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So, 20:59 Uhr
10.05.2015

Die SPD kann Wahlen gewinnen

Es ist offiziell: Matthias Jendricke wird neuer Landrat. Wie Sieger und Verlierer den Ausgang der Stichwahl beurteilen, was sie über die Wahlbeteiligung denken und wie die versammelte Nordhäuser Sozialdemokratie das Ergebnis einschätzte, hat die nnz erfahren...

Es ist offiziell: Matthias Jendricke (links) wird neuer Landrat im Kreis Nordhausen (Foto: Angelo Glashagel) Es ist offiziell: Matthias Jendricke (links) wird neuer Landrat im Kreis Nordhausen (Foto: Angelo Glashagel)

Mit dem eindeutigen Ergebnis von 65 Prozent der Wählerstimmen für Matthias Jendricke und nur knapp 35 % für Stefan Nüßle hatte Noch-Bürgermeister Jendricke selbst nicht gerechnet. "Das ich fast die doppelte Stimmenanzahl habe wie mein Mitbewerber das überascht mich selber positiv. Natürlich, wenn man in so einer Stichwahlzeit ist, hofft man das man gewinnt, die Anspannung fällt aber erst jetzt ab", sagte Jendricke kurz nach der Verkündigung des Endergebnisses

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Kontrahent Stefan Nüßle hatte sicher auf mehr gehofft. "Wir haben als CDU und auch ich als Person einen engagierten Wahlkampf geführt, waren an vielen Stellen präsent, haben viel mit den Bürgern gesprochen und auch einige Inhalte gesetzt. Das hat offensichtlich nicht den Ausschlag gegeben und es ging am Ende um Personen, das sollte man so im Raum stehen lassen.", sagte Nüßle und bedankte sich bei den Menschen, die ihm ihre Stimme gegeben hatten.

Was keiner ignorieren kann ist die miserable Wahlbeteiligung. Die lag mit gut 26% zwar noch höher als mancher erwartet haben mochte, doch es bleibt die niedrigste Beteiligung an einer Kreiswahl seit 1994. Die Zahl der ungültigen Stimmen verdoppelte sich im Vergleich zum letzten Wahlgang vor zwei Wochen.

Heute Kontrahenten, morgen Kollegen: Matthias Jendricke wird im Landratsamt der Vorgesetzte Stefan Nüßles sein  (Foto: Angelo Glashagel) Heute Kontrahenten, morgen Kollegen: Matthias Jendricke wird im Landratsamt der Vorgesetzte Stefan Nüßles sein (Foto: Angelo Glashagel) In Anbetracht dieser Zahlen muss man sich auch die Frage nach der Legitimation gefallen lassen. "Es wird schon schwierig da noch von einem klaren Votum zu sprechen", sagte Nüßle, die vier Wahlen im vergangenen Jahr sowie die Wahlgänge in Hohenstein und Werther in diesem Jahr hätten sicherlich zu einer gewisse Wahlmüdigkeit geführt. "Ich denke die Landespolitik ist dazu aufgefordert darüber nachzudenken ob Stichwahlen heute wirklich noch zeitgemäß sind", so CDU-Kandidat Nüßle.

Gewinner Jendricke meinte es war nach gut 35% Wahlbeteiligung im ersten Wahlgang zu erwarten gewesen, das die Beteiligung noch einmal sinken würde, zufriedenstellend sei es aber nicht. Man spüre das viele Menschen nicht an Kommunalpolitik interessiert seien. "Das ist schade", sagte Jendricke, "weil die Weichenstellung für die Bürger vor Ort dann ja doch hier getroffen werden." Das viele sich aus dem politischen Feld ausschalten würden, mache dies schwieriger.

Am Ende gilt: gewählt ist gewählt und die beiden Kontrahenten werden in Zukunft zusammen arbeiten müssen. Matthias Jendricke wird als zukünftiger Landrat der Vorgesetzte Nüßles sein, der derzeit das Amt des zweiten Beigeordneten des Kreises inne hat. "Ich bin da relativ entspannt", meinte Nüßle, er habe ein starkes Votum aus dem Kreistag noch für die kommenden vier Jahre. Es sei klar wie die Rollen verteilt sind und das werde man auch hinkriegen. "Es gibt viele Aufgaben die ich gerne noch angehen möchte und jetzt werden wir uns mit Matthias Jendricke an einen Tisch setzen und darüber sprechen, wie wir das in Gang bringen".

