den Klassenverband auseinanderzureissen. Weil alles andere nicht unbedingt förderlich für die Kinder wäre.
Also Verfahren beschleunigen und wer nicht anerkannt wird SOFORT abschieben, auch keinen Winterabschiebestopp.
Leute aus sicheren Herkunftsländern gleich zurück, wer in Deutschland arbeiten will, der kann sich von seinem Heimatland drum bemühen.

so denkt sich das der waldi

p.s. und jetzt dürfen mich die Gutmenschen in die Naziecke stellen
Janko
27.08.2015, 14:23 Uhr
hat sich schon mal jemand überlegt...
...dass das gegenteil von "gutmensch" (was als vokabel ja in letzter zeit so intensiv verwendet wird, dass man es schon nicht mehr sehen kann - quasi das äquivalent zur WM-vuvuzela) der "schlechtmensch" ist, und somit jeder, der andere als "gutmensch" bezeichnet, (was als rethorische klatsche ja nur bedeutet: "entweder mein standpunkt, oder du bist sch...e") sich damit selbst zum... naja, zum gegenteil macht?
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