Di, 16:44 Uhr
12.05.2015
Die Gesellschaft muss umdenken
Zum internationalen Tag der Pflege wurde heute im Rosengarten demonstriert. Die Gewerkschaft Verdi hatte geladen um ihre Forderungen an die Politik vorzutragen. Das Nordhäuser Haus stand dabei weniger im Fokus als vielmehr die Gesamtsituation im Pflegebereich...
Die Gewerkschaft Verdi rief am Internationalen Tag der Pflege in Nordhausen zur Kundgebung (Foto: Angelo Glashagel)
Man sei gekommen, sagte Falk Ludwig, der Verdi Gewerkschaftssekretär für die Nordthüringer Gesundheits- und Wohlfahrtsbereich, um Flagge zu zeigen.
Flagge zu zeigen für mehr Personal, bessere Arbeitsbedingungen und für eine generelle Aufwertung der Pflegeberufe. "Die Gesellschaft muss umdenken", sagte Ludwig, "wir müssen uns die Frage stellen, was uns die Dienstleistung wert ist". Und man müsse der besonderen Schwere der Leistung Rechnung tragen.
Man könne 25 Jahre nach der Wende niemanden mehr erklären, warum die Lohndifferenz zwischen Ost und West zum Teil mehrere hundert Euro betrage, sagte Ludwig. Man fordere einen Personalschlüssel auf Bundesebene, es müsse Schluss sein mit dem Wettbewerb um niedrigere Kosten. Das heutigen Beschäftigten in der Pflege Altersarmut drohe, das dürfe nicht sein.
Gewerkschaftssekretär Flak Ludwig forderte Lohnangleichungen, bessere Arbeitsbedingungen und mehr gesellschaftliche Anerkennung für die Pflegeberufe (Foto: Angelo Glashagel)
Nordhausen hatte man sich als Versammlungsort ausgewählt, weil das Südharz Klinikum (SHK) das größte Haus in Nordthüringen ist und der größte Arbeitgeber der Region. Zudem wird es am SHK ab September Tarifverhandlungen zum Entgeld- und Manteltarifvertrag geben. "In diesem Haus bewegt sich was", sagte Ludwig, das müsse auch anderswo geschehen. Als Zeichen ließ man Luftballons mit den gesammelten Forderungen in die Luft steigen.
Auch der Geschäftsführer des SHK, Guido Hage, war in den Rosengarten gekommen. Den Grundsatzforderungen der Gewerkschaft stimme er größtenteils zu, sagte Hage, nur müssten diese politischen Konflikte nicht im Haus ausgetragen werden, sondern auf höherer Ebene. Es sei zu begrüßen, so Hage weiter, wenn es mehr Geld für die Pflege gebe, nur müsse das Geld dann auch in der Pflege ankommen und nicht, wie in manch anderen Häusern, zum Wettbewerbsvorteil zweckentfremdet werde.
Die Gewerkschaft Verdi rief am Internationalen Tag der Pflege in Nordhausen zur Kundgebung (Foto: Angelo Glashagel)
Einen harten Arbeitskampf am Südharzklinikum sehe er nicht heraufziehen, es stünden reguläre Tarifverhandlungen bevor und er unterstrich, dass Arbeitsbedingungen und Ausstattung im eigenen Haus im Vergleich zu anderen Krankenhäusern, auch im Westen, sehr gut seien.
Angelo Glashagel
Autor: red
Die Gewerkschaft Verdi rief am Internationalen Tag der Pflege in Nordhausen zur Kundgebung (Foto: Angelo Glashagel)
Man sei gekommen, sagte Falk Ludwig, der Verdi Gewerkschaftssekretär für die Nordthüringer Gesundheits- und Wohlfahrtsbereich, um Flagge zu zeigen.
Flagge zu zeigen für mehr Personal, bessere Arbeitsbedingungen und für eine generelle Aufwertung der Pflegeberufe. "Die Gesellschaft muss umdenken", sagte Ludwig, "wir müssen uns die Frage stellen, was uns die Dienstleistung wert ist". Und man müsse der besonderen Schwere der Leistung Rechnung tragen.
Man könne 25 Jahre nach der Wende niemanden mehr erklären, warum die Lohndifferenz zwischen Ost und West zum Teil mehrere hundert Euro betrage, sagte Ludwig. Man fordere einen Personalschlüssel auf Bundesebene, es müsse Schluss sein mit dem Wettbewerb um niedrigere Kosten. Das heutigen Beschäftigten in der Pflege Altersarmut drohe, das dürfe nicht sein.
Gewerkschaftssekretär Flak Ludwig forderte Lohnangleichungen, bessere Arbeitsbedingungen und mehr gesellschaftliche Anerkennung für die Pflegeberufe (Foto: Angelo Glashagel)
Nordhausen hatte man sich als Versammlungsort ausgewählt, weil das Südharz Klinikum (SHK) das größte Haus in Nordthüringen ist und der größte Arbeitgeber der Region. Zudem wird es am SHK ab September Tarifverhandlungen zum Entgeld- und Manteltarifvertrag geben. "In diesem Haus bewegt sich was", sagte Ludwig, das müsse auch anderswo geschehen. Als Zeichen ließ man Luftballons mit den gesammelten Forderungen in die Luft steigen.Auch der Geschäftsführer des SHK, Guido Hage, war in den Rosengarten gekommen. Den Grundsatzforderungen der Gewerkschaft stimme er größtenteils zu, sagte Hage, nur müssten diese politischen Konflikte nicht im Haus ausgetragen werden, sondern auf höherer Ebene. Es sei zu begrüßen, so Hage weiter, wenn es mehr Geld für die Pflege gebe, nur müsse das Geld dann auch in der Pflege ankommen und nicht, wie in manch anderen Häusern, zum Wettbewerbsvorteil zweckentfremdet werde.
Die Gewerkschaft Verdi rief am Internationalen Tag der Pflege in Nordhausen zur Kundgebung (Foto: Angelo Glashagel)
Einen harten Arbeitskampf am Südharzklinikum sehe er nicht heraufziehen, es stünden reguläre Tarifverhandlungen bevor und er unterstrich, dass Arbeitsbedingungen und Ausstattung im eigenen Haus im Vergleich zu anderen Krankenhäusern, auch im Westen, sehr gut seien.
Angelo Glashagel

