eic kyf msh nnz uhz tv nt
Anzeige Refinery (c1)
So, 19:51 Uhr
03.06.2001

Handzettel vor Sinfoniekonzert verteilt

Nordhausen (nnz). Das Lohorchester hatte am Abend zu seinem Sinfoniekonzert eingeladen. Bei strömendem Regen hatten es die Konzertbesucher eilig. Aufgehalten wurden sie allerdings von jungen Leuten des Theaterjugendclubs, die - mit Schirmen „bewaffnet“ - Zettel verteilten. Auf den Zetteln lasen die Besucher ein Manuskript von Generalmusikdirektor (GMD) Peter Stangel.

Christian verteilt Handzettel Vor jeder Spielzeit gibt das Nordhäuser Theater das sogenannte Spielplan- oder Jahresheft heraus. Versehen ist das Heft nicht nur mit dem Spielplan, sondern auch mit Vor- oder Geleitworten der Leitung des Hauses. In diesem Jahr fehlt jedoch ein Statement, das von GMD Stangel. „Aus Platzgründen sah sich die Intendanz gezwungen, auf das GMD-Vorwort zu verzichten“, so Peter Stangel gegenüber nnz. Die Redaktion der nnz hat sich deshalb entschlossen, dass Manuskript zu veröffentlichen.

„Schneller als erwartet kommt sie, meine letzte Saison als Generalmusikdirektor des Loh-Orchesters und des Theaters Nordhausen. Die Umstände, die dazu führten, dass ich meinen Vertrag nicht verlängert habe, sind bekannt, auf sie möchte ich in diesem Rahmen nicht noch einmal eingehen. Denn auch in dieser Saison soll gelten: Prima la musica - zuerst die Musik. Und das sind farbige, kontrastreiche Programme, eine Mischung aus Bekanntem und Unbekanntem, aus Solisten und Sinfonien, der Wechsel von Leisem und Lautem - gespielt für Sie, unser Publikum.

Dieses Konzept, mit dem wir vor zwei Jahren angetreten sind, wurde von Ihnen angenommen, in nur zwei Jahren hat sich die Anzahl der Zuhörer in den Konzerten fast verdoppelt. Darüber sind wir sehr froh und ich danken Ihnen, dass sie uns Vertrauen entgegen gebracht haben und die Bereitschaft, sich immer auch auf weniger verdauliche Kost einzulassen. In diesen beiden Jahren haben wir viel geschafft. Das Loh-Orchester Sondershausen ist von Konzert zu Konzert gewachsen, musikalisch wie klanglich. Ein Höhepunkt der letzten Saison war sicher die 3. Sinfonie von Anton Bruckner, ein anderer die Operngala zum Jahreswechsel. Und wer hätte gedacht, dass wir die vertrackten Rhythmen des neuen Werkes von Michael Nyman so bewältigen würden, dass selbst der als äußerst anspruchsvoll geltende Komponist zufrieden lächelte?

Sehr verehrte Konzertfreunde, auch in meiner letzten Spielzeit möchten wir wieder einen Bogen von 1700 bis 2000 spannen und Ihnen, wie bisher, Neues und Bekanntes, Aufregendes und Vertrautes präsentieren, darunter auch wieder spannende Ur- und Erstaufführungen. Ich selbst werde mich von Ihnen mit zwei zentralen Werken der Musikliteratur verabschieden: Strawinskys Le Sacre du Printemps und dem Liebestod aus Wagners Tristan und Isolde - Ekstase nach außen und innen, die beiden Pole, zwischen denen Musik sich entwickelt.

Ich wünsche Ihnen eine schöne Spielzeit und lege für die Zukunft Ihnen, dem Publikum, Ihr Loh-Orchester Sondershausen ans Herz: Hüten Sie dieses Juwel Nordthüringens.“

Herzlichst Ihr Peter Stangel
Autor: nnz

Anzeige symplr (6)
Kommentare

Bisher gibt es keine Kommentare.

Kommentare sind zu diesem Artikel nicht möglich.
Es gibt kein Recht auf Veröffentlichung.
Beachten Sie, dass die Redaktion unpassende, inhaltlose oder beleidigende Kommentare entfernen kann und wird.
Anzeige symplr (9)
Anzeige symplr (8)