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Mi, 13:25 Uhr
24.06.2015

Tag der Architektur in Nordhausen

Immer am letzten Juniwochenende öffnen Bauherren die Türen, um gemeinsam mit ihren Planern ihre Vorhaben vorzustellen. Die Thüringer Architekten, Innen- und Landschaftsarchitekten sowie Stadtplaner beteiligen sich zum Tag der Architektur am kommenden Wochenende mit der Präsentation von 73 zeitgemäßen Bauwerken. Auch in Nordhausen werden wieder einige Objekte präsentiert...

Wie in den Vorjahren liegt der Schwerpunkt auf den Wohnungsbauten sowie den Kultur- und Bildungseinrichtungen, die zusammen weit mehr als die Hälfte aller Objekte ausmachen. Von hohem Interesse sind für das Publikum erfahrungsgemäß die Einfamilien- und Wohnhäuser, die vielfältige Anregungen für die eigenen Planungen liefern.

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„Mein Dank gilt in diesem Zusammenhang vor allem den Bauherren und Nutzern, die bereit sind, ihre ‚eigenen vier Wände für die Allgemeinheit zu öffnen und Einblicke ins ‚Private zu gewähren“, erklärt Dr. Hans-Gerd Schmidt, Präsident der Architektenkammer Thüringen.

Auch wenn die überwiegende Zahl der gezeigten Bauwerke Neubauten sind – und das wohlgemerkt entgegen des Trends, denn schon heute entfallen nahezu drei Viertel aller Leistungen im Wohnungsbau in Deutschland auf den Bestand –, können sich die Besucher am Tag der Architektur 2015 auch einen Überblick über den kreativen Umgang mit dem Bestehenden verschaffen.

In Nordhausen werden folgende Objekte präsentiert:

Anbau an der Biblitothek der Nordhäuser Hochschule (Foto: Architektenkammer Thüringen) Anbau an der Biblitothek der Nordhäuser Hochschule (Foto: Architektenkammer Thüringen)

Erweiterung der Hochschulbibliothek

Die steigende Studentenzahl und die Statik des Bestandes bildeten die Grundlage für die Erweiterung. Auflagen des Denkmalschutzes spiegeln sich im Entwurf wider. Der Baukörper besteht aus einem eingeschossigen, eingegrabenen Kubus, der sich zur Ostseite hin schräg öffnet und somit Blickbeziehungen aus der Bibliothek in den Freiraum und umgekehrt zulässt. Die Bücher werden so tagsüber und besonders nachts auch von außen als bedeutender Mittelpunkt erlebt. Ein gläserner Verbinder erschließt den Neubau. Die extensive Dachbegrünung lässt den Kubus in der Erde versinken und fließend in die Böschung übergehen. Auch die Eingangsebene erhält eine neue Gestalt und wird somit funktionaler, geräumiger und transparenter. Ein weiterer Aspekt der Sanierung des Bestandes ist die Barrierefreiheit: Das Bestandsgebäude erhält neben dem neuen Aufzug auch eine neue, auf die Anforderungen der UN-Behindertenkonvention angepasste Beschilderung, kontrastreiche Markierungen von Hindernissen sowie zusätzliche Handläufe.

Umbau Hochhaus am Grimmelhof

Realisiert wurden durch die Grimmelhof GmbH der Umbau und die Umnutzung eines leer stehenden Bürohochhauses aus den 1970er Jahren in der Innenstadt von Nordhausen. Das bestehende achtgeschossige Hochhaus wurde durch umfangreiche Baumaßnahmen komplett entkernt und umgestaltet zu einer Wohnanlage mit 33 barrierefreien Wohnungen unterschiedlicher Größe.

Hochhaus am Grimmelhof in Nordhausen (Foto: Tobias Winkler) Hochhaus am Grimmelhof in Nordhausen (Foto: Tobias Winkler) Erhalten blieb lediglich die Aluminiumfassade aus den 1990er Jahren. Vervollständigt wurde das Konzept „Wohnen mit Service“ mit einem Gemeinschaftsbereich für die Hausbewohner im Erdgeschoss und mit der Integration einer Apotheke im Untergeschoss. Wesentlich für die barrierefreien Mietwohnungen war die Gestaltung der Grundrisse in Nordsüdausrichtung und die Erschließung der Wohnungen über einen beheizten und verglasten Laubengang. Der neu entstandene und natürlich belichtete Laubengang in den Wohnebenen dient somit nicht nur zur Erschließung der Wohnungen, sondern auch als Aufenthaltsort und der Kommunikation.

