Mi, 09:06 Uhr
02.06.2004
Rück- und Ausblick der Sozialisten
Nordhausen (nnz). Die PDS sieht sich als Alternative zu den anderen Parteien. Warum die Sozialisten anders sind, und was sie bisher geleistet haben, berichteten sie gestern Abend der nnz. Mit dem Klick erfahren Sie auch etwas über die Kandidaten.
Rück- und Ausblick der Sozialisten (Foto: nnz)
Im Kleinen, im Kreistag, klappt es gemeinsam Verantwortung zu übernehmen. Die PDS arbeitet hier mit den anderen Parteien zusammen und bekam die Bereiche übertragen, die viel Geld kosten, Soziales, Jugend, Schule, berichtet der Klaus Hummitzsch. Geld drucken könne auch eine sozialistische Partei nicht, und es gäbe nur eine Summe zu verteilen. Man habe aber bei jedem Haushaltsplan versucht, Gelder für die Jugend zu erstreiten. Trotzdem habe man lernen müssen Kompromisse einzugehen, damit der Kreis Nordhausen handlungsfähig bleibt.
Auch unangenehmen Themen wie der Schulnetzplanung habe sich die PDS nicht entziehen können. Natürlich habe es ihm auch als Bürgermeister von Werther weh getan, eine der zwei Grundschulen zu schließen, berichtet Hummitzsch, aber es werden nun mal zu wenig Kinder geboren.
Warum das so ist, weiß die junge Stadtratskandidatin Sarina Panke. Mütter bräuchten ausreichende Möglichkeiten ihre Kinder in einer Tagesstätte unterzubringen. Außerdem gingen Jugendliche schnell aus Nordthüringen weg, weil sie keine Lehrstelle oder Arbeit finden. Andererseits seien für die hier Gebliebenen die Freizeit und Kulturangebote nicht überzeugend. Die Studentin der Fachhochschule sieht ihre Mitstudenten vor dem Wochenende nach hause fahren. Hier wollen sich die wenigsten vergnügen. Wenn Sarina im Stadtrat ist, möchte sie sich deshalb für interessantere Angebote und Betreuung von Kindern und Jugendlichen einsetzen.
In Sachen Kindertagesstätten habe die PDS aber schon viel erreicht, meint Frank Hermsdorf. Man habe bei m Aushandeln der Rahmenbetreiberverträge mitgewirkt, und deshalb werden für Kinder von 2,5 bis 6 Jahren Kindergartenplätze vorgehalten. Beim Thema sozial stärker differenzierte Elternbeiträge habe man jedoch zurückstecken müssen, ebenso bei der zeitlichen Begrenzung der Straßenbahnfahrscheine.
Daß es immer nur um Geld geht, weiß auch Birgit Keller. Sie will als Direktkandidatin in den Landtag. Dort möchte sie im Bereich Finanzen mitarbeiten und etwas gegen die durch Geldmangel eng gesteckten Grenzen der kommunalen Selbstverwaltung tun.
Rainer Bachmann ist der zweite Landtagsdirektkandidat der PDS. Er saß bisher in verschiedenen Leistungsprüfungsausschüssen und setzt sich für die Offenlegung der Finanzmittel ein. Generell möchte er mehr Demokratie durchsetzten, zum Beispiel mit Volksabstimmungen. Ein weiterer Schwerpunkt seien Jugend, Ausbildung und Abwanderung. Es könne nicht weitergehen, daß täglich 52 Menschen Thüringen verlassen. Für gemeinsames Lernen bis zur 8. Klasse hatte sich die PDS schon 1999 ausgesprochen, auch jetzt ist es noch ein Ziel der Sozialisten.
Daß Politik für junge Menschen spannend sein kann, beweist die Tatsache, daß mit Sebastian Drechsler ein weiterer Jugendlicher für die Sozialisten kandidiert. Bekannt ist er vom Offenen Kanal und als Mitbegründer der Jugendorganisation Solid. Er möchte sich im Stadtrat für bessere Verkehrsanbindungen nach Erfurt und für mehr Radwege einsetzen. Außerdem unterstützt er die Initiative für ein alternatives Jugendzentrum. Für die PDS hat er sich entschieden, weil hier der Mensch im Mittelpunkt steht und sie eine weltoffene Partei ist, erzählt er. In fünf Jahren möchte er für den Landtag kandidieren.
Bei der Europawahl rechnen die Sozialisten mit mindestens 5 %, denn sie sind sich sicher, daß der Wiedereinzug in Brüssel gelingt.
