Do, 10:11 Uhr
13.08.2015
Zwischen Alltag und Visionen
13 Tage Geschäftsführerin
Der heutige Donnerstag ist der 13. Arbeitstag von Inge Klaan als Geschäftsführerin der Städtischen Wohnungsabaugesellschaft. Mit diesem neuen Job kommt die Frau ein Stück zurück zudem, was ihr einst einen guten Ruf in der Rolandstadt verlieh. Am Tag 12, also gestern, haben wir uns mit Inge Klaan unterhalten...
Es ist 14.30 Uhr. Inge Klaan, kommt in das Vorzimmer, in der Hand einen Plastikbeutel. Vermutlich drinnen das Mittagessen. Der Beutel wird abgelegt, der Kalender ist eng gestrickt.
Jetzt, hier in der Geseniusstraße, ist Inge Klaan nicht mehr Dezernentin, schon garnicht Staatssekretärin. Die Politik lässt sie außen vor. In der Verantwortung für 45 Mitarbeiter und mehr als 5.000 Wohnungen, will sie sich auf das Fachliche konzentrieren. Muss sie auch, denn die Aufgaben sind selbst in solch einer gut arbeitenden und funktionierenden kommunalen Unternehmung wie der SWG nicht einfach und sie werden auch nicht einfacher.
Doch die Politik holte sie gleich in der ersten Arbeitswoche ein, als ein offener Brief von Andreas Wieninger auf ihren Schreibtisch flatterte. Den will sie jetzt nicht kommentieren, vergessen ist das Schreiben allerdings nicht.
Neben dem operativen Geschäft, der Vermietung von Wohnungen und Gewerbeobjekten, will sich die neue Geschäftsführerin auf die Zukunft konzentrieren. Eine Zukunft, die mehrere Herausforderungen für die Wohnungswirtschaft mit sich bringt. "Die demografischen Befunde, die in den zurückliegenden Monaten auch durch die zahlreichen Workshops für Nordhausen erstellt wurden, belegen, dass es in der Rolandstadt in den kommenden 15 Jahren noch einmal zu einer größeren Leerstandswelle kommen wird", blickt Inge Klaan voraus.
Darauf müssen die großen Vermieter vorbereitet sein, hier müssen die Wohnungen hergerichtet, umgebaut, modernisiert werden. Das Ziel ist klar. Die SWG muss anstreben, dass die Mieter möglichst lange Mieter der Gesellschaft bleiben. Dass muss nicht zwingend die gleiche Wohnung sein. Also müssen Alternativen her.
Eine weitere Herausforderung wird die Bewältigung der Flüchtlingsströme sein. Menschen aus fremden Ländern aufzunehmen ist die eine Seite, sie auch wirklich zu integrieren die andere. Ob dabei die dezentrale Unterbringung in der ersten Phase ihres Aufenthaltes tatsächlich die optimale Variante ist, will Frau Klaan auf den Prüfstand haben. Die Menschen an die Strukturen, an das Umfeld in Deutschland zu gewöhnen, mit allem, was dazu gehört, das funktioniere in größeren Einheiten optimaler als bei einer dezentralen Unterkunftsvariante. Auch die SWG wird weitere Objekte, die in den zurückliegenden Jahren ein wenig vernachlässigt wurden, jetzt wieder ins Visier nehmen. Zum Beispiel in der Unterstadt, Bochumer Straße.
Die SWG wird sich auch in den kommenden Jahren auf die Umgestaltung ganzer Quartiere konzentrieren müssen. Dazu gehört es nicht nur, schicke Wohnungen mit attraktiven Zuschnitten anzubieten. Inge Klaan liegt die energetische Quartierssanierung am Herzen. Mit einem durchdachten Konzept eine Betriebskostenstabilität zu erreichen ist für die Mieter genauso attraktiv. Dieser Prozess - das könnte sich Inge Klaan vorstellen - wäre auch ein Thema, mit dem sich die SWG an der Internationalen Bauausstellung (IBA) beteiligen sollte.
Das sind sie die Visionen nach 13 Tagen. In den kommenden Wochen wird das Neubauvorhaben in der Semmelweißstraße seinem Ende zugehen. Von den 50 Wohnungen sind mehr als 30 bereits vermietet. Im kommenden Jahr werden die ersten Mieter in das Quartier an der Schärfgasse einziehen. Das Wohnungsangebot in allen Preissegmenten soll so vielfältig wie möglich sein. Nordhausen hat dazu die Standort-Voraussetzungen, ist sich Inge Klaan sicher.
