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Do, 11:28 Uhr
05.02.2015

Ignoranz gegenüber ehrenamtlicher Arbeit

Im Wahlprogramm des AfD Kandidaten für den Bürgermeisterposten der Gemeinde Hohenstein steht auch der Vorschlag, eine neue Sozialstation in der Gemeinde zu errichten. Die Ehrenamtler der Diakonie-Sozialstation in Günzerode irritiert der Vorschlag, kommunale Konkurrenz sei in niemandes Interesse..


Die Ankündigung der Etablierung einer neuen Sozialstation innerhalb der Gemeinde Hohenstein empfinde ich als eine deutliche Ignoranz gegenüber der ehrenamtlichen Arbeit der Mitglieder und des Vorstandes der Sozialstation Günzerode (1. Sozialstation des Diakoniewerkes Landkreis Nordhausen-West ) welche von einem Verein getragen wird, der hier in der Region über 100 Mitglieder hat.

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Der Verein veranstaltet jedes Jahr mehrere Diakonienachmittage in den Dörfern der Gemeinde Hohenstein, die sehr gut von den Einwohnern, Mitgliedern und Sympathisanten besucht werden. Gegründet wurde der Verein nach der Wende aus der gemeinsamen Initiative der evangelischen Kirche und vieler Bürger aus den damaligen selbstständigen Gemeinden, die heute zu Werther und Hohenstein zählen. Ziel war es, den Gemeindeschwestern, die zu DDR-Zeiten die soziale und pflegerische häusliche Betreuung wahrgenommen haben, eine Perspektive zu geben. Während der gesamten Zeit wird der Verein ehrenamtlich geleitet.

Mit Sorge erfüllt mich die Ankündigung auch, da wir als Vorstände Verantwortung für mittlerweile über 35 Mitarbeiter tragen. Der Verein hat im Laufe der letzten Jahre erhebliche Mittel für die Schaffung von Angeboten der Tages-, der Verhinderungspflege und vor allem in das Angebot der ambulanten Pflege zur Verfügung gestellt. Zurzeit findet ein Planungsverfahren zur Schaffung eines stationären Pflegeangebotes statt. Der Verein arbeitet auf einer soliden wirtschaftlichen Grundlage. Er bietet, neben Arbeitsplätzen, allen, vor allem älteren Menschen, die Hilfe und Unterstützung benötigen, die Möglichkeit in ihrer vertrauten Umgebung zu bleiben. Aus unseren Mitgliederversammlungen wissen wir, dass dies auch als Vorteil von  vielen jüngeren Familien gesehen wird, da sie ihre Angehörigen gut versorgt wissen.

Natürlich befinden wir uns auf einem freien Markt. Wir haben uns durch die hohe Zuverlässigkeit und Qualität der Arbeit unserer Schwestern und Mitarbeiter auf dem Markt und in der Region bewährt.

Eine Konkurrenz nun aber von kommunaler Seite kann hier weder im Sinne des Gesetzgebers, noch im Interesse unserer Mitbürger sein.      
 
Michael Wegner
Ehrenamtlicher Vorstand des Diakoniewerkes Landkreis Nordhausen-West
Autor: red

Anmerkung der Redaktion:
Die im Forum dargestellten Äußerungen und Meinungen sind nicht unbedingt mit denen der Redaktion identisch. Für den Inhalt ist der Verfasser verantwortlich. Die Redaktion behält sich das Recht auf Kürzungen vor.
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Kommentare
harz59
05.02.2015, 12:04 Uhr
Konkurrenzangst?
Mit Verblüffung habe ich diesen Artikel gelesen. Hat die Diakonie etwa Angst vor Konkurrenz? Bisher hatten sie in diesem Bereich das alleinige Monopol. Aber warum sollen denn die Bürger in ihrer freien Entscheidungsmöglichkeit beschnitten werden?

In der Stadt Nordhausen existieren ebenfalls verschiedene Angebote unterschiedlicher Träger. Die investieren ebenfalls an ihren Standorten für die Bürger , Mitarbeiter u.s.w. Das macht nicht nur die Diakonie in Günzerode.

Ich bin jedenfalls froh, dass ich mir aussuchen kann, wer mir hilft und mich unterstützen soll. Oder wo ich meine Freizeit verbringen kann ( das Thema und das Umfeld sind mir wichtig) . Danke das ich in der Stadt Nordhausen mich selbst entscheiden kann!
Peppone
05.02.2015, 12:22 Uhr
Dem fiel nichts Besseres ein
Irgendetwas mußte der AFDler ja in sein Wahlprogramm reinschreiben. Und Sozialstation klingt doch irgendwie gut und nach Kompetenz.
Eckenblitz
05.02.2015, 13:08 Uhr
Was denn nun
„Natürlich befinden wir uns auf einem freien Markt:“ „ Eine Konkurrenz nun aber von kommunaler Seite kann hier weder im Sinne des Gesetzgebers, noch im Interesse unserer Mitbürger sein.“ herr michael wegner, sie sprechen hier mit gespaltener zunge, sie sind für freie MW, aber nicht wenn es um die „Sozialstation Günzerode“ geht. hier wollen sie die alleinige Hoheit behalten, da darf ihnen niemand ins gehege kommen, und das nennen sie dann wohl auch noch „SOZIALE MARKTWIRTSCHAFT“? muss man nicht eher glauben, dass sie angst haben, vor irgendwelche konkurenz? anstatt sich zu freuen, dass sich mehrere personen um bedürftige menschen kümmern, versuchen sie das zu verhindern, wie soll man darüber denken?
Thomas Evers
05.02.2015, 13:20 Uhr
Hohenstein eine soziale Wüste?
Es ist für mich schon sehr befremdlich wenn hier der Vorstand eines Sozialen Trägers und Pfarrer in den Wahlkampf eingreift.

Fakt ist: In Hohenstein mit seinen 9 Orten und rd. 60 km² Gemeindegebiet gibt es gibt es nicht ein ortsfestes Angebot für Senioren. Das einzige was die Gemeinde leistet, ist eine Rentner-Weihnachtsfeier im Jahr, bei der die ausrichtenden Ortsteilbürgermeister auch noch regelmäßig um das Geld kämpfen müssen. Weiter ist hier nichts!

Als Kandidat um das Amt des Bürgermeisters muss ich doch wohl in erster Linie die Belange meiner eigenen Bürger im Auge haben und nicht die Auslastung der benachbarten diakonischen Einrichtung. Das hat nichts mit dem Ehrenamtlichen Engagement dieser Einrichtung zu tun, welches ich sehr schätze. Ich habe selbst 13 Jahre bei einem kirchlichen Träger von Sozialleistungen, in verschiedenen Funktionen gearbeitet und weiß also von was ich hier schreibe.

PS. Es fanden im Übrigen auch Sondierungsgespräche zum Thema, mit dem Vorstand der Johanniter-Unfall-Hilfe in Nordhausen statt, diese sind ebenfalls Mitglied im Diakonischen Werk ...
Thomas Evers
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