Fr, 13:06 Uhr
28.05.2004
Die letzte Produktion
Nordhausen (nnz). Die letzte Produktion der eigenständigen Sparte Schauspiel in Nordhausen beschäftigt sich mit der Vergangenheit und dem Umgang mit der Erinnerung, die in Nordhausen durch die unmittelbare Nachbarschaft zur KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora stets spürbar sind. Was auf eine ungewöhnliche Bühne kommt, das hat jetzt die nnz erfahren.
In Zusammenarbeit mit der Gedenkstätte wird am 9. Juni um 20 Uhr im Neubau der KZ-Gedenkstätte, dem zukünftigen Lern- und Dokumentationszentrum Mittelbau-Dora, eine szenische Lesung von Imre Kertész Roman Liquidation Premiere haben. Das Datum der Lesung erinnert daran, dass sich 2004 zum 60. Mal die Ankunft der Transporte mit ungarischen Juden aus Auschwitz im Lager Dora jährt.
Kertész spielt in seinem jüngsten Roman Liquidation geschickt mit verschiedenen Zeit- und Erzählebenen, die sich überkreuzen und durchdringen und die Geschichte Ungarns vom nationalsozialistischen Terror über den Sozialismus bis heute erzählen. Bé, Schriftsteller und Überlebender des Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau, hat Selbstmord begangen. Sein Lektor und Freund Keser ist überzeugt davon, dass in seinem Nachlass das Manuskript eines entscheidenden Romans fehlt. Im gemeinsamen Freundeskreis stellt er Nachforschungen an. Immer mehr wird klar, dass Bés ganzes Leben um das Dasein als Überlebender und um den Umgang mit den Erinnerungen an die Vergangenheit des Holocaust gekreist ist.
Imre Kertész, geboren 1929 in Budapest, wurde 1944 nach Auschwitz deportiert und 1945 aus dem Konzentrationslager Buchenwald befreit. Er lebt als freier Schriftsteller und Übersetzer in Budapest. Weltweit bekannt wurde er erst nach der europäischen Wende mit seinem Roman eines Schicksalslosen. 2002 wurde er mit dem Nobelpreis für Literatur ausgezeichnet. In seinen Romanen beschäftigt sich Kertész mit dem Holocaust, dem Überleben und der Frage, wie das eigentlich unerzählbare Grauen erzählt werden kann.
Die szenische Lesung des Romans Liquidation wird im Juni 2004 im Neubau der KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora stattfinden. Vor 60 Jahren trafen hier Transporte mit ungarischen Juden aus Auschwitz-Birkenau ein. Der Neubau das zukünftige Lern- und Dokumentationszentrum Mittelbau-Dora wird mit der Theateraufführung zum ersten Mal seiner künftigen Rolle der historischen Auseinandersetzung gerecht. Die neue Dauerausstellung zur Geschichte des KZ Mittelbau-Dora wird in dem Raum, der nun der szenischen Lesung dient, im April 2006 eröffnet werden.
Nach der Premiere am 9. Juni wird die szenische Lesung noch an fünf weiteren Terminen im Neubau der KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora zu erleben sein. Die etwa zweistündige Aufführung wird am 10., 19. und 20. Juni um 20 Uhr und am 15. und 16. Juni um 11 Uhr wiederholt. Eintrittskarten sind beim Theater Nordhausen erhältlich. Einzelkarten werden zum Preis von 9 Euro (ermäßigt 7 Euro) angeboten, ab 30 Personen gibt es die Karten zum Gruppenrabatt für 8 Euro je Person. Jugendgruppen ab 10 Personen erhalten Eintrittskarten zum Einzelpreis von 5,50 Euro.
Zu den Abendvorstellungen am 9., 10., 19. und 20. Juni bietet die Gedenkstätte zusätzliche kostenfreie Führungen an. Die Führungen werden um 18 Uhr am (alten) Museum starten und den Besucherinnen und Besuchern die Geschichte des Konzentrationslagers in einem neunzigminütigen Rundgang über das Gelände und in die Stollenanlage näher bringen.
Autor: nnzIn Zusammenarbeit mit der Gedenkstätte wird am 9. Juni um 20 Uhr im Neubau der KZ-Gedenkstätte, dem zukünftigen Lern- und Dokumentationszentrum Mittelbau-Dora, eine szenische Lesung von Imre Kertész Roman Liquidation Premiere haben. Das Datum der Lesung erinnert daran, dass sich 2004 zum 60. Mal die Ankunft der Transporte mit ungarischen Juden aus Auschwitz im Lager Dora jährt.
Kertész spielt in seinem jüngsten Roman Liquidation geschickt mit verschiedenen Zeit- und Erzählebenen, die sich überkreuzen und durchdringen und die Geschichte Ungarns vom nationalsozialistischen Terror über den Sozialismus bis heute erzählen. Bé, Schriftsteller und Überlebender des Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau, hat Selbstmord begangen. Sein Lektor und Freund Keser ist überzeugt davon, dass in seinem Nachlass das Manuskript eines entscheidenden Romans fehlt. Im gemeinsamen Freundeskreis stellt er Nachforschungen an. Immer mehr wird klar, dass Bés ganzes Leben um das Dasein als Überlebender und um den Umgang mit den Erinnerungen an die Vergangenheit des Holocaust gekreist ist.
Imre Kertész, geboren 1929 in Budapest, wurde 1944 nach Auschwitz deportiert und 1945 aus dem Konzentrationslager Buchenwald befreit. Er lebt als freier Schriftsteller und Übersetzer in Budapest. Weltweit bekannt wurde er erst nach der europäischen Wende mit seinem Roman eines Schicksalslosen. 2002 wurde er mit dem Nobelpreis für Literatur ausgezeichnet. In seinen Romanen beschäftigt sich Kertész mit dem Holocaust, dem Überleben und der Frage, wie das eigentlich unerzählbare Grauen erzählt werden kann.
Die szenische Lesung des Romans Liquidation wird im Juni 2004 im Neubau der KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora stattfinden. Vor 60 Jahren trafen hier Transporte mit ungarischen Juden aus Auschwitz-Birkenau ein. Der Neubau das zukünftige Lern- und Dokumentationszentrum Mittelbau-Dora wird mit der Theateraufführung zum ersten Mal seiner künftigen Rolle der historischen Auseinandersetzung gerecht. Die neue Dauerausstellung zur Geschichte des KZ Mittelbau-Dora wird in dem Raum, der nun der szenischen Lesung dient, im April 2006 eröffnet werden.
Nach der Premiere am 9. Juni wird die szenische Lesung noch an fünf weiteren Terminen im Neubau der KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora zu erleben sein. Die etwa zweistündige Aufführung wird am 10., 19. und 20. Juni um 20 Uhr und am 15. und 16. Juni um 11 Uhr wiederholt. Eintrittskarten sind beim Theater Nordhausen erhältlich. Einzelkarten werden zum Preis von 9 Euro (ermäßigt 7 Euro) angeboten, ab 30 Personen gibt es die Karten zum Gruppenrabatt für 8 Euro je Person. Jugendgruppen ab 10 Personen erhalten Eintrittskarten zum Einzelpreis von 5,50 Euro.
Zu den Abendvorstellungen am 9., 10., 19. und 20. Juni bietet die Gedenkstätte zusätzliche kostenfreie Führungen an. Die Führungen werden um 18 Uhr am (alten) Museum starten und den Besucherinnen und Besuchern die Geschichte des Konzentrationslagers in einem neunzigminütigen Rundgang über das Gelände und in die Stollenanlage näher bringen.