Zweimal möchte die PDS mit den Bürgern ins Gespräch kommen. Am 07.06. Um 18.00 Uhr wird Gregor Gysi in Werther in der "Hoffnung" zu Gast sein. Am 24.06. kommt der Parteivorsitzende Lothar Bisky auf die Landesgartenschau.
Autor: wf
Rück- und Ausblick der Sozialisten (Foto: nnz)
Im Kleinen, im Kreistag, klappt es gemeinsam Verantwortung zu übernehmen. Die PDS arbeitet hier mit den anderen Parteien zusammen und bekam die Bereiche übertragen, die viel Geld kosten, Soziales, Jugend, Schule, berichtet der Klaus Hummitzsch. Geld drucken könne auch eine sozialistische Partei nicht, und es gäbe nur eine Summe zu verteilen. Man habe aber bei jedem Haushaltsplan versucht, Gelder für die Jugend zu erstreiten. Trotzdem habe man lernen müssen Kompromisse einzugehen, damit der Kreis Nordhausen handlungsfähig bleibt. Auch unangenehmen Themen wie der Schulnetzplanung habe sich die PDS nicht entziehen können. Natürlich habe es ihm auch als Bürgermeister von Werther weh getan, eine der zwei Grundschulen zu schließen, berichtet Hummitzsch, aber es werden nun mal zu wenig Kinder geboren.
Warum das so ist, weiß die junge Stadtratskandidatin Sarina Panke. Mütter bräuchten ausreichende Möglichkeiten ihre Kinder in einer Tagesstätte unterzubringen. Außerdem gingen Jugendliche schnell aus Nordthüringen weg, weil sie keine Lehrstelle oder Arbeit finden. Andererseits seien für die hier Gebliebenen die Freizeit und Kulturangebote nicht überzeugend. Die Studentin der Fachhochschule sieht ihre Mitstudenten vor dem Wochenende nach hause fahren. Hier wollen sich die wenigsten vergnügen. Wenn Sarina im Stadtrat ist, möchte sie sich deshalb für interessantere Angebote und Betreuung von Kindern und Jugendlichen einsetzen.
In Sachen Kindertagesstätten habe die PDS aber schon viel erreicht, meint Frank Hermsdorf. Man habe bei m Aushandeln der Rahmenbetreiberverträge mitgewirkt, und deshalb werden für Kinder von 2,5 bis 6 Jahren Kindergartenplätze vorgehalten. Beim Thema sozial stärker differenzierte Elternbeiträge habe man jedoch zurückstecken müssen, ebenso bei der zeitlichen Begrenzung der Straßenbahnfahrscheine.
Daß es immer nur um Geld geht, weiß auch Birgit Keller. Sie will als Direktkandidatin in den Landtag. Dort möchte sie im Bereich Finanzen mitarbeiten und etwas gegen die durch Geldmangel eng gesteckten Grenzen der kommunalen Selbstverwaltung tun.
Rainer Bachmann ist der zweite Landtagsdirektkandidat der PDS. Er saß bisher in verschiedenen Leistungsprüfungsausschüssen und setzt sich für die Offenlegung der Finanzmittel ein. Generell möchte er mehr Demokratie durchsetzten, zum Beispiel mit Volksabstimmungen. Ein weiterer Schwerpunkt seien Jugend, Ausbildung und Abwanderung. Es könne nicht weitergehen, daß täglich 52 Menschen Thüringen verlassen. Für gemeinsames Lernen bis zur 8. Klasse hatte sich die PDS schon 1999 ausgesprochen, auch jetzt ist es noch ein Ziel der Sozialisten.
Daß Politik für junge Menschen spannend sein kann, beweist die Tatsache, daß mit Sebastian Drechsler ein weiterer Jugendlicher für die Sozialisten kandidiert. Bekannt ist er vom Offenen Kanal und als Mitbegründer der Jugendorganisation Solid. Er möchte sich im Stadtrat für bessere Verkehrsanbindungen nach Erfurt und für mehr Radwege einsetzen. Außerdem unterstützt er die Initiative für ein alternatives Jugendzentrum. Für die PDS hat er sich entschieden, weil hier der Mensch im Mittelpunkt steht und sie eine weltoffene Partei ist, erzählt er. In fünf Jahren möchte er für den Landtag kandidieren.
Bei der Europawahl rechnen die Sozialisten mit mindestens 5 %, denn sie sind sich sicher, daß der Wiedereinzug in Brüssel gelingt.
Zweimal möchte die PDS mit den Bürgern ins Gespräch kommen. Am 07.06. Um 18.00 Uhr wird Gregor Gysi in Werther in der "Hoffnung" zu Gast sein. Am 24.06. kommt der Parteivorsitzende Lothar Bisky auf die Landesgartenschau.


