Do, 18:18 Uhr
02.07.2015
Zu Hause fern der Heimat
Dieser Tage endet für viele die Schule und eine neue Generation drängt auf den Ausbildungsmarkt. Meistens sind die zukünftigen Azubis noch minderjährig, wer sich also weit weg von zu Hause verdingen will, der muss Unterkunft und Betreuung finden. In Nordhausen gibt es dafür das Berufsschulinternat, das heute seine Tore öffnete...
Für Jugendliche die ihre schulische Laufbahn mit dem Hauptschulabschluss oder der Realschule beenden stehen schon vor der Zeugnissübergabe große Entscheidungen an. Wie geht es weiter? Doch noch einmal die Schulbank drücken, oder lieber rein ins Arbeitsleben, rein in die Ausbildung?
Manche Branche würde es freuen wenn sich mehr Nachwuchskräfte für letztere Variante entscheiden würden, doch der Bedarf kann vor Ort kaum noch gedeckt werden, hört man immer öfter. Händeringend wird nach Fachkräften und Azubis gesucht, auch außerhalb der eigenen Region.
Nur sind die meisten Azubis noch minderjährig und ohne Führerschein. Will man seine Ausbildung also fern der Heimat antreten braucht man eine Unterkunft und Betreuung.
In Nordhausen übernimmt das das Berufsschulinternat und Jugendhostel am Taschenberg. Der Standort hat Tradition - wo vor dem Krieg das städtische Krankenhaus stand entstanden schon in den 50er Jahren des vergangenen Jahrhunderts Lehrlingsunterkünfte für die IFA.
Solche Einrichtungen können sich auch die größeren Unternehmen der Region heute zwar nicht mehr leisten, das Internat besteht aber noch immer. Betrieben wird das Haus inzwischen vom Verein Horizont und man nimmt nicht nur Azubis und Schüler auf, sondern auch Studenten, ist Teil Internat und Teil Jugendhostel.
Insgesamt 70 Betten werden in den beiden Häusern am Taschenberg und am Weinberg bereitgehalten, meisten sei die Auslastung ganz gut, sagte der Leiter des Internats Lothar Wagner, der mit seinen Kollegen heute Besucher durch die Gebäude führte. Regelmäßige Mahlzeiten, freies WLAN, pädagogische Betreuung - die jungen Azubis von außerhalb haben einen Ort an dem sie leben können ohne lange Fahrzeiten in Kauf nehmen zu müssen, und die daheimgebliebenen Eltern können etwas ruhiger schlafen, so die Idee des Internats.
Für Unternehmen wie Schachtbau sei die Einrichtung "attraktivitätsgebend", gäben Sicherheit und trügen zur Entscheidung bei der Wahl des Ausbildungsortes bei, sagte Rene Zimprich, Personalreferent bei Schachtbau, der mit seiner Kollegin gekommen war sich selbst einmal ein Bild von den Räumlichkeiten zu machen, in denen schon so mancher Schachtbau-Azubi gewohnt hat.
Ende vergangenen Jahres stand die Zukunft des Hauses dennoch auf der Kippe, die Zuschüsse des Landkreises wurden im Zuge des allgemeinen Sparzwangs in Frage gestellt, am Ende profitierte man von Ausschüttungen der Kreissparkasse. Dennoch muss man sich wirtschaftlicher aufstellen, auch deswegen öffnete man heute die Türen. Anja Barth, die im Horizont für das Marketing des Berufsschulinternats zuständig ist, sagte man wolle unabhängiger werden von Geldern, die von außen kommen. "Wir haben viele Kontakte zu Firmen die vom Haus angetan sind und neue Vertriebsstrukturen. Wir packen das".
Zukünfitgen Azubis wäre es zu wünschen, das Berufsschulinternat ist die einzige Einrichtung ihrer Art im Landkreis. Schafft man es in Nordhausen jetzt noch mehr Azubis und angehende Fachkräfte anzulocken, dann würde man sich nicht nur im Internat freuen, sondern auch in den Unternehmen.
Angelo Glashagel
Autor: redFür Jugendliche die ihre schulische Laufbahn mit dem Hauptschulabschluss oder der Realschule beenden stehen schon vor der Zeugnissübergabe große Entscheidungen an. Wie geht es weiter? Doch noch einmal die Schulbank drücken, oder lieber rein ins Arbeitsleben, rein in die Ausbildung?
Manche Branche würde es freuen wenn sich mehr Nachwuchskräfte für letztere Variante entscheiden würden, doch der Bedarf kann vor Ort kaum noch gedeckt werden, hört man immer öfter. Händeringend wird nach Fachkräften und Azubis gesucht, auch außerhalb der eigenen Region.
Nur sind die meisten Azubis noch minderjährig und ohne Führerschein. Will man seine Ausbildung also fern der Heimat antreten braucht man eine Unterkunft und Betreuung.
In Nordhausen übernimmt das das Berufsschulinternat und Jugendhostel am Taschenberg. Der Standort hat Tradition - wo vor dem Krieg das städtische Krankenhaus stand entstanden schon in den 50er Jahren des vergangenen Jahrhunderts Lehrlingsunterkünfte für die IFA.
Solche Einrichtungen können sich auch die größeren Unternehmen der Region heute zwar nicht mehr leisten, das Internat besteht aber noch immer. Betrieben wird das Haus inzwischen vom Verein Horizont und man nimmt nicht nur Azubis und Schüler auf, sondern auch Studenten, ist Teil Internat und Teil Jugendhostel.
Insgesamt 70 Betten werden in den beiden Häusern am Taschenberg und am Weinberg bereitgehalten, meisten sei die Auslastung ganz gut, sagte der Leiter des Internats Lothar Wagner, der mit seinen Kollegen heute Besucher durch die Gebäude führte. Regelmäßige Mahlzeiten, freies WLAN, pädagogische Betreuung - die jungen Azubis von außerhalb haben einen Ort an dem sie leben können ohne lange Fahrzeiten in Kauf nehmen zu müssen, und die daheimgebliebenen Eltern können etwas ruhiger schlafen, so die Idee des Internats.
Für Unternehmen wie Schachtbau sei die Einrichtung "attraktivitätsgebend", gäben Sicherheit und trügen zur Entscheidung bei der Wahl des Ausbildungsortes bei, sagte Rene Zimprich, Personalreferent bei Schachtbau, der mit seiner Kollegin gekommen war sich selbst einmal ein Bild von den Räumlichkeiten zu machen, in denen schon so mancher Schachtbau-Azubi gewohnt hat.
Ende vergangenen Jahres stand die Zukunft des Hauses dennoch auf der Kippe, die Zuschüsse des Landkreises wurden im Zuge des allgemeinen Sparzwangs in Frage gestellt, am Ende profitierte man von Ausschüttungen der Kreissparkasse. Dennoch muss man sich wirtschaftlicher aufstellen, auch deswegen öffnete man heute die Türen. Anja Barth, die im Horizont für das Marketing des Berufsschulinternats zuständig ist, sagte man wolle unabhängiger werden von Geldern, die von außen kommen. "Wir haben viele Kontakte zu Firmen die vom Haus angetan sind und neue Vertriebsstrukturen. Wir packen das".
Zukünfitgen Azubis wäre es zu wünschen, das Berufsschulinternat ist die einzige Einrichtung ihrer Art im Landkreis. Schafft man es in Nordhausen jetzt noch mehr Azubis und angehende Fachkräfte anzulocken, dann würde man sich nicht nur im Internat freuen, sondern auch in den Unternehmen.
Angelo Glashagel






