Mo, 16:09 Uhr
11.06.2001
130 Austritte - kein Grund zur Panik
Nordhausen (nnz). Rund 32.000 evangelische Christen sind unter dem Dach des Kirchenkreises Südharz vereint. Diese aktuelle Zahl stellte heute Superintendent Curt Stauss vor. Über Tendenzen berichtet die nnz.
32.156 evangelische Christen, das sind rund 27 Prozent der Bevölkerung des Landkreises Nordhausen. Die 83 Kirchengemeinden und Kirchspiele verteilen sich zum Großteil auf den Landkreis Nordhausen, ein kleinerer Teil gehört zum katholisch dominierten Landkreis Eichsfeld. Jährlich müssen die kirchlichen Statistiker einen Schwund von rund einem Prozent registrieren. Das ist für uns jedoch kein Grund zur Panik, so Stauss gegenüber der nnz. Ein Teil des Schwunds hat Austritte seine Ursache, im vergangenen Jahr waren es rund 130 Menschen, die der Kirche ihre Mitgliedschaft aufkündigten. Die Gründe dafür sind unterschiedlich, sie reichen von wirtschaftlichen Motiven bis hin zu aktueller und punktueller, persönlich geprägter Verärgerung.
Wesentlich mehr macht Stauss die altersmäßige Zusammensetzung des Kirchenkreises zu schaffen. Die Hälfte der Mitglieder ist über 50 Jahre alt. Das schmälert natürlich auch das Aufkommen an Kirchensteuer. Insgesamt ist dieser Umstand aber kein Nordhäuser Phänomen, sondern eher repräsentativ für die neuen Bundesländer. Die Kirche reagiert auf diese Tendenz: Mit einer neuen, effektiver strukturierten Jugendarbeit. Das Engagement von Gemeindepädagoge Frank Tuschy in Nordhausen ist hierfür besonderer Beleg. Ob nun der Kinder-Kirchen-Laden oder die Teestube mit ihren Angeboten - die Kirche setzt auf die Jugend mit offenen und offensiven Angeboten. Und es scheint zu lohnen: Pro Jahr entscheiden sich rund 300 junge Menschen im Landkreis Nordhausen für die Konfirmation, Tendenz stabil. Vor allem in diesem Pool wird die Basis für künftige Aktivitäten gesucht und gefunden.
50 dieser jungen Leute werden am Wochenende nach Frankfurt am Main fahren. Sie besuchen dort den diesjährigen Deutschen Evangelischen Kirchentag. Curt Stauss wird während des Eröffnungsgottesdienstes selbst eine Predigt halten, die Nordhäuser Oberbürgermeisterin Barbara Rinke (SPD) gehört dem dreiköpfigen Leitungsvorstand des Kirchentages an. Sieben junge Christen aus dem Südharz werden in Frankfurt ihren Dienst als ehrenamtliche Helfer versehen, insgesamt sind es rund 4.000. Stauss erhofft sich für die jungen Menschen eine Langzeitwirkung durch die Teilnahme am Kirchentag. So intensiv sei ein Erleben von Kirche in all ihren Facetten nicht machbar.
Autor: nnz32.156 evangelische Christen, das sind rund 27 Prozent der Bevölkerung des Landkreises Nordhausen. Die 83 Kirchengemeinden und Kirchspiele verteilen sich zum Großteil auf den Landkreis Nordhausen, ein kleinerer Teil gehört zum katholisch dominierten Landkreis Eichsfeld. Jährlich müssen die kirchlichen Statistiker einen Schwund von rund einem Prozent registrieren. Das ist für uns jedoch kein Grund zur Panik, so Stauss gegenüber der nnz. Ein Teil des Schwunds hat Austritte seine Ursache, im vergangenen Jahr waren es rund 130 Menschen, die der Kirche ihre Mitgliedschaft aufkündigten. Die Gründe dafür sind unterschiedlich, sie reichen von wirtschaftlichen Motiven bis hin zu aktueller und punktueller, persönlich geprägter Verärgerung.
Wesentlich mehr macht Stauss die altersmäßige Zusammensetzung des Kirchenkreises zu schaffen. Die Hälfte der Mitglieder ist über 50 Jahre alt. Das schmälert natürlich auch das Aufkommen an Kirchensteuer. Insgesamt ist dieser Umstand aber kein Nordhäuser Phänomen, sondern eher repräsentativ für die neuen Bundesländer. Die Kirche reagiert auf diese Tendenz: Mit einer neuen, effektiver strukturierten Jugendarbeit. Das Engagement von Gemeindepädagoge Frank Tuschy in Nordhausen ist hierfür besonderer Beleg. Ob nun der Kinder-Kirchen-Laden oder die Teestube mit ihren Angeboten - die Kirche setzt auf die Jugend mit offenen und offensiven Angeboten. Und es scheint zu lohnen: Pro Jahr entscheiden sich rund 300 junge Menschen im Landkreis Nordhausen für die Konfirmation, Tendenz stabil. Vor allem in diesem Pool wird die Basis für künftige Aktivitäten gesucht und gefunden.
50 dieser jungen Leute werden am Wochenende nach Frankfurt am Main fahren. Sie besuchen dort den diesjährigen Deutschen Evangelischen Kirchentag. Curt Stauss wird während des Eröffnungsgottesdienstes selbst eine Predigt halten, die Nordhäuser Oberbürgermeisterin Barbara Rinke (SPD) gehört dem dreiköpfigen Leitungsvorstand des Kirchentages an. Sieben junge Christen aus dem Südharz werden in Frankfurt ihren Dienst als ehrenamtliche Helfer versehen, insgesamt sind es rund 4.000. Stauss erhofft sich für die jungen Menschen eine Langzeitwirkung durch die Teilnahme am Kirchentag. So intensiv sei ein Erleben von Kirche in all ihren Facetten nicht machbar.


