Mo, 19:22 Uhr
11.06.2001
211. Stiftungsfest der Johannis-Loge
Nordhausen (nnz). Ein historischer Tag und ein freudiges Ereignis für die Johannis-Loge "Zur gekrönten Unschuld" in Nordhausen: Erstmals nach 66 Jahren übernahm wieder ein einheimischer Freimaurer die Leitung des traditionsreichen Bruderbundes. nnz sagt Ihnen, wer es ist.
Während des 211. Stiftungsfestes im historischen Logenhaus der Rolandstadt wurde Oberstudienrat Volker Vogt von Heinrich Glies, Provinzialmeister für die neuen Bundesländer Thüringen, Sachsen-Anhalt und Sachsen feierlich als Vorsitzender Meister eingesetzt. Zu seinem Stellvertreter und Abgeordneten Logenmeister ernannte Volker Vogt Wolfgang Nieft von der Kasseler Patenloge "Zur Freundschaft", dessen besondere Aktivität für die Loge nach deren Wiedererrichtung im Jahre 1991 er hervorhob. Der Provinzialmeister würdigte in seiner Ansprache ausführlich die engagierte Aufbauarbeit des bisherigen Vorsitzenden Meisters Hans Förster, unter dessen umsichtiger Führung die Johannis-Loge "Zur gekrönten Unschuld" nach ihrer 1935 erfolgten Zwangsauflösung durch die Nazis in den letzten 10 Jahren erfolgreich reaktiviert werden konnte. Die Große Landesloge der Freimaurer von Deutschland (GLLdFvD) zeichnete Förster für seine Verdienste mit dem Ehrenzeichen für Alt- Logenmeister am goldgekanteten Band aus. Zu diesem besonderen Stiftungsfest hatten u.a. die befreundeten Logen aus Kassel, Halle, Leipzig, Aschersleben, Jena, Eisleben, Wernigerode, Osterode, Holzminden, Frankfurt/ Oder und Berlin mehrere Brüder nach Nordhausen entsandt.
Hans Förster: "Die Nordhäuser Loge ist zu einem echten Freundschaftsbund gewachsen"
Bis zum Verbot der Loge durch das Hitlerregime war Nordhausen eine bedeutungsvolle Begegnungsstätte der Freimaurer zwischen Frankfurt/ Main und Breslau. Von hier aus gingen starke Impulse für die Freimaurerei in Deutschland aus. Daran erinnerte Hans Förster in einem Resümee. "Nach der sogenannten dunklen Zeit haben 16 Brüder der Patenloge Zur Freundschaft in Kassel die Johannis-Loge 'Zur gekrönten Unschuld' in Nordhausen unter dem Dach der Großen Landesloge der Freimaurer von Deutschland wieder aufleben lassen und das freimaurerische Licht nach Nordhausen zurückgebracht. Von vornherein zielten wir darauf ab, die Logenleitung möglichst bald wieder einem Nordhäuser Bruder zu übertragen. Wir haben uns den Wiederaufbau nach der Wende bestimmt nicht leicht vorgestellt. Rückblickend stellen wir aber fest, daß sich unser Vorhaben doch nicht ganz so schwer gestaltet. In Nordhausen und Umgebung finden wir offene Türen vor", führte er weiter aus. In dem Bruderbund sei es das Ziel der Mitglieder, sich unabhängig vom jeweiligen Zeitgeist überkonfessionell auf humanitärer Grundlage menschlich weiterzuentwickeln. Mit Freude stellte Hans Förster fest, daß die Loge "Zur gekrönten Unschuld" nach ihrer Reaktivierung zu einem echten Freundschaftsbund zusammengewachsen ist. Selbstverständlich werde er den Brüdern in der Rolandstadt jederzeit mit Rat und Tat zur Verfügung stehen, unterstrich er nach 10jährigem Wirken als Vorsitzender Meister, dessen Motivationskraft den Neuanfang der Freimaurerei in Nordhausen maßgeblich bewirkte.