Wahlsieger Jendricke war vor zehn Jahren schon einmal in leitender Position im Landratsamt tätig, bevor er als Bürgermeister zur Stadt wechselte. "Es wird natürlich so sein, das man sich sein Team zusammen nimmt und sich noch einmal die aktuellen Problemlagen aufzeigen lässt", sagte Jendricke, "in erste Linie sind das natürlich die Finanzprobleme aber man muss auch ein wenig Optimismus für die Region ausstrahlen und das will ich in den nächsten Jahren auch erreichen".


Geschenk für den Wahlsieger: statt Blumen gab es von Andreas Wieninger ein Fernglas - damit Parteifreund Jendricke der Blick auf die Stadt nicht verloren gehe (Foto: Angelo Glashagel) Geschenk für den Wahlsieger: statt Blumen gab es von Andreas Wieninger ein Fernglas - damit Parteifreund Jendricke der Blick auf die Stadt nicht verloren gehe (Foto: Angelo Glashagel)

Geschenk für den Wahlsieger: statt Blumen gab es von Andreas Wieninger ein Fernglas - damit Parteifreund Jendricke der Blick auf die Stadt nicht verloren gehe

Optimismus zeigten auch Jendrickes Parteigenossen, die sich an diesem Wahlabend nicht in ihrer Parteizentrale eingefunden hatten, sondern zahlreich in die Gaststätte Alt-Nordhausen gekommen waren. Das deutliche Ergebnis lasse keinen Raum für Spekulation, meinte etwa Andreas Wieninger, Vorsitzender der SPD in der Stadt, "die SPD ist nach wie vor eine Größe, das hat das Ergebnis gezeigt, mit uns ist immer noch zu rechnen".

Ähnlich sah das Andreas Bausewein, Erfurts Oberbürgermeister, der neben Gratulanten wie Parteigenosse Holger Poppenhäger, seines Zeichens Minister für Inneres und Kommunales, und Amtsvorgängerin Birgit Keller gekommen war, um Jendricke zum Wahlsieg zu beglückwünschen. "Die SPD kann Wahlen gewinnen", sagte Bausewein und erinnerte daran, das es vor nicht allzu langer Zeit keinen einzigen von der SPD besetzten Landratsposten im Freistaat gegeben habe, nun habe man mit der CDU gleichgezogen.

In der Gaststätte hatten sich zahlreiche SPDler und andere Gratulanten eingefunden (Foto: Angelo Glashagel) In der Gaststätte hatten sich zahlreiche SPDler und andere Gratulanten eingefunden (Foto: Angelo Glashagel) Den Erfolg auch auf das Land zu übertragen, meinte Jendricke in der Ansprache an die versammelte Regional-SPD, sei Aufgabe der Gäste aus Erfurt, nicht seine. Einfach gesagt: Jendricke wird dem Landkreis wohl länger erhalten bleiben, als seine Amtsvorgängerin und nicht in Erfurt nach höheren Ämtern streben.

Mit dem Abschluss des Wahlgangs wird indes kaum Ruhe einkehren im politischen Nordhausen. Jetzt wo Matthias Jendricke in das Landratsamt umzieht, wird im Rathaus ein Posten frei. Ob und wie dieser besetzt wird, oder ob man nicht vielleicht eine Beigeordnetenstelle einspart, darüber wird bald der Stadtrat zu befinden haben.
Angelo Glashagel
Autor: red

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Kommentare
Gudrun1974
10.05.2015, 22:23 Uhr
Wieninger muss wieder zündeln
Und mit dem Fernrohrgeschenk wieder Öl ins Feuer gießen.

Es wird sich nichts, aber auch gar nichts ändern.
sonic22
10.05.2015, 23:10 Uhr
egal
Ist doch egal wer gewählt wird die machen dich ehe alle was sie wollen und nicht Was die Bürger wirklich wollen
NDHler
11.05.2015, 07:21 Uhr
Nicht die SPD hat eine Wahl gewonnen ...
Sondern der Kandidat Jendricke. OB und Landtazswahlen sind reine Personenwahlen da spielt das Parteibuch eine untergeordnete Rolle!
Eckenblitz
11.05.2015, 12:41 Uhr
Reine Personenwahlen?
wenn das reine personenwahlen, wie im nachhinein jeder sagt, dann frage ich, wieso ist dann herr nüßle überhaupt angetreten? andere seiner partei waren da schlauer, sollte man meinen, nicht war?
gespannt darf man jetzt auf den stadtrat schauen, wen sie nun ins amt des bürgermeisters hieven, oder? ich denke frau haase steht schon in den startloch, oder? in nordhausen gibt es immer wieder was zum lachen, oder?
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