Mi, 15:26 Uhr
01.04.2015
Forum: Behinderten Parkplätze
Erleichtertes Parken für Behinderte – oder eher doch nicht? Ein Sondershäuser hat da nicht nur in Sondershausen, sondern auch in Nordhausen so seine Probleme...
Rollstuhlfahrer und gleichgestellte Behinderte die über einen Sonderausweis oder Plakette zum Parken auf Rollstuhlfahrerparkplätzen verfügen ärgern sich vielfach und täglich. Ich bin kein Rollstuhlfahrer, habe aber auf Grund meiner schweren Behinderung ebenfalls einen solchen Sonderausweis als Parkausweis.
Schön, wenn Einkaufscenter, Kommunen und andere die Möglichkeit zur Parkerleichterung für diese Personengruppen geschaffen hat. Gerne würde man diese Angebote auch nutzen. Doch wie sieht die Realität aus? Ich bin u. a. Kunde im Kaufland in Sondershausen. Auch hier wurden nahe der Rolltreppe großzügig etliche Parkplätze für Rollstuhlfahrer reserviert. Doch wie sieht die tägliche Praxis wirklich aus?
Nichtbehinderte parken auch diese Stellflächen aus Bequemlichkeit zu, oft auch im Wissen, dass sie damit gegen geltende Regelungen verstoßen. Aber wo kein Kläger ist, da ist auch kein Richter. Viel gehörte Antwort dann: In der Nähe vom Eingang seien keine anderen Parkplätze mehr frei gewesen. Vielen Dank für diese Antwort im Namen aller Betroffenen Behinderten und Rollstuhlfahrer.
Aldi-Parkplatz in der Nordhäuser Str. 1 in Sondershausen. Auch hier gibt es viele Geschäfte, CSC GmbH, Zahnarzt; Knappschaft und etliches mehr. Hier hat man immerhin einen Behindertenparklatz vor dem Aldi eingerichtet. Leider muss der Rollstuhlfahrer hier dann auch bei jedem Wind und Wetter erst um die Grüninsel drumherum fahren um zum Parkplatz zu gelangen und seine Einkäufe, den Rollstuhl zu verstauen und selbst ins Auto zu gelangen.
Hätte man diese behindertengerechte Parkfläche nicht auf die Parkflächen direkt an der Stirnseite vom Aldi verlagern können? Das wäre sicher auch für die Betroffenen eine Erleichterung gewesen und im Zuge der umfangreichen Bauarbeiten auch im Bereich der Parkflächen im letzten Jahr sicher auch technisch machbar gewesen.
Ein weiterer Behindertenparkplatz befindet sich dann noch am entgegengesetzten Ende, also fast am Loh bei den Müll- und Sammelbehältern für Papier, Altglas usw.. Der Behinderte, der hier parkt (oder parken muss, weil rundrum auch alles voll ist) sollte auch vorsichtshalber immer wetterfeste Kleidung anhaben. Denn bei Schlechtwetter, wie die letzten Tage mit dem Sturmtief, ist er sprichwörtlich sacknass bis auf die Haut bis er z. B. einen Laden oder die Knappschaft überhaupt erreicht hat. Auch hier ließe sich sicherlich eine andere behindertenfreundlichere Lösung finden, zum Beispiel auf einigen Parkflächen direkt an der Stirnseite des Deichmann Schuhgeschäftes. Aber es geht noch schlimmer.
Am Dienstag war ich mit meiner Begleitung in Nordhausen gezwungenermaßen unterwegs. Mussten hier Wege erledigen und wollten dabei auch noch Einkäufe erledigen. Angekommen an der Domäne (direkt am Stadtrand bei den Kiesgruben nach Sundhausen zu gelegen) verschlug es uns die Sprache. Sind in dieser Verkaufseinrichtung Behinderte eventuell nicht mehr auch gerne gesehene Kunden und unerwünscht?!
Fragen über Fragen. Die Beschilderung vor der Domäne ist da selbstredend und ich überlasse es gerne Ihrer eigenen Fantasie. Es gibt zwar direkt neben dem Eingang zur Domäne laut Verkehrszeichen sogar 2 Rollstuhlparkplätze, aber die Geschäftsführung der Domäne hat hier das Parken für die Behinderten sogar offenbar untersagt und verboten (siehe aufgestelltes Schild), damit Direktabholer hier ihre Waren einladen können. Wer hier mit einem Transporter oder einem anderen geeigneten Fahrzeug sperrige oder größere Güter selbst abholt ist vermutlich mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit auch kein Rollstuhlfahrer.
Dass es auch ganz anders geht, beweist ein Foto, ebenfalls in Nordhausen, bei einem Discounter, bei Roller. Hier hat man bewusst direkt neben dem Eingang sogar 4 Parkflächen für Rollstuhlfahrer reserviert. Was sagt uns das nun?! Mein Fazit: Behinderung und gleichberechtigte Teilhabe am Leben, also Inklusion, ist in der Praxis noch an vielen Stellen zumindest verbesserungswürdig – und fähig.
