Alle Politker sind zu faul...
...und verdienen zu viel Geld. Kaum eine Berufsgruppe genießt in der breiten Bevölkerung so wenig ansehen wie die Berufspolitiker - Unfähigkeit, Gier, Faulheit, Machtstreben, Korruption - die Liste der Vorurteile ist lang. Einige der Damen und Herren wollen sich mit dem Thema demnächst auseinandersetzen - auf die etwas andere Art...
Die Landtagsabgeordnete Katja Mitteldorf (DIE LINKE) lädt kommende Woche zu einer etwas anderen Veranstaltung ein. Im Theaterrestaurant DaCapo werden Mitteldorf und Politikerinnen und Politiker anderer Parteien vermeintlichen Politiker- Mythen mit einem Augenzwinkern im Rahmen einer szenischen Lesung auf den Grund gehen.
Die verdienen doch viel zu viel, Hauptsache das Geld in der eigenen Tasche stimmt, Erst kommen die eigenen Diäten, dann große Firmen und irgendwann wir. Diese Aussagen liest man immer häufiger auf Internetplattformen oder in Zeitungen. Sie alle beziehen sich auf die Menschen, welche die Geschicke unseres Staates oder auch unserer Kommune leiten – die Politiker. Doch sind denn alle Politiker wirklich korrupt, faul und achten immer nur auf das eigene Portemonnaie? Kommt der kleine Bürger immer zuletzt? Und kann man sich eigentlich als Kommunalpolitiker eine goldene Nase verdienen?
Was dran ist an den Vorurteilen das werden neben Katja Mitteldorf auch Christa Biesenbach (CDU), Franka Hitzing (FDP), Georg Müller (SPD) und Holger Richter (Bündnis 90/ Die Grünen) erkunden. Los geht es am 22. Juni ab 18 Uhr im Theaterrestaurant DaCapo.
Die Veranstaltung ist öffentlich, der Eintritt ist frei.
Autor: red
Kommentare
Aus die Maus
15.06.2015, 15:36 Uhr
Politiker
Politiker wollen uns von Politikern überzeugen.
Viel Spaß.
Nordhäuser Freiheit
15.06.2015, 16:01 Uhr
Klüngelüngelüng: Der Gipfel des Zynismus der Nordhäuser Parteien
Politiker (hochbezahlt) laden ein zu einer munteren Rund zum Thema Mein Job ist so schwer.
Ob jene Frauen oder Männer, die Tag für Tag acht Stunden oder mehr am Band stehen und hinterher noch Haushalt oder Familie versorgen, auch Zeit haben, zu solch einer inhaltsleeren PR-Veranstaltung einzuladen, um von ihrer Arbeit zu erzählen?
Auch dies wieder ein Beispiel für die alltägliche Arroganz und Banalität des Nordhäuser Systems . Und Zynismus pur.
98maschr
15.06.2015, 16:13 Uhr
Unwissenheit
Fähige Leute gehen in die Wirtschaft und nicht in die Politik. Warum? Weil in der Wirtschaft viel mehr verdient wird. Aber wie man an den Vorkommentatoren sieht, sind die Vorurteile wirklich verbreitet -.-
Nordhäuser Freiheit
15.06.2015, 16:37 Uhr
Danke für die maschr: Die Fähigen sind woanders
Sie bestätigen es 98maschr: Viele gehen in die Politik, mangels qualifizierter Berifsabschlüsse oder weil sie in der Wirtschaft aus sonstigen Gründen nicht gewollt sind.
Ich möchte aber nicht pauschalisieren, weil es auch ernst zu nehmende Politiker gibt.
Übrigens halte ich den Verdienst von 5586 Euro plus bis zu 2300 Euro Kostenpauschale eines Thüringer Landtagsabgeordneten für durchaus viel Geld. Macht in Summe rund 8000 Euro.
Das hat in der Wirtschaft wohl nicht jeder.
murmeltier
15.06.2015, 16:53 Uhr
Meinung
Die Meinung, die ein Teil der Bevölkerung von Politikern hat, kommt ja nicht von ungefähr. Diätenerhöhungen werden immer durch gewunken. Bei Sitzungen im Bundestag verschiedentlich gähnende Leere, ober Abgeordnete die Zeitung lesen oder mit ihren Handy beschäftigt sind. Wenn ein Politiker tatsächlich 10 Stunden und mehr am Tag arbeitet, ist diese "Arbeitsintensität" nicht bis über 65 oder 70 oder noch älter auszuhalten. Ich hatte Mal einen Job, wo ich früh 5.00 Uhr mit dem Zug zur Arbeit gefahren bin und abends 19.00 Uhr wieder zu Hause. Das war nicht länger als drei Jahre auszuhalten!
