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Sa, 20:14 Uhr
22.05.2004

Armselige Vorstellung

Nordhausen (nnz). Heute Nachmittag hatte Wacker 90 Nordhausen im Albert-Kuntz-Sportpark den Abstiegskandidaten Vimaria Weimar zu Gast. Eigentlich eine klare Angelegenheit, sollte man meinen... Ein Bericht von nnz-Mitarbeiter Rainer Hellberg.

Wer der Meinung war, dass die letzten beiden Spiele der Wacker-Elf an Niveaulosigkeit nicht mehr zu überbieten sind, musste sich nach den heutigen 90 Minuten eines Besseren belehren lassen. Das, was die Etzrodt-Elf vor den treuen Fans ablieferte, war noch schlimmer als die voran gegangenen Partien und schlichtweg eine Zumutung. Ohne Biss, ohne Energie und Einsatz das Spiel der Nordhäuser - vom Gegner war nichts anderes zu erwarten.

Es nötigt einem schon Bewunderung ab, dass die 220 zahlenden Zuschauer bis zum Schluss der armselige Vorstellung ausharrten, um dann wieder einmal maßlos enttäuscht heimwärts zu ziehen. Sprüche, wie „Die sehen mich nie wieder“ oder „Die müssten das Eintrittsgeld zurück zahlen“ waren nicht zu überhören.

Wacker 90 hatte in den ersten 45 Minuten eigentlich nur zwei klaren Chancen. Einmal scheiterte Pistorius am heraus laufenden Torwart (7.) und einmal prüfte Kulbacki mit einem Freistoß den sonst wenig beschäftigten Weimarer Schlussmann (21.). Mit diesen beiden Möglichkeiten erschöpften sich die Aktivitäten der Platzbesitzer in der ersten Halbzeit. Bei Vimaria war wenigstens das Bemühen erkennbar, mit den zur Verfügung stehenden technischen und spielerischen Mitteln gegen den drohenden Abstieg zu kämpfen. Aus einer sicheren Abwehr heraus warteten sie auf Kontergelegenheiten. Bei einem solchen hatte Wacker Glück, als Ludwig für den geschlagenen Emde das Leder noch von der Linie holen konnte (8.). Sonst tat sich wenig im Spiel, was die Zuschauer hätte begeistern können. In der 38. Minute verletzte sich Kohlhause, für ihn kam D. Verkouter, der sich schnell dem flachen Niveau anpasste.

In der 52. Minute schied Pistorius verletzt aus, für ihn kam Ranzinger. Auch der blieb blass. Dann musste auch Wenzel verletzt raus, Jochmann kam. Aber alles blieb beim Alten. Fehlabspiele, kein Pass kam an, Standfußball. In diesem dahin plätschernden und ermüdenden Gekicke erlief sich Spangenberg den Ball, marschierte auf und davon und erzielte die Führung für den Abstiegskandidaten (65.). Nicht wenige Zuschauer applaudierten schadenfroh.

Hoffnung keimte noch einmal auf, als Taute im Strafraum von den Beinen geholt wurde und Kulbacki per Elfmeter den Ausgleich erzielte. Aber die Freude währte nicht lange, denn sieben Minuten später gelang den Gästen durch Kaufmann erneut die Führung. Obwohl Vimaria die letzten zehn Minuten mit neun Feldspielern auskommen musste, konnte man bei Wacker kein Aufbäumen erkennen.

Die Gäste verließen verdient den Albert-Kuntz-Sportpark als Sieger und holten damit drei wichtige Punkte gegen den Abstieg. Dass man es ihnen dabei so leicht machen würde, hatten sie sicher nicht vermutet. Die Besten auf dem Platz waren heute der Unparteiische Ralf Wickert aus Teistungen und seine beiden Assistenten an den Linien. Sollte sich bei Wacker nicht bald etwas Entscheidendes tun, wird man in der nächsten Saison wahrscheinlich gegen den Abstieg spielen. Trübe Aussichten - und das im Jahr vor dem 100. Vereinsjubiläum.

Alle Ergebnisse des 28. Spieltages:
Lobeda gegen Sömmerda 1:3
Weißensee gegen Schleiz 3:2
Rudisleben gegen Salza 2:0
Zeulenroda gegen Bad Blankenburg 1:1
Niederpöllnitz gegen Ilmenau 0:3
Stadtilm gegen Greiz 1:2
Schmölln gegen Meuselwitz (II) am 23.05.

Die Tabelle:
1. Schmölln (62) ­ damit vorzeitig Aufsteiger in die Landesliga
2. Niederpöllnitz (53)
3. Bad Blankenburg (52) ein Spiel weniger
4. Ilmenau (50)
5. Greiz (45)
6. Nordhausen (44)
7. Sömmerda (44)
8. Salza (36) ein Spiel weniger
Autor: rh

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