Sicher ist sich die Frau auch, dass dieser neue Job kein Übergangsjob sein kann. Die SPD müsse sich nicht sorgen. Allerdings wird die Frau auch weiterhin eine politische Person sein. Außerhalb der Diensträume in der Geseniusstraße. Das versteht sich von selbst.
Peter-Stefan Greiner
Autor: redEs ist 14.30 Uhr. Inge Klaan, kommt in das Vorzimmer, in der Hand einen Plastikbeutel. Vermutlich drinnen das Mittagessen. Der Beutel wird abgelegt, der Kalender ist eng gestrickt.
Jetzt, hier in der Geseniusstraße, ist Inge Klaan nicht mehr Dezernentin, schon garnicht Staatssekretärin. Die Politik lässt sie außen vor. In der Verantwortung für 45 Mitarbeiter und mehr als 5.000 Wohnungen, will sie sich auf das Fachliche konzentrieren. Muss sie auch, denn die Aufgaben sind selbst in solch einer gut arbeitenden und funktionierenden kommunalen Unternehmung wie der SWG nicht einfach und sie werden auch nicht einfacher.
Doch die Politik holte sie gleich in der ersten Arbeitswoche ein, als ein offener Brief von Andreas Wieninger auf ihren Schreibtisch flatterte. Den will sie jetzt nicht kommentieren, vergessen ist das Schreiben allerdings nicht.
Neben dem operativen Geschäft, der Vermietung von Wohnungen und Gewerbeobjekten, will sich die neue Geschäftsführerin auf die Zukunft konzentrieren. Eine Zukunft, die mehrere Herausforderungen für die Wohnungswirtschaft mit sich bringt. "Die demografischen Befunde, die in den zurückliegenden Monaten auch durch die zahlreichen Workshops für Nordhausen erstellt wurden, belegen, dass es in der Rolandstadt in den kommenden 15 Jahren noch einmal zu einer größeren Leerstandswelle kommen wird", blickt Inge Klaan voraus.
Darauf müssen die großen Vermieter vorbereitet sein, hier müssen die Wohnungen hergerichtet, umgebaut, modernisiert werden. Das Ziel ist klar. Die SWG muss anstreben, dass die Mieter möglichst lange Mieter der Gesellschaft bleiben. Dass muss nicht zwingend die gleiche Wohnung sein. Also müssen Alternativen her.
Eine weitere Herausforderung wird die Bewältigung der Flüchtlingsströme sein. Menschen aus fremden Ländern aufzunehmen ist die eine Seite, sie auch wirklich zu integrieren die andere. Ob dabei die dezentrale Unterbringung in der ersten Phase ihres Aufenthaltes tatsächlich die optimale Variante ist, will Frau Klaan auf den Prüfstand haben. Die Menschen an die Strukturen, an das Umfeld in Deutschland zu gewöhnen, mit allem, was dazu gehört, das funktioniere in größeren Einheiten optimaler als bei einer dezentralen Unterkunftsvariante. Auch die SWG wird weitere Objekte, die in den zurückliegenden Jahren ein wenig vernachlässigt wurden, jetzt wieder ins Visier nehmen. Zum Beispiel in der Unterstadt, Bochumer Straße.
Die SWG wird sich auch in den kommenden Jahren auf die Umgestaltung ganzer Quartiere konzentrieren müssen. Dazu gehört es nicht nur, schicke Wohnungen mit attraktiven Zuschnitten anzubieten. Inge Klaan liegt die energetische Quartierssanierung am Herzen. Mit einem durchdachten Konzept eine Betriebskostenstabilität zu erreichen ist für die Mieter genauso attraktiv. Dieser Prozess - das könnte sich Inge Klaan vorstellen - wäre auch ein Thema, mit dem sich die SWG an der Internationalen Bauausstellung (IBA) beteiligen sollte.
Das sind sie die Visionen nach 13 Tagen. In den kommenden Wochen wird das Neubauvorhaben in der Semmelweißstraße seinem Ende zugehen. Von den 50 Wohnungen sind mehr als 30 bereits vermietet. Im kommenden Jahr werden die ersten Mieter in das Quartier an der Schärfgasse einziehen. Das Wohnungsangebot in allen Preissegmenten soll so vielfältig wie möglich sein. Nordhausen hat dazu die Standort-Voraussetzungen, ist sich Inge Klaan sicher.
Sicher ist sich die Frau auch, dass dieser neue Job kein Übergangsjob sein kann. Die SPD müsse sich nicht sorgen. Allerdings wird die Frau auch weiterhin eine politische Person sein. Außerhalb der Diensträume in der Geseniusstraße. Das versteht sich von selbst.
Peter-Stefan Greiner

