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Mi, 06:35 Uhr
15.04.2015

Die CDU und der adrette Herr Mohring

Wäre ich eine junge Frau, Mike Mohring könnte mir gefallen: Charisma hat er. Sein rabenschwarzes, leicht gewelltes Haar kombiniert mit den dunkelbrauen Augen. Der tadellos sitzende Anzug, die feine und perfekt gebundene Krawatte unterstreichen ein gepflegtes Aussehen. Zudem ist er rhetorisch begabt...

Wahlkampf beim Stammtisch (Foto: Kurt Frank) Wahlkampf beim Stammtisch (Foto: Kurt Frank) Im Präsidium hatten Platz genommen, von links: Oberbürgermeister Klaus Zeh, Stefan Nüßle, Mike Mohring und Egon Primas.

Nordhausen. Mike Mohring hat Charm, hat Ausstrahlungskraft, ist jung, wirkt dynamisch. Frauen würden dahinschmelzen. Reihenweise. Wenn er es denn wollte.

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Der Vorsitzende der CDU-Landtagsfraktion und des CDU-Landesverbandes Thüringen war aber nicht nach Nordhausen gekommen, um einen Schönheitspreis zu gewinnen. Er warb für die CDU. Und ihren Landratskandidaten Stefan Nüßle. Zur Wahl am 26. April zählt jede Stimme. Natürlich auch die der Frauen.

Wähler mobilisieren

Die Christdemokraten hatte im Vorfeld der Landratswahl zu ihrem Stammtisch in die Gaststätte „Friedenseiche“ geladen, der Mohring herzlich willkommen hieß. Der 43-Jährige, einer der schillerndsten Politiker im Osten und nicht unumstritten, hielt sich nicht lange mit Vorreden auf. Es gehe um die Geschicke des Landkreises, betonte der Gast.

Jetzt gelte es, Wähler zu mobilisieren, zumal immer weniger Menschen Interesse an der Politik zeigten. Mohring lobte die Entscheidung Nüßles, sich zur Wahl zu stellen, Verantwortung zu übernehmen. Sie werde nicht einfach sein. Als 2. Beigeordneter habe er Erfahrung gesammelt und das Kreuz, sie zu schultern. Als Landrat sei man die unterste staatliche Vollzugsbehörde. Mit Liebe, Herz und Verstand sollte die Einheit zwischen Landkreis, Stadt und Kommunen mit Stefan gelingen.

Gewalt gegeißelt

Mike Mohring, der jede Art von Gewalt gegen Politiker geißelte und wiederholt Beifall während seiner Rede erhielt, kam alsdann auf die Landespolitik zusprechen. Sie fiel aus seiner Sicht wenn auch nicht gerade katastrophal, so doch sehr kritisch aus. Die Koalition, betonte er, verkünde alles Mögliche, einen Landeshaushalt brachte sie bislang hingegen immer noch nicht zustande. Komme der erst im Sommer, werde es kaum noch öffentliche Ausschreibungen für das Jahr geben. Handwerker und der Mittelstand lebten aber davon. Finanzielle Verlässlichkeit sei das nicht.

Wortbruch sei das

Überhaupt habe Rot-Rot-Grün vor der Wahl viel versprochen, wollte alles besser machen, die Kommunen finanziell entlasten. Taten ließen jedoch auf sich warten. Wortbruch sei das. So sei die CDU auch für die Vielfalt der Trägerschaften im Schulsystem. Getreu dem Grundsatz „Kurze Beine – kurze Wege“ dürfe keine Grundschule mehr schließen. Nicht einschränken dürfe man den Finanzfluss für freie Schulen.

Kommunen einbinden

Mike Mohring kam auch auf die Flüchtlingsproblematik zu sprechen und unterstrich: Menschen in Not, die um Leib und Leben fürchten müssen, reichen wir die Hand. Man dürfe aber Kommunen wie Mühlhausen nicht vor vollendete Tatsachen stellen, sondern sie vorher in den Prozess einbinden. Menschen aus sogenannten sicheren Drittstaaten können nicht auf ein Bleiberecht auf Dauer pochen. Die Landesregierung veranlasste aber einen Abschiebestopp. Wer das anders sieht und gegen das „Überstülpen“ gefasster Entscheidungen demonstriere, könne schnell in die rechte Ecke kommen.

