eic kyf msh nnz uhz tv nt
Anzeige symplr (4)
Mo, 09:00 Uhr
24.05.2004

nnz-doku: Offener Brief an Manfred Stolpe

Nordhausen (nnz). Die nnz hatte in der vergangenen Woche bereits über Einschränkungen im Zugverkehr in Nordthüringen berichtet. Langsamfahrstellen, schleppende Sanierungen auch im Südharz – jetzt reicht es der Initiative „Höchste Eisenbahn für den Südharz“. Sie hat einen offenen Brief an Bundesverkehrsminister Stolpe geschrieben...


Sehr geehrter Herr Minister Dr. Stolpe,

in tiefer Sorge um die Zukunft mehrerer gut genutzter und - wie wir bis vor wenigen Tagen noch erwarten konnten - nicht gefährdeter Schienenstrecken wenden wir uns heute an Sie und bitten sehr dringend um Ihre Unterstützung.

Die im laufenden Jahr vorgenommene Kürzung der Bundesmittel für den Unterhalt des Bestandnetzes der Deutschen Bahn und die ganz offensichtlich verzögerte Freigabe der noch vorhandenen Mittel könnten dazu führen, dass zwei im Südharz auf den Strecken 357 Northeim - Nordhausen und 358 Herzberg - Braunschweig fest eingeplante Baumassnahmen zur Beseitigung von seit mehreren Jahren vorhandenen Langsamfahrstellen nicht mehr durchgeführt werden können. Von der Behebung dieser Mängel aber ist die Umsetzung eines neuen Zug/Bus-Konzepts in unserer Region abhängig, welches auch die Stillegung einer kurzen Schienenstrecke einschließt.

Mit allergrößten Bedenken erfüllt uns zudem die derzeit in der Presse kolportierte Meldung, dass es 2005 und danach zu weiteren Kürzungen insbesondere der Mittel zur Bestandserhaltung des Streckennetzes kommen soll. Das könnte bedeuten, dass die in diesem Jahr nicht mehr durchführbaren Arbeiten auf Jahre hinaus verzögert werden. In Anbetracht des baulichen Zustandes einiger Abschnitte - an denen 10 und mehr Jahre nichts mehr getan worden ist - könnte dies zu einer technischen Stillegung führen.

Statt eines neuen, innovativen, trotz der Stillegung einer Stichstrecke von allen Beteiligten in der Region mitgetragenen Konzepts stünden wir im Südharz - nicht zum ersten Mal übrigens - mit leeren Händen da.

Es ist für unsere Region daher außerordentlich wichtig, dass die - insgesamt überschaubaren - Mittel für die Sanierung der beiden Streckenabschnitte Osterode - Herzberg (10 km) und Walkenried - Ellrich (5 km) freigegeben werden, damit noch in diesem Jahr gebaut werden kann.

Sehr geehrter Herr Minister Dr. Stolpe, wir mussten nach der Wende viele Jahre auf den Beginn von Sanierungsarbeiten auf der "grenzüberschreitenden" Schienenstrecke Northeim - Nordhausen warten. Ende der 90er Jahre wurde endlich abschnittsweise hiermit begonnen. 15 Kilometer wurden bis 2002 saniert. Die nächsten 5 Kilometer wurden bereits von 2003 auf 2004 verschoben. Und nun droht eine abermalige Verschiebung, deren Dauer von niemand vorhergesagt werden kann.
Deswegen benötigen wir dringend die Mittelfreigabe und bitten sehr um Ihre Unterstützung.

Ihrer Antwort sehen wir mit größtem Interesse entgegen.

Mit freundlichen Grüssen
Im Auftrag, Michael Reinboth
Autor: nnz

Anzeige symplr (6)
Kommentare

Bisher gibt es keine Kommentare.

Kommentare sind zu diesem Artikel nicht möglich.
Es gibt kein Recht auf Veröffentlichung.
Beachten Sie, dass die Redaktion unpassende, inhaltlose oder beleidigende Kommentare entfernen kann und wird.
Anzeige symplr (9)
Anzeige symplr (8)