Do, 13:38 Uhr
03.06.2004
Alte Bäume im Landratsamt
Nordhausen (nnz). Wie kommen alte Bäume ins historische Landratsamt? Und vor allem, was sollen sie da? Mit einem Klick auf MEHR erfahren Sie es.
Alte Bäume im Landratsamt (Foto: nnz)
Am 03. Juni 2004 wurde im Parterre des historischen Landratsamtes, im ehemaligen Kassenraum der Sparkasse, eine glasierte Tonplastik aufgestellt. Sie fand einen Platz wie für sie geschaffen: eine halbrunde Nische in der Wand. Was zur Zeit der Entstehung dieses Gebäudeteiles dort stand, ist nicht mehr nachweisbar, aber das dort etwas künstlerisch Gestaltetes hingehört, war ohne Zweifel.
Im Jahr 2002 beteiligten sich auch 8 Frauen an dem Agenda 21 - Projekt anSTADT - Ökologisch orientierte Kulturarbeit als Medium der Umweltbildung. Initiiert war diese besondere Maßnahme von der Deutschen Bundesumweltstiftung und der Umweltakademie Nordthüringen. Das Domizil für das Vorhaben "Natur und Kunst" war in der Kreisvolkshochschule, denn Tonarbeiten sollten das Anliegen des Erhaltes von Natur und Kultur ausdrücken. Dort sind die Voraussetzungen zur Arbeit mit dem Ton sehr günstig.
Unter der bewährten kreativen Leitung von Dagmar Zimmermann entstanden 4 große Tonplastiken, die dann in einer Ausstellung im Alten Rathaus der Öffentlichkeit erstmals vorgestellt wurden. In einem der Arbeitsprotokolle ist zu lesen: "Die alten Kastanien, Linden, Haselnussbäume sind ein Schatz, den nicht jede Stadt aufweisen kann. Wir wollten deshalb mit unserem Kunstobjekt ein Zeichen setzen, um für den Erhalt der alten Bäume zu plädieren. Als Symbol wählten wir einen alten Baum. Für den hohlen Baumstamm mussten wir mehrere Ringe walzen und ineinander verfugen. Um die äußere rindenähnliche Struktur zu gestalten, experimentierten wir mit verschiedenen Materialien. Für die Farbgebung verwendeten wir Engobe und Eisenoxyd, deren Auswahl anhand von Farbproben erfolgte."
Diese kunstvolle Tongestalt des alten Baumstumpfes ist wie geschaffen für das Landratsamt. Schon totgesagt, bringt der alte Baum, aller Welt zum Trotz, einen gesunden Zweig hervor. So sieht auch der alte Baum auf dem 1948 von Erhard Heckel geschaffenen Wappen für den Landkreis Nordhausen aus, das seit 1990 wieder das Hoheitszeichen wurde.
Dem Thema: Die Tage der alten Bäume sollten nicht gezählt sein! widmeten sich besonders Roswitha König und Anne Jödicke. Das Produkt ihres handwerklichen und künstlerischen Arbeitens steht also jetzt im historischen Landratsamt und soll daran erinnern, dass wesentliche Verpflichtungen der Menschen darin bestehen, die Natur und die in ihr gewachsene Kultur zu erhalten für lange, lange Zeit. "Alt wie ein Baum möchte ich werden ..., mit Rinden, die sich immer wieder schälen, mit Wurzeln tief, dass sie kein Spaten sticht", dichtete einst Louis Fürnberg. Die Phudys haben diese Verse berühmt gemacht: "Alt wie ein Baum möchte ich werden, grad wie der Dichter es beschreibt...". In diesem Sinne soll diese glasierte Tonplastik, die sich farblich so harmonisch in den Raum fügt, für eine lange Dauer hier verweilen und das oben Ausgeführte anschaulich vor Augen führen.
Autor: nnz
Alte Bäume im Landratsamt (Foto: nnz)
Am 03. Juni 2004 wurde im Parterre des historischen Landratsamtes, im ehemaligen Kassenraum der Sparkasse, eine glasierte Tonplastik aufgestellt. Sie fand einen Platz wie für sie geschaffen: eine halbrunde Nische in der Wand. Was zur Zeit der Entstehung dieses Gebäudeteiles dort stand, ist nicht mehr nachweisbar, aber das dort etwas künstlerisch Gestaltetes hingehört, war ohne Zweifel.Im Jahr 2002 beteiligten sich auch 8 Frauen an dem Agenda 21 - Projekt anSTADT - Ökologisch orientierte Kulturarbeit als Medium der Umweltbildung. Initiiert war diese besondere Maßnahme von der Deutschen Bundesumweltstiftung und der Umweltakademie Nordthüringen. Das Domizil für das Vorhaben "Natur und Kunst" war in der Kreisvolkshochschule, denn Tonarbeiten sollten das Anliegen des Erhaltes von Natur und Kultur ausdrücken. Dort sind die Voraussetzungen zur Arbeit mit dem Ton sehr günstig.
Unter der bewährten kreativen Leitung von Dagmar Zimmermann entstanden 4 große Tonplastiken, die dann in einer Ausstellung im Alten Rathaus der Öffentlichkeit erstmals vorgestellt wurden. In einem der Arbeitsprotokolle ist zu lesen: "Die alten Kastanien, Linden, Haselnussbäume sind ein Schatz, den nicht jede Stadt aufweisen kann. Wir wollten deshalb mit unserem Kunstobjekt ein Zeichen setzen, um für den Erhalt der alten Bäume zu plädieren. Als Symbol wählten wir einen alten Baum. Für den hohlen Baumstamm mussten wir mehrere Ringe walzen und ineinander verfugen. Um die äußere rindenähnliche Struktur zu gestalten, experimentierten wir mit verschiedenen Materialien. Für die Farbgebung verwendeten wir Engobe und Eisenoxyd, deren Auswahl anhand von Farbproben erfolgte."
Diese kunstvolle Tongestalt des alten Baumstumpfes ist wie geschaffen für das Landratsamt. Schon totgesagt, bringt der alte Baum, aller Welt zum Trotz, einen gesunden Zweig hervor. So sieht auch der alte Baum auf dem 1948 von Erhard Heckel geschaffenen Wappen für den Landkreis Nordhausen aus, das seit 1990 wieder das Hoheitszeichen wurde.
Dem Thema: Die Tage der alten Bäume sollten nicht gezählt sein! widmeten sich besonders Roswitha König und Anne Jödicke. Das Produkt ihres handwerklichen und künstlerischen Arbeitens steht also jetzt im historischen Landratsamt und soll daran erinnern, dass wesentliche Verpflichtungen der Menschen darin bestehen, die Natur und die in ihr gewachsene Kultur zu erhalten für lange, lange Zeit. "Alt wie ein Baum möchte ich werden ..., mit Rinden, die sich immer wieder schälen, mit Wurzeln tief, dass sie kein Spaten sticht", dichtete einst Louis Fürnberg. Die Phudys haben diese Verse berühmt gemacht: "Alt wie ein Baum möchte ich werden, grad wie der Dichter es beschreibt...". In diesem Sinne soll diese glasierte Tonplastik, die sich farblich so harmonisch in den Raum fügt, für eine lange Dauer hier verweilen und das oben Ausgeführte anschaulich vor Augen führen.

