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So, 12:54 Uhr
19.04.2015

Roms Legionen in Nordthüringen

Römische Truppen – gab`s die auch in Nordthüringen? Und ob! Mannigfaltige Details dieser interessanten Nachricht, die vor etwa einem Jahr durch die Medien ging, wurden vergangene Woche im Tabakspeicher präsentiert...

Dr. Mario Küßner und Dr. Tim Schüler sprachen über die Römer in Nordthüringen im Rahmen eines abendfüllenden Vortrags vor einer großen Schar von Mitgliedern und Gästen des Geschichtsvereins im Nordhäuser Tabakspeicher. Ergänzt wurden die Ausführungen durch zahlreiche aufschlussreiche Lichtbilder.

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Küßner und Schüler sind Mitarbeiter des Landesamtes für Denkmalpflege und Archäologie in Weimar. Vermutet wurde es schon länger – doch viele Jahre dauerte die Suche nach einem römischen Marschlager im Nordthüringer Raum, an dem die beiden Referenten maßgeblich beteiligt waren. Dann endlich gelang 2009/2010 der Nachweis: Die Römer waren hier! Glückliche Umstände hatten die Bodendenkmalpfleger auf die Spur römischer Legionäre geführt. Es fanden nämlich zu dieser Zeit bodendenkmalpflegerische Routinegrabungen im Vorfeld eines geplanten Straßenneubaues nahe des Dorfes Hachelbich im Kyffhäuserkreis statt.

Archäologische Sichtungen aus der Luft trugen ebenso zur Erkundung bei wie Oberflächenbegehungen und geophysikalische Verfahren. Letztlich konnte ein sogenanntes Marschlager römischer Truppen nachgewiesen werden, dessen Gesamtfläche ca. 18 Hektar betrug. Geschützt war das Lager durch umlaufend errichtete Spitzgräben, auf deren Aufschüttungen noch Holzpfähle eingerammt waren und die auf beiden Seiten nachweislich eine Gesamtlänge von ca. 425 Metern hatten.

Nachgewiesen werden konnte auch der Eingang mit vorgelagertem Grabenstück. Zudem wurden die Strukturen von acht Backöfen freigelegt. Allerdings war die Ausbeute an Fundstücken äußerst gering. Es wurden lediglich einige Gegenstände aus Buntmetall und vier Schuhnägel sichergestellt.

Die Marschlager dienten den römischen Truppen auf ihren Feldzügen in der Regel nur für einen oder mehrere Tage als Unterbringung und wurden in nur wenigen Stunden errichtet. Nach dem Abzug der Truppen war vom Lager kaum noch etwas zu sehen. Jeder Legionär trug alles am Mann und war für seine Ausrüstung selbst verantwortlich. So wurden kaum Gegenstände zurückgelassen. Und wenn doch, so wurden diese durch die ansässige Bevölkerung in Besitz genommen.

Zeitlich einordnen lässt sich das bei Hachelbich entdeckte Marschlager aufgrund der bislang nur wenigen Hinweise lediglich in einem größeren Zeitfenster vom 1. bis 3. Jahrhundert n. Chr. Ein Bezug zu einem möglicherweise stattgefundenen Feldzug kann daher noch nicht sicher hergestellt werden. Vermutungen, dass es sich bei diesem Kriegsgang um eine Strafaktion gegen Germanen gehandelt haben könnte, sind jedoch nicht von der Hand zu weisen. Die beiden Referenten äußerten die Hoffnung, dass geplante weitere Ausgrabungen den bisherigen Bestand an Funden erhöhen werden und somit eine genauere zeitliche Einordnung und weitere Details zum Aussehen des Lagers früher oder später einer interessierten Öffentlichkeit präsentiert werden können.

Den nächsten Geschichtsabend gibt es am 12. Mai. Zu Gast ist diesmal Suzy Hesse. Sie spricht über „Das Haus Domstraße 12 in Nordhausen“. Der Vortrag beginnt wie gewohnt um 19.30 Uhr, diesmal aber im Nordhäuser Vereinshaus „Thomas Mann“, W.-Nebelung-Str. 39. Gäste sind sehr willkommen. Der Eintritt ist frei.
Hans-Georg Backhaus
(Verantwortlicher Öffentlichkeitsarbeit
Nordhäuser Geschichts- und Altertumsverein)
Die Römer in Nordthüringen - Vortrag im Nordhäuser Tabakspeicher (Foto: Hans-Georg Backhaus)
Die Römer in Nordthüringen - Vortrag im Nordhäuser Tabakspeicher (Foto: Hans-Georg Backhaus)
Die Römer in Nordthüringen - Vortrag im Nordhäuser Tabakspeicher (Foto: Hans-Georg Backhaus)
Die Römer in Nordthüringen - Vortrag im Nordhäuser Tabakspeicher (Foto: Hans-Georg Backhaus)
Autor: red

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