Eckenblitz
15.06.2015, 16:57 Uhr
Alle Politker sind zu faul...
mehr demokratie in thüringer kommunen, starke kommunen brauchen starke bürger. das sind statements von politikern. wohlklingende worte, aber wie sieht es in wahrheit aus.
demokratie geht nur soweit, wie es der politik gut tut, oder? mit starken bürgern sind wohl finanzstarke bürger gemeint, die genug geld haben, um die vielen fehlentscheidungen der politik dann auch zu bezahlen, mit erhöhungen von gebühren und steuern, oder?
hoch lebe die unbürokratische, demokratische und superschwere politik, oder?
Hans Dittmar
16.06.2015, 14:02 Uhr
Politiker und viel Geld
Wenn man einige Kommentatoren liest, sieht man schon, das es fehlende Kenntnis gibt, was keine böse Unterstellung ist. Natürlich hat Frau Mitteldorf das obengenannte Einkommen, doch von der Pauschale müssen Büro und Mitarbeitergehalt bezahlt werden, und dann natürlich noch versteuern. Ohne Frage, ein Arbeiter bekommt das in 2-3 Monaten.
Jedoch denke ich, geht es bei dieser Veranstaltung um Kommunalpolitik. Denn die anderen Gesprächspartner sind keine Berufspolitiker, sondern bekleiden ein Ehrenamt!
Damit keine Unklarheiten entstehen, laut Hauptsatzung von Stadt und Kreis bekommt ein Stadtrat 128 Euro und ein Kreistagsmitglied 178 Euro (richtet sich nach Einwohnerzahl) plus jeweils 16 Euro je Sitzung. Dafür binden sich die Kommunalpolitiker eine strammes Pensum mit gut 10-30 Stunden je Woche ans Knie. Die genannten Gelder sind kein Gehalt sondern eine Aufwandsentschädigung bzw. Ersatz für Verdienstausfall, denn viele Sitzungen fallen in die Arbeitszeit rein und der Arbeitgeber muß den Leuten freigeben bzw. diese müsse frei nehmen. Bedenkt man dass eine Sitzung mindestens 2 Stunden geht, der Stadtrat in der Regel 4 Stunden, liegt man mit 16 Euro Entschädigung / Sitzung doch deutlich unterm Mindestlohn.
Also den Streß neben einem beruflichen Leben will ich mir nicht antun, finde es eh besser hier als Kommentator die Ratschläge zu geben.
Nordhäuser Freiheit
16.06.2015, 15:18 Uhr
Herr Dittmar, es geht um die Selbstvermarktung
Eine Entschädigung, Herr Dittmar, haben wohl die Bürger verdient für das, was ihnen in der Lokalpolitik zugemutet wird. Jüngster Höhepunkt waren wohl die beiden Kandidaten zur Landratswahl.
Und ich bleib dabei: Die Veranstaltung ist eine inhaltsleere Inszenierung. Statt sich selbst zu feiern, sollten die Damen und Herren mal arbeiten und nicht zu Plauderstunden im eigenen Interesse einladen .
krümel
16.06.2015, 17:15 Uhr
Grundentschädigung
Sehr geehrter Herr Dittmar,
der von Ihnen angegeben Betrag ist die Grundentschädigung, welche z.B. jeder Stadtrat erhält.
Für Fraktionsvorsitz, Ausschussvorsitz, Aufsichtsrats-, Weksausschussmitgliedschaft, Stellvertreterposten u.a. gibt es dazu noch schöne Sümmchen, so dass es Stadträte gibt, welche zusätzlich noch Aufwandsentschädigungen über 2000€ im Monat erhalten.
Zum eigentlichen Einkommen.
Da frage ich mich, wieviel Zeit da investiert wird, um dieses zu rechtfertigen!
Also, so ganz bescheiden ist es da nicht bei jedem...
Zukunft
16.06.2015, 17:31 Uhr
Wollen
Wer sich in den Landtag oder Stadtrat wählen lässt, will das so. Denn er lässt sich auf eine Liste setzen. Wenn er sich auf die Wahlliste setzen lässt, weiß, was er an "Geld" bekommt. Wenn ich mir das Durchschnittsalter im Stadtrat ansehe, ist es sicherlich über 60 Jahre, oder? Da brauchen wahrscheinlich die wenigsten eine Freistellung vom Arbeitgeber.
Die Sitzungen fangen ja auch erst 16.00 Uhr oder später an. Die meisten im Stadtrat sind nicht neu, sondern sitzen seit Jahren in diesem Gremium und Wissen was an "Arbeit" auf sie zukommt. Und an den Kommentator "Dittmar" , vielleicht kann er erklären, wenn in all den Gremien doch so hart gearbeitet wird, wieso sind Landkreis und Stadt fast "pleite"?
HolRic
16.06.2015, 20:34 Uhr
Getroffene unde bellen :-)
Deshalb melde ich mich mal zu Wort. Nein, nicht um meine horrende Aufwandsentschädigung oder meine wenige geleistete Arbeit, die ich durch Faulheit organisiere, zu verteidigen. Vielmehr getroffen dadurch, dass leider Polemik mehr Gehör als Argumente finden und dies langsam an unserem Bildungs- und Umgangsniveau zweifeln lässt.
