Do, 15:25 Uhr
20.05.2004
Die Eindrücke des Herrn Eichendorff
Nordhausen/Limlingerode (nnz). Nachdem die Harzreisen der drei Dichter Goethe, Kleist und Heine unter regem Publikumsinteresse in der Dichterstätte vorgestellt wurden, wird der spätromantische Poet Joseph von Eichendorff (1788-1857) mit seinen Eindrücken einer mehrtägigen Harzreise zu Wort kommen. Mehr dazu mit dem bekannten Klick.
Der Nordhäuser Jörg-Michael Junker beschäftigt sich seit Jahren mit diesem Dichter und wird ihn am 22. Mai 2004 um 14.30 Uhr in der Dichterstätte vorstellen. Dazu gibt es, wie es schon Tradition ist, eine umfassende Ausstellung von Büchern mit Eichendorffs Werken aus verschiedenen Zeiten.
Von Eichendorffs Harzreise gibt es Tagebuchaufzeichnungen, die veröffentlicht wurden. Der Sechszehnjährige unternahm seine Harzentdeckungen gemeinsam mit seinem Bruder Wilhelm und einem Freund. Am 10. September des Jahres 1805 brechen sie von Halle auf, wo die Brüder Eichendorff seit dem Sommer studierten.
Mit der Extrapost fährt man über Seeburg, Eisleben nach Mansfeld. Anderntags wird die Reise nach Ballenstedt fortgesetzt, wo die Fußwanderung beginnt, die vorerst über Gernrode nach Mägdesprung führt. Mit Schauder blickten wir hinab in die heilige Einsamkeit des schwarzen berühmten Selketals, dessen grause Stille nur durch das monotone Rauschen der Selke noch fürchterlicher gemacht wird. So dramatisch wird der heutige Wanderer das Selketal nicht erleben, aber in Eichendorffs Aufzeichnungen spiegelt sich das Naturempfinden der Zeit der Romantik wider. Die Sehnsucht zieht in die unendliche Ferne, ein bestimmtes Ziel zu erreichen ist nicht vordringliches Begehren. Die Natur erscheint als gesetzlose, ohne Vorbild schaffende Kraft. Eichendorff wird von der Unermesslichkeit des Harzes überwältigt, er fühlt sich umschlossen vom Universum des göttlichen Lebens.
Wie diese Wanderung weitergeht, die selbstverständlich auch über den Brocken führt und am 14.09.1805 in Ilsenburg endet und wie Eichendorff sie in seinen späteren literarischen Werken verarbeitet hat, erfährt man am Samstag, dem 22. Mai, in der Dichterstätte in Limlingerode.
Autor: nnzDer Nordhäuser Jörg-Michael Junker beschäftigt sich seit Jahren mit diesem Dichter und wird ihn am 22. Mai 2004 um 14.30 Uhr in der Dichterstätte vorstellen. Dazu gibt es, wie es schon Tradition ist, eine umfassende Ausstellung von Büchern mit Eichendorffs Werken aus verschiedenen Zeiten.
Von Eichendorffs Harzreise gibt es Tagebuchaufzeichnungen, die veröffentlicht wurden. Der Sechszehnjährige unternahm seine Harzentdeckungen gemeinsam mit seinem Bruder Wilhelm und einem Freund. Am 10. September des Jahres 1805 brechen sie von Halle auf, wo die Brüder Eichendorff seit dem Sommer studierten.
Mit der Extrapost fährt man über Seeburg, Eisleben nach Mansfeld. Anderntags wird die Reise nach Ballenstedt fortgesetzt, wo die Fußwanderung beginnt, die vorerst über Gernrode nach Mägdesprung führt. Mit Schauder blickten wir hinab in die heilige Einsamkeit des schwarzen berühmten Selketals, dessen grause Stille nur durch das monotone Rauschen der Selke noch fürchterlicher gemacht wird. So dramatisch wird der heutige Wanderer das Selketal nicht erleben, aber in Eichendorffs Aufzeichnungen spiegelt sich das Naturempfinden der Zeit der Romantik wider. Die Sehnsucht zieht in die unendliche Ferne, ein bestimmtes Ziel zu erreichen ist nicht vordringliches Begehren. Die Natur erscheint als gesetzlose, ohne Vorbild schaffende Kraft. Eichendorff wird von der Unermesslichkeit des Harzes überwältigt, er fühlt sich umschlossen vom Universum des göttlichen Lebens.
Wie diese Wanderung weitergeht, die selbstverständlich auch über den Brocken führt und am 14.09.1805 in Ilsenburg endet und wie Eichendorff sie in seinen späteren literarischen Werken verarbeitet hat, erfährt man am Samstag, dem 22. Mai, in der Dichterstätte in Limlingerode.