T. Leipold
Sondershausen
Autor: khhRollstuhlfahrer und gleichgestellte Behinderte die über einen Sonderausweis oder Plakette zum Parken auf Rollstuhlfahrerparkplätzen verfügen ärgern sich vielfach und täglich. Ich bin kein Rollstuhlfahrer, habe aber auf Grund meiner schweren Behinderung ebenfalls einen solchen Sonderausweis als Parkausweis.
Schön, wenn Einkaufscenter, Kommunen und andere die Möglichkeit zur Parkerleichterung für diese Personengruppen geschaffen hat. Gerne würde man diese Angebote auch nutzen. Doch wie sieht die Realität aus? Ich bin u. a. Kunde im Kaufland in Sondershausen. Auch hier wurden nahe der Rolltreppe großzügig etliche Parkplätze für Rollstuhlfahrer reserviert. Doch wie sieht die tägliche Praxis wirklich aus?
Nichtbehinderte parken auch diese Stellflächen aus Bequemlichkeit zu, oft auch im Wissen, dass sie damit gegen geltende Regelungen verstoßen. Aber wo kein Kläger ist, da ist auch kein Richter. Viel gehörte Antwort dann: In der Nähe vom Eingang seien keine anderen Parkplätze mehr frei gewesen. Vielen Dank für diese Antwort im Namen aller Betroffenen Behinderten und Rollstuhlfahrer.
Aldi-Parkplatz in der Nordhäuser Str. 1 in Sondershausen. Auch hier gibt es viele Geschäfte, CSC GmbH, Zahnarzt; Knappschaft und etliches mehr. Hier hat man immerhin einen Behindertenparklatz vor dem Aldi eingerichtet. Leider muss der Rollstuhlfahrer hier dann auch bei jedem Wind und Wetter erst um die Grüninsel drumherum fahren um zum Parkplatz zu gelangen und seine Einkäufe, den Rollstuhl zu verstauen und selbst ins Auto zu gelangen.
Hätte man diese behindertengerechte Parkfläche nicht auf die Parkflächen direkt an der Stirnseite vom Aldi verlagern können? Das wäre sicher auch für die Betroffenen eine Erleichterung gewesen und im Zuge der umfangreichen Bauarbeiten auch im Bereich der Parkflächen im letzten Jahr sicher auch technisch machbar gewesen.
Ein weiterer Behindertenparkplatz befindet sich dann noch am entgegengesetzten Ende, also fast am Loh bei den Müll- und Sammelbehältern für Papier, Altglas usw.. Der Behinderte, der hier parkt (oder parken muss, weil rundrum auch alles voll ist) sollte auch vorsichtshalber immer wetterfeste Kleidung anhaben. Denn bei Schlechtwetter, wie die letzten Tage mit dem Sturmtief, ist er sprichwörtlich sacknass bis auf die Haut bis er z. B. einen Laden oder die Knappschaft überhaupt erreicht hat. Auch hier ließe sich sicherlich eine andere behindertenfreundlichere Lösung finden, zum Beispiel auf einigen Parkflächen direkt an der Stirnseite des Deichmann Schuhgeschäftes. Aber es geht noch schlimmer.
Am Dienstag war ich mit meiner Begleitung in Nordhausen gezwungenermaßen unterwegs. Mussten hier Wege erledigen und wollten dabei auch noch Einkäufe erledigen. Angekommen an der Domäne (direkt am Stadtrand bei den Kiesgruben nach Sundhausen zu gelegen) verschlug es uns die Sprache. Sind in dieser Verkaufseinrichtung Behinderte eventuell nicht mehr auch gerne gesehene Kunden und unerwünscht?!
Fragen über Fragen. Die Beschilderung vor der Domäne ist da selbstredend und ich überlasse es gerne Ihrer eigenen Fantasie. Es gibt zwar direkt neben dem Eingang zur Domäne laut Verkehrszeichen sogar 2 Rollstuhlparkplätze, aber die Geschäftsführung der Domäne hat hier das Parken für die Behinderten sogar offenbar untersagt und verboten (siehe aufgestelltes Schild), damit Direktabholer hier ihre Waren einladen können. Wer hier mit einem Transporter oder einem anderen geeigneten Fahrzeug sperrige oder größere Güter selbst abholt ist vermutlich mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit auch kein Rollstuhlfahrer.
Dass es auch ganz anders geht, beweist ein Foto, ebenfalls in Nordhausen, bei einem Discounter, bei Roller. Hier hat man bewusst direkt neben dem Eingang sogar 4 Parkflächen für Rollstuhlfahrer reserviert. Was sagt uns das nun?! Mein Fazit: Behinderung und gleichberechtigte Teilhabe am Leben, also Inklusion, ist in der Praxis noch an vielen Stellen zumindest verbesserungswürdig – und fähig.
T. Leipold
Sondershausen
Anmerkung der Redaktion:
Die im Forum dargestellten Äußerungen und Meinungen sind nicht unbedingt mit denen der Redaktion identisch. Für den Inhalt ist der Verfasser verantwortlich. Die Redaktion behält sich das Recht auf Kürzungen vor.
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