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Fr, 09:54 Uhr
07.08.2015
Forum

Was ist das für ein Schulsystem?

Eine Leserin der Nordthüringer Online-Zeitungen entsetzt. Da klagt ein Abiturient, weil in seinem Abschlusszeugnis der Vermerk angebracht ist, dass er eine Schreibschwäche hat. Für sie stellt sich die Frage, wie man mit einer Schreibschwäche überhaupt das Abitur ablegen kann...


Wenn man nicht richtig schreiben kann, kann man sich auch nicht richtig ausdrücken und der Leser dessen, kann den Sinn nicht verstehen.

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Wie setzt sich das alles im Studium fort? Wer heute Lehrender ist, hat es nicht einfach. Weil, er ist immer Schuld, wenn der Schüler oder Student schlechte Noten hat. Und schlechte Noten oder eine hohe Anzahl von „Durchfallern“ beim Studium ist kein gutes Aushängeschild für die Schule oder die Universität. Wenn man mit derartigen „Schwächen“ sogar studieren kann und vielleicht Arzt wird, wie will derjenige, die Medikamente oder einen Befund schreiben?

Professoren an Universitäten stellten jüngst den heutigen Studierenden kein gutes Zeugnis aus. Eine Mehrzahl könnte heute kaum zusammenhängende Sätze schreiben, wesentliches von unwesentlichen nicht unterscheiden und keine übergreifenden Zusammenhänge herstellen.

Wer ist Schuld daran? Die Schüler, nein, die Lehrenden nein. Die Ursache liegt meiner Meinung am Schulsystem. Keiner darf sitzen bleiben, keiner darf diskriminiert werden. Aber, wenn ich nicht die Leistung gemäß Lehrplan bringe, muss ich dann versetzt werden? Oder ist das „Nichtversetzten“ schon Diskriminierung? Wenn das so ist, ist es kein Wunder, dass Arbeitgeber die „Neuen“ noch zum Unterricht schicken müssen.

Strebsame und Fleißige werden dadurch ausgebremst, weil man orientiert sich an den Schwächeren. Frust kommt auf, weil die Schüler erkennen, auch mit weniger Wissen komme ich auch ans Ziel. Bekomme ich heute mit drei oder vier Fehlern noch eine eins, weil der schlechteste 15 Fehler hat? Schlechte Noten kann der Lehrer ja auch nicht vergeben, weil, dass schadet der Psyche des Kindes. Nein, Lehrer, Erzieher, Universtitätsprofessoren habe es heute nicht einfach. Ein „Fehler“, und die Eltern stehen mit ihren Anwälten vor der Tür. Es ist kein Wunder, dass auch der Krankenstand bei Lehrern hoch ist. Da kann man nur krank werden.
Ruth Alschner
Autor: red

Anmerkung der Redaktion:
Die im Forum dargestellten Äußerungen und Meinungen sind nicht unbedingt mit denen der Redaktion identisch. Für den Inhalt ist der Verfasser verantwortlich. Die Redaktion behält sich das Recht auf Kürzungen vor.
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Kommentare
Herr Taft
07.08.2015, 13:40 Uhr
so schlimm
ist es nun auch wieder nicht, liebe Frau Alschner.
Vorauszuschicken ist, dass Bildung Ländersache ist . Damit gehen verschiedene Länder verschiedene Wege. In BW wird z.B. gerade sehr laut darüber nachgedacht, die Realschulen abzuschaffen, was wohl in Thüringen kein Thema ist. Ebenso entscheiden Menschen über das Wohl und Wehe der Schüler, die sehr wohl auch ihre Schwächen und Eigenheiten haben. Mein Sohn hatte z.B. in der Grundschule eine Lehrerin, die der Meinung war, ein Kind, welches bei der zweiten Aufforderung nicht reagiert für den Rest des Unterrichts ignorieren zu müssen. Bildungsauftrag verfehlt, setzen, sechs.

Ich habe den Artikel über den Abiturienten mit Schreib- und Leseschwäche ebenso gelesen und mich zunächst auch gewundert. Doch dann verstand ich: Der Junge, der sich mit diesem Zeugnis irgendwo bewirbt, kommt zu keinem Vorstellungsgespräch. Ein Fach, welches nicht benotet wurde ist eine Sache...die Begründung im Zeugnis mitzuliefern eine andere.

Ich finde es bemerkenswert, dass ein Kind mit Leseschwäche die Kraft und die Entschlossenheit aufgebracht hat, die Schule bis zum Abitur überhaupt durchzustehen ! Das sagt doch einiges über den Burschen aus.

Wollen Sie diejenige sein, die darüber entscheidet was aus dem jungen Mann wird ? Wollen Sie einem Behinderten verbieten Sport zu treiben, weil Sie glauben, dass er es nicht kann ?

Darf ein Lehrer darüber entscheiden ?

Unsere ach so gefrusteten Lehrer, haben jeden Nachmittag...in ihrem heimischen Arbeitszimmer und während der sechswöchigen, hochgradig stressigen Sommerpause sicher keine Gelegenheit sich von den üblen Kindern zu erholen. Ich fühle mit ihnen...

