Do, 15:43 Uhr
11.06.2015
Fast jeder Zehnte im Landkreis ist überschuldet
In Landkreis Nordhausen ist fast jeder zehnte Einwohner überschuldet. Das stellte Creditreform in seinem jährlich veröffentlichten SchuldnerAtlas für 2014 vor...
Die Verschuldungsquote beträgt danach 9,82 Prozent und liegt damit deutlich über dem Landesschnitt Thüringen, der bei 9,07 Prozent ausgewiesen wird. Die Quote ist auch gegenüber dem Vorjahr um 0,35 Prozent gestiegen.
Nicht nur das die Überschuldungsquote steigt, auch sind die Problemlagen der Schuldner immer komplexer, so schätzen das die Beraterinnen der Schuldnerberatungsstelle der Arbeiterwohlfahrt in Nordhausen ein.
Hauptauslöser für Überschuldung sind nach der Statistik der AWO Arbeitslosigkeit, Trennung bzw. Scheidung, Niedriglöhne und gescheiterte Selbstständigkeit. Die bundesweite Aktionswoche der Schuldnerberatung vom 15. bis 20. Juni steht unter dem Motto Arm und überschuldet-trotz Arbeit. Von Überschuldung besonders betroffen sind nicht nur Menschen in speziellen sozialen Situationen. Das Problem zieht sich vielmehr durch alle gesellschaftlichen Schichten und hat weitreichende soziale Folgen für den Einzelnen sowie das familiäre Umfeld.
Viele leiden unter gesundheitlichen Problemen wie Angstzuständen oder Suchterkrankungen. Die Beraterinnen müssen auch diese Problemfelder für eine nachhaltige Regulierung der Schulden im Blick haben. Oft werden andere soziale Hilfsangebote vermittelt. Momentan finanziert das Land eine volle Beratungsstelle je 100 000 Einwohner. Gezahlt wird aber ausschließlich für die Verbraucherinsolvenzberatung.
Die Schuldnerberatung finanziert dagegen die Kommune und das im Landkreis Nordhausen ausschließlich für Empfänger von Harz IV und Sozialhilfe. Gegenwärtig verzeichnet die Beratungsstelle 380 Fälle in der laufenden Beratung. Schon jetzt wurden in den ersten Monaten des Jahres deutlich mehr neue Fälle aufgenommen als im gleichen Zeitraum des Vorjahres und das bei reduzierter Finanzierung durch das Land und den Landkreis.
Auf Unverständnis stößt bei den AWO-Mitarbeitern die in den Medien immer wieder betonte gesunkene Zahl der Verbraucherinsolvenzen und die falsche Schlussfolgerung, dass auch die Zahl der Überschuldeten sinken würde. Wenn die Schuldnerberatung als Vorbereiter der Insolvenzanträge besser besetzt wäre, könnten auch mehr Insolvenzanträge bearbeitet werden.
Da aber wegen fehlender finanziellen Mitteln die Stunden der Beraterinnen reduziert werden mussten, sind die Grenzen der Belastbarkeit schon lange erreicht. Das alles interessiert aber die betroffenen Menschen nicht. Sie suchen die Beratungsstelle mit der Hoffnung auf sofortige Hilfe auf.
In der wöchentlichen Telefonberatung werden zunächst die dringendsten Probleme beraten, die den Schuldnern auf der Seele liegen und so manchen nicht mehr ruhig schlafen lassen. Überschuldung kann jeden treffen. Deshalb geht der Appell an die Verantwortlichen im Landkreis und im Land, den Trägern dieses Beratungsangebotes die Unterstützung zu gewährleisten, die die hochqualifizierten Fachkräfte verdienen, um den Betroffenen die nötige Hilfe zu gewährleisten.
Autor: redDie Verschuldungsquote beträgt danach 9,82 Prozent und liegt damit deutlich über dem Landesschnitt Thüringen, der bei 9,07 Prozent ausgewiesen wird. Die Quote ist auch gegenüber dem Vorjahr um 0,35 Prozent gestiegen.
Nicht nur das die Überschuldungsquote steigt, auch sind die Problemlagen der Schuldner immer komplexer, so schätzen das die Beraterinnen der Schuldnerberatungsstelle der Arbeiterwohlfahrt in Nordhausen ein.
Hauptauslöser für Überschuldung sind nach der Statistik der AWO Arbeitslosigkeit, Trennung bzw. Scheidung, Niedriglöhne und gescheiterte Selbstständigkeit. Die bundesweite Aktionswoche der Schuldnerberatung vom 15. bis 20. Juni steht unter dem Motto Arm und überschuldet-trotz Arbeit. Von Überschuldung besonders betroffen sind nicht nur Menschen in speziellen sozialen Situationen. Das Problem zieht sich vielmehr durch alle gesellschaftlichen Schichten und hat weitreichende soziale Folgen für den Einzelnen sowie das familiäre Umfeld.
Viele leiden unter gesundheitlichen Problemen wie Angstzuständen oder Suchterkrankungen. Die Beraterinnen müssen auch diese Problemfelder für eine nachhaltige Regulierung der Schulden im Blick haben. Oft werden andere soziale Hilfsangebote vermittelt. Momentan finanziert das Land eine volle Beratungsstelle je 100 000 Einwohner. Gezahlt wird aber ausschließlich für die Verbraucherinsolvenzberatung.
Die Schuldnerberatung finanziert dagegen die Kommune und das im Landkreis Nordhausen ausschließlich für Empfänger von Harz IV und Sozialhilfe. Gegenwärtig verzeichnet die Beratungsstelle 380 Fälle in der laufenden Beratung. Schon jetzt wurden in den ersten Monaten des Jahres deutlich mehr neue Fälle aufgenommen als im gleichen Zeitraum des Vorjahres und das bei reduzierter Finanzierung durch das Land und den Landkreis.
Auf Unverständnis stößt bei den AWO-Mitarbeitern die in den Medien immer wieder betonte gesunkene Zahl der Verbraucherinsolvenzen und die falsche Schlussfolgerung, dass auch die Zahl der Überschuldeten sinken würde. Wenn die Schuldnerberatung als Vorbereiter der Insolvenzanträge besser besetzt wäre, könnten auch mehr Insolvenzanträge bearbeitet werden.
Da aber wegen fehlender finanziellen Mitteln die Stunden der Beraterinnen reduziert werden mussten, sind die Grenzen der Belastbarkeit schon lange erreicht. Das alles interessiert aber die betroffenen Menschen nicht. Sie suchen die Beratungsstelle mit der Hoffnung auf sofortige Hilfe auf.
In der wöchentlichen Telefonberatung werden zunächst die dringendsten Probleme beraten, die den Schuldnern auf der Seele liegen und so manchen nicht mehr ruhig schlafen lassen. Überschuldung kann jeden treffen. Deshalb geht der Appell an die Verantwortlichen im Landkreis und im Land, den Trägern dieses Beratungsangebotes die Unterstützung zu gewährleisten, die die hochqualifizierten Fachkräfte verdienen, um den Betroffenen die nötige Hilfe zu gewährleisten.