Umbau medizinische Fachschule

Das Gebäude wurde in den 1970er Jahren als Typenschulbau errichtet. Der zweite und dritte Trakt wurden bereits 2010 saniert und beinhalten Seminarräume. Der Haupteingang befindet sich am Verbinder, dem zweiten Trakt. Der vordere, viergeschossige Riegel wurde jetzt zu 27 Wohnungen, Apartments und Wohngemeinschaften umgebaut. Die bestehende Tragkonstruktion aus Stahlbetonelementen blieb erhalten. Ergänzt wurden Stahlrahmen und Trockenbauwände in den Klassenräumen, um wohnungstypische Raumaufteilungen zu erhalten und die Decken statisch zu ertüchtigen.

Umbau der medizinischen Fachschule (Foto: Architektenkammer Thüringen) Umbau der medizinischen Fachschule (Foto: Architektenkammer Thüringen)

Die drei Treppenhäuser erhielten direkte Gebäudezugänge. Am Westtreppenhaus wurde ein Aufzug angebaut. Über diesen sind fast alle Wohneinheiten, der Verbinder sowie der Seminarbereich erreichbar. Die Außenwände haben eine Wärmedämmverbundsystemfassade erhalten. Das Flachdach wurde als Bitumenwarmdach saniert. Alle Wohneinheiten sind mit farbig verglasten Balkonen versehen, die ostseitig die Ankommenden schon aus der Ferne begrüßen.

Altendorf 41

Das „Haus Altendorf 41“ ist Bestandteil des Denkmalensembles „Altendorf“. Die straßenseitige, gründerzeitliche Fassade mit Jugendstilelementen konnte erhalten werden und wurde aufwendig saniert. Eingriffe aus den 1990er Jahren im Bereich der Ladenfront wurden entfernt. Die beiden Seitenflügel des Gebäudes mussten aufgrund der vorhandenen Bauschäden zum Teil abgebrochen und wieder hergestellt werden.

Altendorf 41 (Foto: Matthias Wagner) Altendorf 41 (Foto: Matthias Wagner) Im Inneren wurden die Holzbalkendecken teils erneuert und ergänzt. Zudem war eine sorgfältige Hausschwammbekämpfung erforderlich. Die Treppenhauswände mussten aus Gründen des Brandschutzes abgebrochen und neu aufgemauert werden. Gleichzeitig wurde die historische Holztreppe erhalten. Im Erdgeschoss befindet sich nun wieder ein Geschäft. Im hinteren Bereich (Seitenflügel) wurde ein kleines Apartment von circa 30 Quadratmeter errichtet. Die drei Wohnungen in den Geschossen darüber wurden zu Vierraumwohnungen mit einem Balkon ausgebaut. Der Hof wurde neu gestaltet und dient der gemeinsamen Nutzung.

Neubau Landmaschinenbetrieb

Im Gewerbegebiet „Brühl“ in Hesserode, auf einer Fläche von circa 20.000 Quadratmeter, ist ein moderner Landmaschinenbetrieb entstanden. Die Vorgaben der Bauherren bestanden darin, ein Hauptgebäude und eine Kalthalle zu entwerfen, die sowohl funktionalen als auch architektonischen Ansprüchen gerecht werden. Im Hauptgebäude wurden die Nutzungen, wie Ausstellungsraum, Lager, Werkstattraum und ein Bürotrakt mit Sozialräumen, untergebracht.

Neubau Landmaschinenbetrieb in Hesserode (Foto: Matthias Wagner) Neubau Landmaschinenbetrieb in Hesserode (Foto: Matthias Wagner)

Um die lange Fassadenfläche des Hauptgebäudes von 61 Meter aufzulockern, wurden die einzelnen Nutzungsbereiche durch Vor- und Rücksprünge definiert. Die auskragenden Dachüberstände in Verbindung mit den Leimholzbindern spiegeln das ländliche Bauen wider. Die Kalthalle im hinteren Bereich des Grundstückes dient als Abstellhalle und überdachter Waschplatz. Die eingesetzten Materialien beschränken sich auf Beton, Trapezblech, Leimholz und die Pfosten-Riegel-Fassade. Der Bürotrakt wurde konventionell mit Porotonziegeln und Wärmedämmverbundsystem hergestellt.

Für die Planung der individuellen Besichtigungstour stehen dem interessierten Besucher wie im Vorjahr mehrere Hilfsmittel zur Verfügung: Von zu Hause aus bietet sich ein Besuch der Website www.architekten-thueringen.de/tda/ samt Merkliste und Routenplaner an. Die kostenfreie App „Tag der Architektur“ erleichtert ebenso wie die für mobile Anwendungen optimierte Website mobil.tag-der-architektur.de das Auffinden der Projekte von unterwegs.
Autor: red

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