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Fr, 08:00 Uhr
06.02.2015

nnz-Betrachtung: Seltsamer Wahlkampf

Wahlkämpfe auf allen Ebenen bringen immer mal wieder einige Überraschungen mit sich. Das ist im Bund oder Land nicht anders als an der kommunalen Basis. Selbst wenn es um die Wahl für ein Ehrenamt geht...


In der Einheitsgemeinde Hohenstein wird übermorgen der ehrenamtliche Bürgermeister gewählt. Nach sechs Jahren "Regierungszeit" muss sich Amtsinhaber Andreas Gerbothe das erste Mal dem Wahlkampf und einem Herausforderer namens Thomas Evers stellen.

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Nun könnte man meinen, was interessiert schon die Wahl eines ehrenamtlichen Bürgermeisters, der seinen Amtssitz in Klettenberg hat? Sie interessiert schon aus folgendem Grund: Die vermutlich letzte Pressemitteilung aus der Einheitsgemeinde, die datiert im Archiv der nnz aus dem Jahr 2010. Damals wurde in Schiedungen ein Stück Straße übergeben.

Danach Funkstille. Und plötzlich, vor wenigen Wochen, als der Wahlkampf so richtig in Fahrt kam, da wurde man in der Verwaltung der Einheitsgemeinde sehr munter. Woche für Woche kam elektronische Post, in der die Erfolge der Kommune und die des Bürgermeisters aufgezählt wurden. Alles schön in der persönlichen "Ich-Form" dargestellt. Nachzulesen in der nnz in der Rubrik Wahlkampf.

Ausschnitt aus einer Pressemitteilung (Foto: nnz) Ausschnitt aus einer Pressemitteilung (Foto: nnz) Ausschnitt aus einer Pressemitteilung der Einheitsgemeinde, die wie Wahlwerbung wirkt

Das allein wäre nicht zu kritisieren, wenn diese Wahlwerbung nicht als offizielle Pressemitteilung der Gemeinde deklariert wurde. Abgeschickt von der dienstlichen Mailadresse einer Marlies Biernat, die nicht nur die eigentliche Verwaltungschefin in Hohenstein ist, sondern auch noch als Wahlleiterin fungiert. Von gleicher Adresse aus kam übrigens ein Statement eines Herrn Wegner, seines Zeichens ehrenamtlicher Vorstand des Diakoniewerkes Landkreis Nordhausen-West. Herr Wegner kritisiert darin, dass der Gegenkandidat von Andreas Gerbothe in seinem Wahlprogramm die "Etablierung einer neuen Sozialstation" aufgeschrieben hat.

Auch diese verschickte Mail passt natürlich in die Wahlkampfstrategie, die man sich in Klettenberg ausgedacht hat. Sie schadet dem Gegner des noch amtierenden Bürgermeisters. Dumm nur, dass das jetzt öffentlich wird. Über solche Fehler sind schon ganz andere Kandidaten in Wahlkämpfen gestrauchelt.

Und so könnte ich mir vorstellen, dass nach dem Sonntag die Bürgermeisterwahl für die Wählerinnen und Wähler der Einheitsgemeinde Hohenstein noch nicht beendet ist. Denn diese Art des Wahlkampfes, die ist schon ziemlich dreist. Oder ziemlich dumm.
Peter-Stefan Greiner
Autor: red

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Kommentare
Gudrun1974
06.02.2015, 08:51 Uhr
Klasse nnz ...
... wieder mal die nächste Absonderlichtkeit der Politik in diesen Landkreis aufgedeckt.
derHohensteiner
06.02.2015, 09:22 Uhr
Fehler die nicht toleriert werden können!
Ob nun bewusst, unwissentlich oder aus Versehen...
Egal wie! So jedenfalls kann es nicht gehen. Die Art und Weise wie in Hohenstein mit dieser Wahl umgegangen wurde und wird, ist mehr als fraglich und sollte genau unter die Lupe genommen werden.
Babette Klingert
06.02.2015, 11:27 Uhr
Nüßle, Jendricke, Gerbothe .... jagt sie zum Teufel
... gibt es eigentlich in Nordhausen noch Politiker, die keine Berührungspunkte mit der Justiz hatten?

Jagt sie alle zum Teufel.

Aber anderswo ist es auch nicht besser. In Eisenberg will ein vorbestrafter seinen Platz auch nicht räumen: Und von Edathy und Chrystel-SPD-Hartmann ganz zu schweigen: Fragt sich Otto Normalbürger verwundert: Ist es überhaupt normal, dass ich noch nichts mit der Justiz zu tun hatte?
emmerssen
06.02.2015, 12:59 Uhr
Eingeschlafen?
Leider ist man im Laufe der letzten Jahre in der Verwaltung in Klettenberg kompett eingeschlafen. Das betrifft leider auch den noch amtierenden Bürgermeister Herrn Gerbohte! Dort kommt man sich nur als ,,Bittsteller,, und nicht als Bürger der Gemeinde vor. Alles wird dem Sparzwang untergeordnet. Neue Ideen, Tatendrang - komplett nicht vorhanden. Sind schließlich auch mit Arbeit verbunden. Nun kommt ein neuer Kandidat um das Schloß (sorry die frisch sanierte Burg) in Klettenberg aus dem Dornröschenschlaf zu küssen. Da greift man doch schnell zu allen möglichen (und unmöglichen) Mitteln um dem Prinzen seine Grenzen aufzuzeigen!
So funktioniert in diesem Staat Demokratie!!!
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