Herzlichst...
Zukunft
07.08.2015, 16:06 Uhr
Alle
Ich bin der Meinung,alle sollen Bildung erhalten entsprechend ihrer Faehigkeiten und Fertigkeiten. Oder sollten Noten völlig wegfallen, dass sich keiner diskriminiert fuehlt? In den ersten zwei Klassenstufen soll es ja so sein. Ich empfinde das als Schwachsinn,weil, wollen wir nicht Wissen wo wir stehen, wollen wir nicht Wissen, was wir koennen und was es Wert ist? Wollen wir uns nicht mit anderen messen? Wozu gibt es sonst Mathe-oder andere Olympiaden? Auch im Sport misst man sich mit anderen.Zeiten und Weiten werden ermittelt. Das weiß man ja auch wo man steht. Nur im wichtigsten Bereich,der Bildung wird expeimentiert.Aber die Ergebnisse sind ja bescheiden. Jeder kann Sport treiben, auch Menschen mit einer Behinderung und sie koennen sich mit gleichen Messen, nämlich bei den paralympiks.
Sparer
07.08.2015, 17:04 Uhr
Den Kern einer Sache erkennen !
Fakt ist, wer eine Rechtschreibschwäche hat und das nach 12 bzw. 13 Jahren Unterricht , hat ein nicht zu unterschätzendes Problem. Egal welche Bildungspolitik betrieben wird und in welchem Bundesland. Der Kern ist das Problem der Rechtschreibschwäche.

Für den Einzelnen ein über Jahre andauernder Prozess des persönlichen "Versagens" im Verhältnis zu den Mitschülern und aus meiner Sicht auch ein Leidensweg.

Eingestehen, dass das Kind ein Defizit hat und es damit in eine erfolgreiche und für das Kind machbare Zukunft zu begleiten, ist dabei die vordringliche Aufgabe der Eltern und der Schule.

( Das Abitur mit der Bescheinigung der HOCHSCHULREIFE ist ein toller Erfolg, aber hier sollte der akademische Weg zu Ende sein. Es gibt eine Reihe von sehr guten Ausbildungsberufen.)

Ich kenne im Übrigen viele Erwachsene, die Probleme mit der Rechtschreibung haben. Im Alltag gibt es dann oft zwischen den Partnern eine Aufgabenteilung, je nachdem was der Einzelne besser kann. Viel Erfolg für die weitere Zukunft dieser jungen Frau.
Franz100
07.08.2015, 19:37 Uhr
wobei ich feststellen muß,
...daß in dem Artikel auch viele Fehler sind. Kommasetzung, Haupt- und Nebensätze nicht voneinander ersichtlich getrennt,daß wo das .... Oder umgekehrt... Na ja... Fakt ist jedoch, daß schreiben nach hören für die Kinder völlig fatal ist. Was sich einmal im Kopf festgesetzt hat, ist schwer wieder zu korrigieren.
360grad
07.08.2015, 19:54 Uhr
Lehrer machen oft die Regeln selbst.
Es sei zulässig, darauf hinzuweisen, dass die Rechtschreibung nicht gewertet wurde, jedoch nicht, dass der Schüler Legastheniker sei,entschied das Bundesverwaltungsgericht.
BVerwG 6 C 33.14; BVerwG 6 C 35.14

Das sollte man als Lehrer wissen.
Leser X
08.08.2015, 10:49 Uhr
Sehe ich auch so
Obwohl nicht selbst Pädagoge, kann ich Frau Alschner nur Recht geben.

Die Bildung spiegelt immer auch den Stand einer Gesellschaft. Und die ist nun mal auf Kurzsichtigkeit, Oberflächlichkeit, Multitasking, viel machen, aber alles nur halb... ausgerichtet.

Und dann unsere Medien! Zappen Sie sich doch nur mal durch das schrille und laute TV-Programm. Lange müssen Sie suchen, bis sie einen Sender gefunden haben - so Sie ihn denn haben wollen - wo noch mehr geboten wird als Radau, dumpfeste Ablenkung oder gar gezielte Desinformation und Meinungsmanipulation.