Mohrings großer Wunsch

Der Vorsitzende der CDU-Landtagsfraktion schloss mit den Worten: „Das Beste, was passieren kann, ist: Schwarzer Landkreis, später auch im Land.“ Er dann als Landesvater? Das ließ er offen. Mohring sicherte Stefan Nüßle seine volle Unterstützung zu. Der schloss sich dem Wunsch an und will gemeinsam mit Landtagsabgeordneten Egon Primas und OB Klaus Zeh eine fruchtbringende Zusammenarbeit pflegen, den Landkreis voranbringen.

„Treueschwüre“

Jürgen Hohberg aus Sollstedt, Vorsitzender des Finanzausschusses im Kreistag, Frank Rostek, Bürgermeister aus Bleicherode, der kein Landrat werden wollte, und sein Amtskollege Andreas Gerbothe aus der Gemeinde Hohenstein legten einen „Treueeid“ für Nüßle ab.

Bleicherode habe ein Freibad, Kino und Kulturhaus, zählte Rostek auf. Man sei am Ende, wenn man keine Mittel vom Land erhalte, die freiwilligen Ausgaben unter zwei Prozent (Bleicherode 2,6 Prozent) sinken. Unvorstellbar für die Stadt sei es, die letzte Einrichtung schließen zu müssen. Mohring möge das mit nach Erfurt nehmen.

Kritische Frage

In die Aufbruchstimmung im CDU dominierten Saal schien die Frage von Klaus Garzke aus Neustadt geradezu fehl am Platze: Habe nicht die von der CDU geführte Landesregierung unter Lieberknecht mit all ihren Skandalen selbst für Politikverdrossenheit gesorgt?, wollte er wissen. Mike Mohring ließ Egon Primas die Frage beantworten. Ja, das müsse man sagen: Diese Querelen haben die CDU um den Sieg gebracht.
Kurt Frank
Autor: red

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Kommentare
TED
15.04.2015, 11:01 Uhr
armselige CDU
Hatte Herr Nüßle auch was gesagt? Passend die Wanddeko HB München. Handrek hatte es seinerzeit auf den Punkt gebracht. Aber der ist ja aus der CDU ausgetreten.!? Schade.
Leser X
15.04.2015, 11:16 Uhr
Nicht blenden lassen...
... Herr Frank. Seien Sie froh, dass Sie keine Frau sind:::))) Aber mal ganz im Ernst: Er mag ja telegen und sonstwas sein, der Herr Mohring. Letztlich steht er aber für eine uralte Politik in Thüringen, die die Mehrheit des Volkes zu Recht nicht mehr wollte...
Altstadtfan
15.04.2015, 12:24 Uhr
Immer bei der Wahrheit bleiben !
Aus den letzten Wahlen in Thüringen ist immer noch die
CDU als stärkste Partei hervorgegangen . Das die zur Zeit amtierende Regierung es besser kann, ist nicht sicher .
Sparer
15.04.2015, 19:28 Uhr
Na Herr Frank,
das sind ja wahrhaft weibliche Betrachtungsweisen. Wenn man das "Präsidium" dort auf dem Bild sieht, brauchen die CDU-Männer offensichtlich Frauen nur zum Anhimmeln und Schwärmen.
Ich sehe jedenfalls keine Frau, die was zu sagen hat.
Immer wenn es WICHTIG-Bilder von der CDU gibt,
- nnz/Berichte-sind die Frauen offensichtlich schon zu Hause, bereiten das Abendbrot vor und gucken dann in der knappen freien Zeit im Fernsehen" REICH UND SCHÖN".
Hoffentlich dürfen sie zur Wahl gehen, denn dort können sie mit ihren politisch fleißigen Männern auch öffentlich gesehen werden.
Luftikus
16.04.2015, 00:13 Uhr
CDU veranstalte eine gute Veranstaltung
Vorweg lieber TED, Herr Handrek hat leider gar nichts auf den Punkt gebracht. Er hat nur Posten haben wollen. Er war enttäuscht, dass er trotz guter Platzierung nicht gewählt wurden ist. Die CDU ist eine Partei mit sehr vielen Frauen, die nicht am Herd stehen. Mit der Frauenunion findet bestimmt auch die Fellnase eine Freizeitgestaltung.
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