Mo, 12:20 Uhr
04.05.2015
Nordhausens schnellster Retter
Hoher Besuch auf Erfurt wurde heute am Landeplatz des Nordhäuser Rettungshubschraubers Christoph 37 erwartet. Innenminister Holger Poppenhäger hatte sich auf Einladung seines Parteifreundes des Landratskandidaten Matthias Jendricke angekündigt. Während man auf den Minister wartete gab es auch viel Wissenswertes zu Nordhausens schnellstem Retter zu erfahren...
Während der Minister noch auf sich warten ließ, war Christoph 37 schon da. In zweifacher Ausführung. Nach einem technischen Defekt hatten die Nordhäuser Luftretter am Wochenende schnell für Ersatz sorgen müsssen.
Nur zwei Stunden verstrichen und der Ersatz-Christoph landete hinter der Südharz-Klinikum. Der Betrachter am Boden dürfte keinen Unterschied feststellen, es handelt sich um eine Baugleiche Maschine, einen EC 135.
Als man in der Wendezeit mit den Rettungsflügen begann, nutzte man Anfangs noch russische Maschinen, erinnerte sich der Leiter der Rettungskräfte des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) Andreas Poppe. Bald folgte der erste orangene "Christoph 37", eine Bell U1-HD. Die wurde vom zweiten Christoph, einer BO-105 ersetzt, welche widerrum durch den modernen EC 135 abgelöst wurde.
Wie schnell der Heli in der Luft ist, konnte Landratskandidat Matthias Jendricke denn auch aus direkter Nähe beobachten.
Insgesamt 1403 Einsätze flog man im vergangenen Jahr, berichtete Poppe. Zwei Minuten nach Alarm ist "Christoph" für gewöhnlich in der Luft, so Poppe weiter, und kann auf eine Geschwindigkeit von rund 140 Knoten kommen, das sind etwa 260 km/h. Etwas anschaulicher heißt das: der Rettungshubschrauber braucht für einen Transport von Nordhausen nach Halle gut 20 Minuten. Bei voller Betankung kann der Hubschrauber zwischen zwei und drei Stunden in der Luft bleiben.
Der Nordhäuser Hubschrauber wird vor allem als schneller Notarztdienst in Umkreis von etwa 60 Kilometern eingesetzt aber auch als Transportmittel für schwere Fälle, die in Spezialkrankenhäuser etwa nach Göttingen, Kassel oder Halle verbracht werden müssen.
Die Zusammenlegung der Leitstellen sei "vorbildlich", sagte Thüringens Innenminister Holger Poppenhäger (rechts) (Foto: Angelo Glashagel)
Ob der Hubschrauber zum Einsatz kommt, entscheidet die Leitstelle. Deren Hoheitsbereich wurde durch die Zusammenlegung mit dem Kyffhäuserkreis im vergangenen Jahr vergrößert, wofür auch Jendricke damals argumentiert hatte. "Am liebsten wäre mir eine Leitstelle für ganz Nordthüringen", sagte Kandidat Jendricke. Damit wäre eine Leitstelle für ein Gebiet mit gut 400.000 Einwohnern zuständig, was nicht ganz abwegig ist wenn man bedenkt, das moderne GPS-Technik und Logisitik in den Einsatzzentralen die Ortskenntniss in den Hintergrund gerückt haben und Nordhausen das einzige große Krankenhaus im Umland hat.
Und das Krankenhaus, mit 2000 Mitarbeitern und fast allen wichtigen Fachbereichen die größte noch kommunale Klinik in Thüringen, funktioniere gut, war zum Pressetermin zu hören. "Die Klinik muss sich in sich rechnen, den weder die Stadt noch der Landkreis können einen Nachschuss liefern", erklärte Jendricke seinem Parteifreund Poppenhäger, "das hat all die Jahre gut funktioniert".
Er habe den Minister eingeladen um das Bewusstsein dafür zu stärken das dass Südharzklinikum in kommunaler Hand verbleibe, sagte Jendricke (Foto: Angelo Glashagel)
Thüringens Innenminister war fast schon ein wenig verwundert, das nicht wie auf derlei Terminen wohl sonst üblich, allerlei Sorgen und Wünsche an ihn herangetragen wurden. Er habe den Innenminister eingeladen, um ihm einen guten Eindruck von funktionierendem Rettungssystem und dem Klinikum zu vermitteln, erklärte Jendricke, "mit dem Ziel das Bewusstsein dafür zu stärken, das dass Haus auch in kommunaler Hand bleibt". Dank der guten Kontakte zur jetzigen Landesregierung würde ihm dies als Landrat auch in Zukunft gelingen, meinte Jendricke.
Denn Poppenhäger ist als Innenminister auch für die kommunalen Belange und somit auch für das liebe Geld zuständig, von dem letztlich auch die Rettungskräfte in und um Nordhausen leben. "Wir müssen mit unseren Ressourcen sparend umgehen, auch in diesem Bereich", sagte der SPD-Politiker im Hinblick auf die Leitstellen. Das in Nordhausen ohne Druck aus Erfurt alleine eine Lösung gefunden wurde, sei vorbildlich, so Poppenhäger.