Volker Vogt: "Wir danken für die brüderliche Unterstützung bei unserem Wiederaufbau"
Als ein denkwürdiger Tag wird das 211. Stiftungsfest in die Geschichte der Nordhäuser Loge eingehen. Dies verdeutlichte der neue Vorsitzende Meister, Volker Vogt, der daran erinnerte, es liege genau 66 Jahre zurück, daß der letzte einheimische Vorsitzende Meister, Pfarrer Friedrich Trautmann, auf Betreiben der Nazis zurücktreten mußte. Über 200 Mitglieder zählte damals die fortan - auch während der DDR-Zeit - verbotene Johannis-Loge. Vogt dankte der Kasseler Patenloge "Zur Freundschaft" und speziell dem Alt-Logenmeister Hans Förster für die große Hilfe und mühevolle Wiederaufbauarbeit. Zwischen den Brüdern der Rolandstadt und aus Kassel sei so ein unverbrüchliches Freundschaftsband entstanden. Der neue Vorsitzende Meister würdigte auch die brüderliche Unterstützung der Berliner Ordensleistung und der Großen Landesloge der Freimaurer von Deutschland, insbesondere im Zusammenhang mit den umfangreichen Renovierungs- und Sanierungsarbeiten des geschichtsträchtigen Logenhauses in der Domstraße 20.
Nachdem der gesamte Gebäudekomplex mitsamt dem umfangreichen Inventar 1935 widerrechtlich enteignet worden war, konnte er wieder in das rechtmäßige Eigentum genommen werden. Am 23. September 2000 zogen die Nordhäuser Brüder und mit ihnen viele Freimaurerbrüder aus ganz Deutschland als Festgäste anläßlich der feierlichen Tempelweihe in das Erdgeschoß des Gebäudes der früheren Andreasloge. Seitdem konnten viele Gäste bei zahlreichen öffentlichen Veranstaltungen und an einem kürzlich durchgeführten Tage der offenen Tür willkommen geheißen werden. Freudig erregt entdeckten die Besucher immer wieder die Namen ihrer Verwandten und Freunde in einer an markanter Stelle angeschlagenen Mitgliederliste der Nordhäuser Loge aus dem Jahr 1929. Volker Vogt hob am Schluß seiner Ansprache bezüglich der Partnerschaft mit den Kasseler Brüdern hervor: "Hier ist nach der Wende zusammengewachsen, was zusammen gehört. Das werden wir nie vergessen!"
Autor: nnzWährend des 211. Stiftungsfestes im historischen Logenhaus der Rolandstadt wurde Oberstudienrat Volker Vogt von Heinrich Glies, Provinzialmeister für die neuen Bundesländer Thüringen, Sachsen-Anhalt und Sachsen feierlich als Vorsitzender Meister eingesetzt. Zu seinem Stellvertreter und Abgeordneten Logenmeister ernannte Volker Vogt Wolfgang Nieft von der Kasseler Patenloge "Zur Freundschaft", dessen besondere Aktivität für die Loge nach deren Wiedererrichtung im Jahre 1991 er hervorhob. Der Provinzialmeister würdigte in seiner Ansprache ausführlich die engagierte Aufbauarbeit des bisherigen Vorsitzenden Meisters Hans Förster, unter dessen umsichtiger Führung die Johannis-Loge "Zur gekrönten Unschuld" nach ihrer 1935 erfolgten Zwangsauflösung durch die Nazis in den letzten 10 Jahren erfolgreich reaktiviert werden konnte. Die Große Landesloge der Freimaurer von Deutschland (GLLdFvD) zeichnete Förster für seine Verdienste mit dem Ehrenzeichen für Alt- Logenmeister am goldgekanteten Band aus. Zu diesem besonderen Stiftungsfest hatten u.a. die befreundeten Logen aus Kassel, Halle, Leipzig, Aschersleben, Jena, Eisleben, Wernigerode, Osterode, Holzminden, Frankfurt/ Oder und Berlin mehrere Brüder nach Nordhausen entsandt.
