Sa, 16:04 Uhr
22.05.2004
nnz-Betrachtung: Aus der Traum?
Nordhausen (nnz). Am Mittwochabend war es auf dem Petersberg bereits durchgesickert – heute ist es so zusagen amtlich geworden: Nordhausen kann sich vermutlich vom Status eines Oberzentrums verabschieden...
Regierungssprecher Uwe Spindeldreier bestätigte heute einen Bericht der Südthüringer Zeitung, die über ein künftiges Oberzentrum in Südthüringen berichtet hatte. Und demnach sollen die Städte Suhl und Zella-Mehlis als Partner den Kern des künftigen Oberzentrum darstellen. Möglich wäre auch, benachbarte Kommunen wie etwa Oberhof oder Hildburghausen einzubeziehen. Nordhausen, sagte der Regierungssprecher, solle den Status eines Mittelzentrums mit Teilfunktion Oberzentrum behalten. Ende der Meldung...
Und dabei war die Nordhäuser Welt am 23. April noch überaus in Ordnung. Da rutschte einem Vertreter des Thüringer Innenministeriums in Arnstadt raus, dass neben Suhl/Zella-Mehlis auch Nordhausen den begehrten Status erhalten soll. Wer aufmerksam im nnz-Archiv nachliest, der kann sich vom Sturm der Freude in und um Nordhausen überzeugen. Nun aber soll alles anders werden. Warum?
Nur einen Tag später, zur Eröffnung der Landesgartenschau, hatte Ministerpräsident Dieter Althaus (CDU) noch im Gespräch mit Oberbürgermeisterin Barbara Rinke (SPD) zugesichert, dass sich Nordhausen im Landesentwicklungsplan als Oberzentrum wiederfinden werde. Man sollte lediglich den Ball flach halten.
Der Ball wurde nicht flach gehalten, die SPD im Landkreis flankte stattdessen volle Pulle. Der Ball wurde denen zugespielt, die nicht unbedingt mit dem Gedanken eines Nordhäuser Oberzentrums anzufreunden waren: Mühlhausen und das kompakte Eichsfeld. Als die SPD im Landkreis in Anwandlung des Größenwahns auch noch den Mühlhäusern den Landgerichtsstandort streitig machen wollte, da war das – fußballtechnisch gesehen – ein klassisches Eigentor und das Spiel gelaufen.
Der Aufschrei im Eichsfeld und in Mühlhausen war vermutlich bis in die Landeshauptstadt zu hören. Und da machte man sich in der Wahlkampfzentrale des Dieter Althaus so seine Gedanken, denn Ärger braucht man in dieser Zeit nicht mehr. Und diese Situation spielte vor allem den Nordhausen-Gegnern den Ball zu. Auch im Innenausschuß des Landtages. Da hielt Innenminister Trautvetter nach Informationen der nnz ein Plädoyer für seine südthüringer Heimat und frühstückte Nordhausen ab. Insider sehen hier die Früchte einer versteckten Konfrontation zwischen Althaus und Trautvetter, ausgelöst durch die Beiträge-Diskussionen und daraus resultierenden Reaktionen.
Sei es wie es sei: Die Chancen für Nordhausen als Oberzentrum sind auf ein Minimum gesunken. Nur Sondershausen als Partner reicht nicht, wenn Mühlhausen oder Heiligenstadt nicht die dominante Stellung der Stadt im Norden akzeptieren. In Südthüringen war der Städteverbund schon lange in Sack und Tüten. Aber vielleicht ist ja die Thüringer Großwetterlage am 1. Juli wieder ein ganz andere im Thüringer Kabinett?
Peter-Stefan Greiner
Autor: nnzRegierungssprecher Uwe Spindeldreier bestätigte heute einen Bericht der Südthüringer Zeitung, die über ein künftiges Oberzentrum in Südthüringen berichtet hatte. Und demnach sollen die Städte Suhl und Zella-Mehlis als Partner den Kern des künftigen Oberzentrum darstellen. Möglich wäre auch, benachbarte Kommunen wie etwa Oberhof oder Hildburghausen einzubeziehen. Nordhausen, sagte der Regierungssprecher, solle den Status eines Mittelzentrums mit Teilfunktion Oberzentrum behalten. Ende der Meldung...
Und dabei war die Nordhäuser Welt am 23. April noch überaus in Ordnung. Da rutschte einem Vertreter des Thüringer Innenministeriums in Arnstadt raus, dass neben Suhl/Zella-Mehlis auch Nordhausen den begehrten Status erhalten soll. Wer aufmerksam im nnz-Archiv nachliest, der kann sich vom Sturm der Freude in und um Nordhausen überzeugen. Nun aber soll alles anders werden. Warum?
Nur einen Tag später, zur Eröffnung der Landesgartenschau, hatte Ministerpräsident Dieter Althaus (CDU) noch im Gespräch mit Oberbürgermeisterin Barbara Rinke (SPD) zugesichert, dass sich Nordhausen im Landesentwicklungsplan als Oberzentrum wiederfinden werde. Man sollte lediglich den Ball flach halten.
Der Ball wurde nicht flach gehalten, die SPD im Landkreis flankte stattdessen volle Pulle. Der Ball wurde denen zugespielt, die nicht unbedingt mit dem Gedanken eines Nordhäuser Oberzentrums anzufreunden waren: Mühlhausen und das kompakte Eichsfeld. Als die SPD im Landkreis in Anwandlung des Größenwahns auch noch den Mühlhäusern den Landgerichtsstandort streitig machen wollte, da war das – fußballtechnisch gesehen – ein klassisches Eigentor und das Spiel gelaufen.
Der Aufschrei im Eichsfeld und in Mühlhausen war vermutlich bis in die Landeshauptstadt zu hören. Und da machte man sich in der Wahlkampfzentrale des Dieter Althaus so seine Gedanken, denn Ärger braucht man in dieser Zeit nicht mehr. Und diese Situation spielte vor allem den Nordhausen-Gegnern den Ball zu. Auch im Innenausschuß des Landtages. Da hielt Innenminister Trautvetter nach Informationen der nnz ein Plädoyer für seine südthüringer Heimat und frühstückte Nordhausen ab. Insider sehen hier die Früchte einer versteckten Konfrontation zwischen Althaus und Trautvetter, ausgelöst durch die Beiträge-Diskussionen und daraus resultierenden Reaktionen.
Sei es wie es sei: Die Chancen für Nordhausen als Oberzentrum sind auf ein Minimum gesunken. Nur Sondershausen als Partner reicht nicht, wenn Mühlhausen oder Heiligenstadt nicht die dominante Stellung der Stadt im Norden akzeptieren. In Südthüringen war der Städteverbund schon lange in Sack und Tüten. Aber vielleicht ist ja die Thüringer Großwetterlage am 1. Juli wieder ein ganz andere im Thüringer Kabinett?
Peter-Stefan Greiner