Thüringens Rettungskräfte sind derweil nicht nur im Freistaat aktiv, erzählte der Innenminister während eines kurzen Rundgangs durch die Rettungswache der Johanniter hinter dem Hangar. Zur Zeit seien auch zehn Johanniter, ausgebildete Fachleute, in Nepal unterwegs um vor Ort zu helfen. "Das ist sehr verdienstvoll", lobte der Innenminister.
Angelo Glashagel
Autor: redWährend der Minister noch auf sich warten ließ, war Christoph 37 schon da. In zweifacher Ausführung. Nach einem technischen Defekt hatten die Nordhäuser Luftretter am Wochenende schnell für Ersatz sorgen müsssen.
Nur zwei Stunden verstrichen und der Ersatz-Christoph landete hinter der Südharz-Klinikum. Der Betrachter am Boden dürfte keinen Unterschied feststellen, es handelt sich um eine Baugleiche Maschine, einen EC 135.
Als man in der Wendezeit mit den Rettungsflügen begann, nutzte man Anfangs noch russische Maschinen, erinnerte sich der Leiter der Rettungskräfte des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) Andreas Poppe. Bald folgte der erste orangene "Christoph 37", eine Bell U1-HD. Die wurde vom zweiten Christoph, einer BO-105 ersetzt, welche widerrum durch den modernen EC 135 abgelöst wurde.
Wie schnell der Heli in der Luft ist, konnte Landratskandidat Matthias Jendricke denn auch aus direkter Nähe beobachten.
Insgesamt 1403 Einsätze flog man im vergangenen Jahr, berichtete Poppe. Zwei Minuten nach Alarm ist "Christoph" für gewöhnlich in der Luft, so Poppe weiter, und kann auf eine Geschwindigkeit von rund 140 Knoten kommen, das sind etwa 260 km/h. Etwas anschaulicher heißt das: der Rettungshubschrauber braucht für einen Transport von Nordhausen nach Halle gut 20 Minuten. Bei voller Betankung kann der Hubschrauber zwischen zwei und drei Stunden in der Luft bleiben.
Der Nordhäuser Hubschrauber wird vor allem als schneller Notarztdienst in Umkreis von etwa 60 Kilometern eingesetzt aber auch als Transportmittel für schwere Fälle, die in Spezialkrankenhäuser etwa nach Göttingen, Kassel oder Halle verbracht werden müssen.
Die Zusammenlegung der Leitstellen sei "vorbildlich", sagte Thüringens Innenminister Holger Poppenhäger (rechts) (Foto: Angelo Glashagel)
Ob der Hubschrauber zum Einsatz kommt, entscheidet die Leitstelle. Deren Hoheitsbereich wurde durch die Zusammenlegung mit dem Kyffhäuserkreis im vergangenen Jahr vergrößert, wofür auch Jendricke damals argumentiert hatte. "Am liebsten wäre mir eine Leitstelle für ganz Nordthüringen", sagte Kandidat Jendricke. Damit wäre eine Leitstelle für ein Gebiet mit gut 400.000 Einwohnern zuständig, was nicht ganz abwegig ist wenn man bedenkt, das moderne GPS-Technik und Logisitik in den Einsatzzentralen die Ortskenntniss in den Hintergrund gerückt haben und Nordhausen das einzige große Krankenhaus im Umland hat.Und das Krankenhaus, mit 2000 Mitarbeitern und fast allen wichtigen Fachbereichen die größte noch kommunale Klinik in Thüringen, funktioniere gut, war zum Pressetermin zu hören. "Die Klinik muss sich in sich rechnen, den weder die Stadt noch der Landkreis können einen Nachschuss liefern", erklärte Jendricke seinem Parteifreund Poppenhäger, "das hat all die Jahre gut funktioniert".
Er habe den Minister eingeladen um das Bewusstsein dafür zu stärken das dass Südharzklinikum in kommunaler Hand verbleibe, sagte Jendricke (Foto: Angelo Glashagel)
Thüringens Innenminister war fast schon ein wenig verwundert, das nicht wie auf derlei Terminen wohl sonst üblich, allerlei Sorgen und Wünsche an ihn herangetragen wurden. Er habe den Innenminister eingeladen, um ihm einen guten Eindruck von funktionierendem Rettungssystem und dem Klinikum zu vermitteln, erklärte Jendricke, "mit dem Ziel das Bewusstsein dafür zu stärken, das dass Haus auch in kommunaler Hand bleibt". Dank der guten Kontakte zur jetzigen Landesregierung würde ihm dies als Landrat auch in Zukunft gelingen, meinte Jendricke.
Denn Poppenhäger ist als Innenminister auch für die kommunalen Belange und somit auch für das liebe Geld zuständig, von dem letztlich auch die Rettungskräfte in und um Nordhausen leben. "Wir müssen mit unseren Ressourcen sparend umgehen, auch in diesem Bereich", sagte der SPD-Politiker im Hinblick auf die Leitstellen. Das in Nordhausen ohne Druck aus Erfurt alleine eine Lösung gefunden wurde, sei vorbildlich, so Poppenhäger.
Thüringens Rettungskräfte sind derweil nicht nur im Freistaat aktiv, erzählte der Innenminister während eines kurzen Rundgangs durch die Rettungswache der Johanniter hinter dem Hangar. Zur Zeit seien auch zehn Johanniter, ausgebildete Fachleute, in Nepal unterwegs um vor Ort zu helfen. "Das ist sehr verdienstvoll", lobte der Innenminister.
Angelo Glashagel



