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Di, 12:27 Uhr
28.04.2015

Mit der Lupe in den Gipskarst

Am vergangenen Sonnabend unternahmen einige Mitglieder des BUND-Kreisverbandes Nordhausen eine kleine botanische Exkursion in das Naturschutzgebiet Rüdigsdorfer Schweiz. Mit dabei viel botanisches Wissen und die passende Ausrüstung...

Im Vordergrund stand dabei ein Besuch eines Vorkommens der Orchideenart Blasses Knabenkraut (Orchis pallens), an dem wir vor wenigen Wochen einen Pflegeeinsatz durchgeführt hatten.

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Nun wollten wir nachsehen, ob sich vielleicht schon positive Auswirkungen von Mahd, Entfilzung und Gehölzauflichtung zeigten: Positiv überrascht waren wir dann über die Zahl von rund 300 blühenden Exemplaren, was, sollte sich diese Größe bei einer genauen Zählung bestätigen, einem neuen Maximalwert seit 2006 entsprechen würde.

Inwieweit sich diese Entwicklung bereits auf unsere Maßnahmen zurückführen lässt, müssen weitere Untersuchungen zeigen.

Auf der botanischen Exkursion haben die Mitglieder des Nordhäuser BUND ganz genau hingesehen (Foto: Bodo Schwarzberg) Auf der botanischen Exkursion haben die Mitglieder des Nordhäuser BUND ganz genau hingesehen (Foto: Bodo Schwarzberg)

Vor Ort diskutierten wir auch über das Für und Wider der Rinderbweidung am Wuchsort. Feststellbar war, dass die Entwicklung der Orchideen an jenen Stellen behindert werden kann, die lediglich gemulcht werden. Die Entfernung des Mähgutes von der Fläche ist für die Förderung der Art wichtig.

Die Teilnehmer suchten auch eine Gipskuppe auf, die unter anderem zur Erhaltung mehrerer bedrohter Erdflechtenarten von großen Birken befreit worden war. Mittels Lupe tauchten wir für wenige Minuten in das bunte Reich unserer Gipsflechten ein. Erläutert wurde hier die Notwendigkeit, auf derartigen Flächen keine Rinderbeweidung zu zulassen, um die sensiblen Flechten vor der Vernichtung zu bewahren.

Weitere Stationen waren unter anderem ein Apfelbaum, der vermutlich eine Kreuzung zwischen Wild-Apfel und Kulturapfel darstellt, eine Kreuzung zwischen Wald-Veilchen und Hain-Veilchen und ein Wiederfund der Schuppenwurz für das Gebiet. Die Schuppenwurz (Latraea squamaria) ist ein chlorophyllloser Vollschmarotzer aus der Familie der Braunwurzgewächse. Auf Interesse stieß auch die Vorstellung der Giftpflanze Haselwurz (Asarum europaeum), deren unscheinbare Blüte und deren Rhizom nach Pfeffer riechen und die einst gegen Pestbeulen und zur Abtreibung eingesetzt wurde.

Auf der botanischen Exkursion haben die Mitglieder des Nordhäuser BUND ganz genau hingesehen (Foto: Bodo Schwarzberg) Auf der botanischen Exkursion haben die Mitglieder des Nordhäuser BUND ganz genau hingesehen (Foto: Bodo Schwarzberg)

Nicht zuletzt suchten wir mehrere Flächen auf, die im Zuge des Referenzprojekts Artenschutz unter Federführung des Landschaftspflegeverbandes Südharz-Kyffhäuser unter Gesichtspunkten des Artenschutzes vom Autor des Beitrages gepflegt werden. Dazu gehörte unter anderem ein Halbtrockenrasen mit mehreren hundert Exemplaren des Stattlichen Knabenkrautes (Orchis mascula).

Die botanischen Exkursionen des BUND-Kreisverbandes werden in loser Folge fortgesetzt.
Bodo Schwarzberg
Autor: red

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