Es ist doch völlig legitim, eine eigene Meinung zu Politikern und auch der Angemessenheit von Gehältern, Diäten, Aufwandsentschädigungen zu haben. Aber man sollte dabei nicht vergessen, zu differenzieren:
Als Stadtrat auf insgesamt 2.000 Euro zu kommen ist natürlich möglich. Das bekommen doch fast alle, oder?! Dafür muss man schließlich nur Stadtrat, FraVo, Vorsitzender des Stadtrates, 1. Ehrenamtl. Beigeordneter, Ortsteilbürgermeister in Bielen und Vorsitzender in ALLEN Ausschüssen sein. Gut, dann noch ab in alle Aufsichtsräte, damit man nicht so viel zu anderen Sitzungen rennen muss :-) Aber: Polemik und Halbwissen darf man natürlich verbreiten.
Noch ein aber: Dazu wären wir doch sowieso alle zu faul, oder?
Ich persönlich erhalte 128,- Euro als Stadtrat, 135,- Euro als Fraktionsvorsitzender und 50,- als Aufsichtsrat der SWG. Das ist wirklich viel für ein Ehrenamt. Das streite ich nicht ab und über die Höhe, zumindest die "doppelte Honorierung" in Form einer Pauschale und Sitzungsgeld lässt sich trefflich streiten. Das meiste meiner Entschädigungen kommt dem Nordhäuser Gemeinwohl, also Vereinen, Initiativen und anderen Spendenaktionen zugute. Aber das muss jeder Mandatsträger für sich entscheiden.
Nebenher gehe ich mit Leidenschaft auch noch einer beruflichen Tätigkeit in Vollzeit nach, bei der ich Freitags nur in glücklichen Ausnahmefällen mal mit 40 Wochenstunden einen Schlussstrich ziehe.
Noch daneben habe ich übrigens Familie. Aber mich darum zu kümmern und vielleicht zu Hause auch noch den Rasen zu mähen, dafür bin ich wirklich zu faul. So verdiene ich lieber zuviel Geld und flüchte mich in Sitzungen und Ausschüsse :-)
Ich freue mich auf Ihrer aller Teilnahme am 22.06., dann können wir gern weiter plaudern.
Mit freundlichen Grüßen
Holger Richter
krümel
17.06.2015, 08:22 Uhr
Transparenz
Sehr geehrter Herr Richter,
es ist leider ein großes Geheimnis, welches aus den gesamten Funktionen, Posten und den damit verbundenen Entschädigungen, auch in unserer kleinen Stadt Nordhausen, gemacht wird.
Warum gibt es nicht im Rahmen der Transparenz eine klare Auflistung der Funktionen der einzelnen Abgeordneten, inklusive der damit verbundenen Entschädigungen, welche öffentlich einsehbar ist? Damit könnte der Wähler auch einschätzen, welcher Abgeordnete sich wo einsetzen kann oder es nicht gemacht hat.
Oder ist es nicht gewünscht, öffentlich zu machen, dass solche Zahlen nicht auf Halbwissen beruhen?
Ich habe auch nicht im Geringsten angedeutet, dass jeder Stadtrat viel Geld bekommt!
HolRic
17.06.2015, 16:29 Uhr
Diese Transparenz gibt es
Sehr geehrte/r "Krümel",
diese Transparenz gibt es in unserer Fraktion, Unter www.stadtrat-nordhausen.de finden Sie alle Mitgliedschaften in Ausschüssen, Aufsichtsräten etc.
Sie finden diese Information öffentlich zugänglich auch für ALLE Mandatsträger im Ratsinformationssystem der Stadt. Dann können Sie frei entscheiden, welchen Stadtrat Sie für welche Frage/Anliegen ansprechen. Auch Kontaktdaten sind dort meistens hinterlegt.
Die Höhe der Entschädigungen veröffentlichen einige auf eigenen Webseiten, Sie können aber auch diese der Hauptsatzung und der Beteiligungsrichtlinie entnehmen. Auch diese Dokumente sind öffentlich.
Weitere Fragen können Sie mir gern am 22.06. persönlich oder per Email (zu finden auf o.g. Website) stellen.
Mit transparenten Grüßen,
Holger Richter
Eckenblitz
17.06.2015, 20:35 Uhr
Erstaunlich
wie manche personen immer wieder den versuch unternehmen, den damen und herren aus dem politischem milieu eine blütenweiße weste zu beschaffen. wenn man das alles so liest kommt man fast zu der ÜBERZEUGUNG in der politik geht alles mit rechten dingen zu. Ich wünschte es ist so, allein mir fehlt der glaube.
Kommentare sind zu diesem Artikel nicht mehr möglich.
Es gibt kein Recht auf Veröffentlichung.
Beachten Sie, dass die Redaktion unpassende, inhaltlose oder beleidigende Kommentare entfernen kann und wird.