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Mo, 12:00 Uhr
01.06.2015

nnz-Forum: Ohne Moos auch im KILA nichts los

Auch wenn der Nordhäuser Kinder Kirchen Laden mit über zwanzig ehrenamtlichen Mitarbeitern in der glücklichen Lage ist den Großteil der geleisteten Arbeit nicht finanziell erstatten zu müssen, hat die stätische Finanzkrise destruktive Auswirkungen...


Ganz ohne hauptamtliche Arbeit ist ein Kinderzentrum nicht am Leben zu erhalten und es gibt immer Arbeiten, die sind so wenig attraktiv oder auch so anspruchsvoll dass sie in der Verantwortung der beiden Angestellten liegen.

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Genau diese Angestellten sind bisher die Leidtragenden. Auf ihnen allein lastet das Risiko das sie am Ende des Jahres trotz vollem Einsatz nur die Hälfte des ihnen zustehenden Gehaltes bekommen haben werden, ganz einfach weil das dafür vorgesehene städtische Geld nicht ausgezahlt werden kann.

Wie lange die Angestellten bereit und in der Lage sind, dieses Risiko zu tragen bzw. die Verluste in Kauf zu nehmen, ist allein ihr Problem. "Das empfinden wir natürlich als sehr unfaire Situation", so Gemeindepädagoge Frank Tuschy als einer der beiden Betroffenen, der nicht nur sich, sondern auch seine Familie mit vier Kindern mit seinem Einkommen durchbringen muss.

Man stelle sich nur einmal vor, der Bürgermeister oder die städtischen Angestellten würden vor die Wahl gestellt, sich mit einem halben Gehalt zu begnügen oder ihren Arbeitsplatz ganz aufzugeben. Ob dann nicht plötzlich mehr Aktivitäten in Gang kämen, um die anstehenden Probleme zu lösen?

Dabei zahlt jetzt schon der Kirchenkreis jährlich über die Hälfte der für den KILA anfallenden Kosten. Einen weiteren großen Anteil trägt der KILA durch Eigenmittel, die über den Büchermarkt oder das Cafe KILA beim Weihnachtsmarkt erwirtschaftet werden. Dass es Möglichkeiten gäbe, die Hürden zu überwinden, davon ist nicht nur Frank Tuschy überzeugt.

Wo ein Wille ist, da findet sich auch ein Weg. Es hätte gereicht, als die Situation sich abzuzeichnen begann, Verträge mit den freien Trägern zu schließen und schon wäre die Gesetzeslage eine gänzlich andere. Für die Zukunft scheinen solche Verträge das Mittel der Wahl zu sein um solche Sackgassen in Zukunft zu vermeiden.

Die Hoffnung nicht nur des KILA liegt daher auch auf den Verantwortlichen im Landkreis, die zumindest mündlich zugesagt haben, ihren Anteil für die Jugendhilfe auch wie bisher beizutagen. Allerdings fehlt auch hier noch der beschlossene Haushalt.

Wie es im KILA weiter geht ist derzeit also alles andere alles gewiss. Auf Dauer wird man die Situation nicht allein auf dem Rücken der Angestellten austragen können. Früher oder später wird das für Kinder, Jugendliche und Familien Konsequenzen haben.

Für das Handwerkercamp in den Sommerferien zum Beispiel haben sich jetzt schon über 150 Kinder und Jugendliche angemeldet. Wie eine solche Unternehmung mit zwei „Halbtagsangestellten“ gestemmt werden soll, ist nicht nur den unmittelbar Beteiligten eine schmerzliche Frage.
Frank Tuschy
Autor: red

Anmerkung der Redaktion:
Die im Forum dargestellten Äußerungen und Meinungen sind nicht unbedingt mit denen der Redaktion identisch. Für den Inhalt ist der Verfasser verantwortlich. Die Redaktion behält sich das Recht auf Kürzungen vor.
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Kommentare
othello
01.06.2015, 14:07 Uhr
Herr Tuschy als Angestellter der Stadt ?
Als Normalbürger der Stadt Nordhausen sind mir auch die Aktivitäten des Herrn Tuschy, sein Arrangement für Kinder und Jugendliche nicht entgangen. Damit eng verbunden auch sein Bemühen das „ Wort Gottes“ vor allem an die Kinder und Jugendlichen zu vermitteln. Dieses ist alles eng verbunden und auch seine Hauptaufgabe.

Durch sein Handeln und seine öffentlichen Auftritte auch in der Presse, kommt er seiner Hauptaufgabe sehr gut nach. Viel Lob und Anerkennung sind ihm gewiss. Er ist Gemeindepädagoge und verantwortlich auch für den Kinderkirchenladen mit einem weiteren bezahlten hauptamtlichen Mitarbeiter. Wohlgemerkt, zwei bezahlte Angestellte der Kirchengemeinde, mit einem wie auch immer gearteten Missionsauftrag.