Mein persönliches Fazit ist ernüchternd und unter dem tarurigen Motto stehend: Dumme regieren sich besser...
flower1
08.08.2015, 11:49 Uhr
genauer betrachten
Ich finde es bewundernswert, das dieser junge Mensch es mit einer Rechtschreibschwäche bis zum Abitur geschafft hat. Man muß immer beide Seiten betrachten. Im Leserbrief hört sich das ja an, als wenn man sich durch eine solche Schwäche Vorteile verschaffen könnte. Und sich dann alle anderen Klassenkameraden "dumm" stellen könnten, um die selben "Vorteile" zu genießen. Bekannte von mir haben ein Kind mit einer Rechenschwäche. Glauben Sie das dies von der Lehrerin erkannt wurde? Leider Fehlanzeige. Nun steht die Frage im Raum, wie man diesen Kindern helfen kann. Der Leidensweg der betroffenen Kinder und damit verbunden auch der Eltern ist lang. Wenn dann noch entsprechende "Bemerkungen" der Lehrer hinzukommen, die für das betroffene Kind bzw. dessen Psyche nicht gerade förderlich sind, dann leiden diese Kinder. Sie werden immer als "dumm" hingestellt, sind es aber bei weitem nicht. Solch eine "Schwäche" muß auch von gewissen Institutionen attestiert werden und vom Schuldirektor geht dann erst eine Entscheidung über evtl. Maßnahmen aus. Man muß also alle Seiten betrachten. Auch mit einem Vermerk über die Rechtschreibschwäche im Abiturzeugnis wird es dieser junge Mensch schwer haben einen Beruf zu bekommen. Ich wünsche in diesem Fall alles Gute und viel Erfolg.
Zukunft
08.08.2015, 13:08 Uhr
Hänseln
Wenn ein Kind eine Lese-Rechtschreibschwäche hat, kann es unter Umständen wohl wahr gehänselt werden. Deshalb wäre es besser, wenn dieser Schüler in einer speziellen Klasse oder Förderschule lernen würden. Da wäre man unter gleichen. Unter heutigen Gesichtspunkten fängt hier wahrscheinlich schon Diskriminierung an. Heute kann auch fast jeder auf das Gymnasium. Demnach gibt es überwiegend sehr gute Schüler. Das ist ein gutes Aushängeschild für die Bildung. Dahinter schauen sollte man lieber nicht....
flower1
08.08.2015, 15:30 Uhr
Förderschule?
Das mit der Förderschule ist ja nun totaler Quatsch. Denn offensichtlich war dieser Schüler nicht dumm, sonst hätte er das Abitur ja nicht bestanden. Was jetzt nicht heißen soll, das Förderschüler dumm sind (hier spielen eben mehrere Lernschwächen, sowie teilweise soziale Probleme in der Familie eine Rolle). Es geht doch darum den Betroffenen zu helfen. Nur leider steht man am Anfang als Eltern erstmal diesem Thema ratlos gegenüber. Denn die Eltern möchten ihrem Kind sicherlich helfen. Und ich kann mir nicht vorstellen, das heutzutage "JEDER" aufs Gymnasium gehen kann. Und wenn es denn so wäre, dann würden diejenigen dann wohl ein ziemlich mieses Abi machen, die nicht so geeignet waren. Natürlich wird heutzutage vieles gelehrt, was letztendlich gar nicht für die Zukunft relevant ist, leider. Es ist auch nicht gerade schön, das jeder Lehrer für seine Klasse die Bücher selber bestimmen darf. Es existieren z.B. 3 Klassen und alle haben unterschiedliche Bücher, weil die Lehrer diese selber aussuchen dürfen. Und manchmal sind die Bücher einfach nur so na ja. Aber das ist eben der Kapitalismus. Es gibt alles im Überfluss und das Rad wird ständig neu erfunden. Ich wäre auch für ein bundesweites Schulsystem, in dem Wert auf das Wesentliche gelegt werden würde und alle die gleichen Ziele hätten. Aber das ist eben nicht gewünscht. Jeder darf eben machen was er will, nur leider bleiben einige dabei auf der Strecke.
Paulinchen
08.08.2015, 19:59 Uhr
Manchmal ist es gut, wenn man…
…zu den Elternabenden in die Schule geht. Da es ja heute schon beinahe eine Straftat für die Lehrer ist, wenn sie während eines Elternabends vor aller Eltern sagen würden, dass der Max oder die Klara eine Schwäche haben, so sollte man doch die Lehrer im Vieraugengespräch doch mal persönlich nach den Befindlichkeiten seines Sprösslings fragen.

Ich habe es getan, weil ich Anlass dazu hatte. Mein Enkelkind hat ähnliche Probleme und ich behaupte hier einmal, mit der Rechtschreibung und Grammatik haben es sehr viele Schüler nicht so leicht. Deshalb fragte ich die Lehrerin ganz einfach: „Weshalb schreiben denn die Kinder kaum, oder besser keine Diktate und Aufsätze, wie wir es früher mussten. Weshalb lesen sie denn im Fach deutsch nicht genügend, wie wir damals z.B. in den Reclam-Büchern?“ Als Antwort bekam ich: „Ja liebe Frau…., wenn wir einen derartigen Unterricht führen würden, wie sie ihn hatten, dann würden wir ja die Migrationskinder diskriminieren, denn die können ja meist kaum richtig Deutsch. Erst wenn das achte Schuljahr überschritten ist, dann trennt sich die Spreu vom Weizen. Danach können wir so etwas machen.“ Doch gekommen ist es letztlich kaum.

Somit sehe ich durchaus das Problem beim Staat, der offensichtlich an dieser Stelle seinen Einfluss auf die Länder geltend gemacht hat. Mal ganz abgesehen davon, dass für mich das Bildungssystem in Deutschland reformbedürftig ist.

Im Übrigen, ein Lehrer, welcher eine derartige Bemerkung auf das Abi-Zeugnis geschrieben hat, sollte vom Dienst suspendiert werden. Ihm ist es letztlich doch auch nicht gelungen sein Wissen und Können an den Schüler zu vermitteln.
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