Hans Förster: "Die Nordhäuser Loge ist zu einem echten Freundschaftsbund gewachsen"
Bis zum Verbot der Loge durch das Hitlerregime war Nordhausen eine bedeutungsvolle Begegnungsstätte der Freimaurer zwischen Frankfurt/ Main und Breslau. Von hier aus gingen starke Impulse für die Freimaurerei in Deutschland aus. Daran erinnerte Hans Förster in einem Resümee. "Nach der sogenannten dunklen Zeit haben 16 Brüder der Patenloge Zur Freundschaft in Kassel die Johannis-Loge 'Zur gekrönten Unschuld' in Nordhausen unter dem Dach der Großen Landesloge der Freimaurer von Deutschland wieder aufleben lassen und das freimaurerische Licht nach Nordhausen zurückgebracht. Von vornherein zielten wir darauf ab, die Logenleitung möglichst bald wieder einem Nordhäuser Bruder zu übertragen. Wir haben uns den Wiederaufbau nach der Wende bestimmt nicht leicht vorgestellt. Rückblickend stellen wir aber fest, daß sich unser Vorhaben doch nicht ganz so schwer gestaltet. In Nordhausen und Umgebung finden wir offene Türen vor", führte er weiter aus. In dem Bruderbund sei es das Ziel der Mitglieder, sich unabhängig vom jeweiligen Zeitgeist überkonfessionell auf humanitärer Grundlage menschlich weiterzuentwickeln. Mit Freude stellte Hans Förster fest, daß die Loge "Zur gekrönten Unschuld" nach ihrer Reaktivierung zu einem echten Freundschaftsbund zusammengewachsen ist. Selbstverständlich werde er den Brüdern in der Rolandstadt jederzeit mit Rat und Tat zur Verfügung stehen, unterstrich er nach 10jährigem Wirken als Vorsitzender Meister, dessen Motivationskraft den Neuanfang der Freimaurerei in Nordhausen maßgeblich bewirkte.
Volker Vogt: "Wir danken für die brüderliche Unterstützung bei unserem Wiederaufbau"
Als ein denkwürdiger Tag wird das 211. Stiftungsfest in die Geschichte der Nordhäuser Loge eingehen. Dies verdeutlichte der neue Vorsitzende Meister, Volker Vogt, der daran erinnerte, es liege genau 66 Jahre zurück, daß der letzte einheimische Vorsitzende Meister, Pfarrer Friedrich Trautmann, auf Betreiben der Nazis zurücktreten mußte. Über 200 Mitglieder zählte damals die fortan - auch während der DDR-Zeit - verbotene Johannis-Loge. Vogt dankte der Kasseler Patenloge "Zur Freundschaft" und speziell dem Alt-Logenmeister Hans Förster für die große Hilfe und mühevolle Wiederaufbauarbeit. Zwischen den Brüdern der Rolandstadt und aus Kassel sei so ein unverbrüchliches Freundschaftsband entstanden. Der neue Vorsitzende Meister würdigte auch die brüderliche Unterstützung der Berliner Ordensleistung und der Großen Landesloge der Freimaurer von Deutschland, insbesondere im Zusammenhang mit den umfangreichen Renovierungs- und Sanierungsarbeiten des geschichtsträchtigen Logenhauses in der Domstraße 20.
Nachdem der gesamte Gebäudekomplex mitsamt dem umfangreichen Inventar 1935 widerrechtlich enteignet worden war, konnte er wieder in das rechtmäßige Eigentum genommen werden. Am 23. September 2000 zogen die Nordhäuser Brüder und mit ihnen viele Freimaurerbrüder aus ganz Deutschland als Festgäste anläßlich der feierlichen Tempelweihe in das Erdgeschoß des Gebäudes der früheren Andreasloge. Seitdem konnten viele Gäste bei zahlreichen öffentlichen Veranstaltungen und an einem kürzlich durchgeführten Tage der offenen Tür willkommen geheißen werden. Freudig erregt entdeckten die Besucher immer wieder die Namen ihrer Verwandten und Freunde in einer an markanter Stelle angeschlagenen Mitgliederliste der Nordhäuser Loge aus dem Jahr 1929. Volker Vogt hob am Schluß seiner Ansprache bezüglich der Partnerschaft mit den Kasseler Brüdern hervor: "Hier ist nach der Wende zusammengewachsen, was zusammen gehört. Das werden wir nie vergessen!"