Nun aber werde ich überrascht mit der Tatsache, dass er selbst und ein weiterer Mitarbeiter zu 50% von der Stadt Nordhausen bezahlt wird. Somit fühle ich mich von diesen Einrichtungen getäuscht, weil dem Normalbürger hier vorgetäuscht wird, dass die Kirche ( hier die Nordhäuser Kirchengemeinde) dieses Arrangement selbst, auch finanziell, verantwortet. Schlimm ist auch, dass Herr Tuschy in seinem Beitrag suggeriert, dass auf der einen Seite die böse Stadtverwaltung steht und auf der anderen Seite die ach so gemeinnützige, uneigennützige Kirchengemeinde.

Wenn ich etwas zu sagen hätte, würde ich vorschlagen, dass sie, Herr Tuschy, mit ihrem Missionsauftrag, vor allem der christlichen Indoktrination der Kinder und Jugendlichen, von der auftraggebenden Kirche bezahlt werden, und nicht aus der klammen Stadtkasse.Sie Herr Tuschy vertreten keinen „ normalen Verein“ der sich um Kinder und Jugendliche kümmert, der eine volle Unterstützung auch der Stadt verdient, sondern Sie vertreten eine Einrichtung mit klarem missionarischen Auftrag, der gefälligst auch vom Auftraggeber, nämlich der Kirche bezahlt werden sollte. Kleine Zuschüsse, auch aus der Stadt sollten davon nicht betroffen sein, diese gönne ich auch Ihnen !
murmeltier
01.06.2015, 18:02 Uhr
Verträge
Warum soll die Stadt Verträge mit Vereinen schließen? Dann können die zwei Mitarbeiter ja auch gleich von der Stadt angestellt werden. Warum soll die Stadt einen Kinder-Kirchen-Laden unterstützen? Das ist nicht ihre Aufgabe.

Wenn die Stadtverwaltung in den vergangenen Jahren nur ihre eigentlichen Aufgaben wahr genommen hätte, wäre diese Finanzmisere wahrscheinlich nicht entstanden. Man hätte vielleicht Mal, wie Otto-Normal-Bürger, sparen können.

Der Landkreis ist Träger der Jugendhilfe, die Stadt nicht. Die Stadt muss die Jugendarbeit nicht unterstützen, dass ist eine freiwillige Aufgabe, aber der Landkreis schon. Herr Jendricke wird es schon richten, als Finanzexperte.
Pe_rle
01.06.2015, 20:47 Uhr
50% Jobs
stammen diese 2 50% Jobs vieleicht noch aus der Ära Rinke??
OB und Blasikirche/KKL daneben ,man kann ja mal darüber nachdenken
Hier in Nordhausen ist ja Kirche und Politik verwachsen
Gudrun1974
01.06.2015, 21:32 Uhr
Die Arbeit des KILAs ist gut ...
... wer anderes sagt, weiß nicht Bescheid. Hier werden Kinder und Jugendliche nicht “bespielt; sondern mit guten, bodenständigen Angeboten begeistert und zum Mitmachen und Selber-Entdecken sowie “Lernen durch Tun“ animiert. Das Angebot des KILA halte ich aus mehrfacher eigener Erfahrung für eines der besten in der Stadt.

Das Kinder hier “missioniert“ ist kompletter Nonsens; das Werte vermittelt werden, stimmt. Das schadet ja wohl nicht.
Motte83
01.06.2015, 22:40 Uhr
Auch die Arbeit des Kila...
... ist ein wichtiger Teil der Jugendarbeit in der Stadt. Aber zum Artikel und der doch durchaus vorwurfsvollen Tonalität habe ich schon Anmerkungen:

- Seit wann tragen Mitarbeiter mit geltendem Arbeitsvertrag das Risiko, für ein halbes Gehalt zu arbeiten, wenn keine Fördermittel kommen? Das ist arbeitsrechtlich nicht zu machen, zumal die Kirche tarifgebunden ist. Frei nach dem Motto: Du bekommst ein halbes Gehalt und wenn die Stadt zahlt nochmals die Hälfte drauf, geht vertraglich nicht einmal im kirchlichen Arbeitsrecht. Dies muss eine übertriebene und wissentliche Fehlinformation sein, um auf die Tränendrüse zu drücken. Bei Wegfall der Finanzierung kann allerdings ein Mitarbeiter durchaus arbeitslos werden. Bis dahin trägt der Arbeitgeber aber das Risiko ausbleibender Finanzierung.

- Die von der Stadt geforderten Finanzierungsverträge für die Jugendarbeit sichern zwar die Finanzierung der Träger, aber das Defizit im Stadthaushalt wäre noch größer. Denn dann kommt die Stadt aus der Zahlungspflicht gar nicht heraus. Das wäre nun auch keine nachhaltige Lösung.

- Es handelte sich um einen freiwilligen Zuschuss seitens der Stadt. Klar war der wichtig und gut. Klar war der existenziell und sollte der Zuschuss weiter geleistet werden.

ABER: In der Bringschuld ist der Landkreis und der reicht gerade mal die vom Land gezahlte Jugendpauschale durch. Demnach leistet der Landkreis schon seit Jahren nichts freiwillig, aber die Stadt hat es getan. Böse ist jetzt die Stadt???

Die Förderung der Jugendarbeit ist wirklich wichtig! Aber die Kirche sollte hier nicht mit Fehlinformationen für zusätzliche Frustration sorgen. Das hilft keinem Kind weiter!!!
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