Mi, 15:14 Uhr
28.01.2015
Knackpunkt bleibt Finanzierung
Der Zugang zum Bankkredit als klassische Finanzierungsform für Unternehmensübernahmen hat sich laut einer Analyse der Industrie- und Handelskammer (IHK) Erfurt in den letzten zwölf Monaten verbessert...
Dennoch meldet jeder zweite, der eine Firma übernimmt, Schwierigkeiten, den Kaufpreis und erforderliche Modernisierungsinvestitionen zu finanzieren. Das gilt selbst in der aktuellen Niedrigzinsphase, so IHK-Hauptgeschäftsführer Gerald Grusser.
Besonders in der Industrie erschwerten der hohe Kapitalbedarf und oft unzureichendes Eigenkapital und Sicherheiten der potentiellen Nachfolger die Übergabe. Immer mehr Unternehmer erreichten gegenwärtig das Ruhestandsalter. Gleichzeitig würden aber viele Qualifizierte eine gut dotierte Festanstellung der risikoreicheren Selbstständigkeit vorziehen.
Kommt es dennoch zu Übernahmeverhandlungen, scheiden sich beim Kaufpreis oft die Geister: Vier von zehn Alt-Inhabern fordern mit Blick auf ihr Lebenswerk eine aus Sicht der Käufer zu hohe Summe, gibt Grusser zu bedenken. Aber auch die Art der Zahlung des Kaufpreises sei entscheidend. Oft wären hier Kreativität und Kompromissbereitschaft der Partner gefragt, um den Übergabeprozess zum Erfolg zu führen.
Dennoch machten sich die derzeit guten Finanzierungskonditionen positiv bemerkbar. Wir sehen gerade bei der Ausreichung von Bürgschaften gute Fortschritte. Der stabile Konjunkturverlauf hat das Kreditausfallrisiko weiter gemindert und die Aufgeschlossenheit der Geldinstitute und Bürgschaftsbanken erhöht, so der IHK-Chef. Bürgschaften könnten immer dann helfen, wenn die Gründer nicht über ausreichende Sicherheiten verfügten, was gerade bei Nachfolgern im jüngeren Alter öfters der Fall wäre.
Die zusätzlichen Regulierungen der Finanzmärkte werden den Zugang zu Fremdkapital aber wieder sukzessive erschweren. Deshalb wird auch eine Beteiligungsfinanzierung bei Betriebsübernahmen künftig eine stärkere Rolle spielen, ist sich Grusser sicher.
Mit Blick auf eine familieninterne Nachfolge herrsche in vielen Unternehmen durch das Erbschaftsteuergesetz des Bundesverfassungsgerichts momentan große Verunsicherung. Die IHK-Organisation fordert die Politik deshalb auf, möglichst rasch ein verfassungsfestes, mittelstandsfreund-liches Gesetz vorzulegen, das den Familienunternehmen in Deutschland Rechtssicherheit bietet, eine steuerlich höhere Belastung bei der Unternehmensübergabe ausschließt und damit auch Thüringer Betriebe langfristig sichert.
Autor: redDennoch meldet jeder zweite, der eine Firma übernimmt, Schwierigkeiten, den Kaufpreis und erforderliche Modernisierungsinvestitionen zu finanzieren. Das gilt selbst in der aktuellen Niedrigzinsphase, so IHK-Hauptgeschäftsführer Gerald Grusser.
Besonders in der Industrie erschwerten der hohe Kapitalbedarf und oft unzureichendes Eigenkapital und Sicherheiten der potentiellen Nachfolger die Übergabe. Immer mehr Unternehmer erreichten gegenwärtig das Ruhestandsalter. Gleichzeitig würden aber viele Qualifizierte eine gut dotierte Festanstellung der risikoreicheren Selbstständigkeit vorziehen.
Kommt es dennoch zu Übernahmeverhandlungen, scheiden sich beim Kaufpreis oft die Geister: Vier von zehn Alt-Inhabern fordern mit Blick auf ihr Lebenswerk eine aus Sicht der Käufer zu hohe Summe, gibt Grusser zu bedenken. Aber auch die Art der Zahlung des Kaufpreises sei entscheidend. Oft wären hier Kreativität und Kompromissbereitschaft der Partner gefragt, um den Übergabeprozess zum Erfolg zu führen.
Dennoch machten sich die derzeit guten Finanzierungskonditionen positiv bemerkbar. Wir sehen gerade bei der Ausreichung von Bürgschaften gute Fortschritte. Der stabile Konjunkturverlauf hat das Kreditausfallrisiko weiter gemindert und die Aufgeschlossenheit der Geldinstitute und Bürgschaftsbanken erhöht, so der IHK-Chef. Bürgschaften könnten immer dann helfen, wenn die Gründer nicht über ausreichende Sicherheiten verfügten, was gerade bei Nachfolgern im jüngeren Alter öfters der Fall wäre.
Die zusätzlichen Regulierungen der Finanzmärkte werden den Zugang zu Fremdkapital aber wieder sukzessive erschweren. Deshalb wird auch eine Beteiligungsfinanzierung bei Betriebsübernahmen künftig eine stärkere Rolle spielen, ist sich Grusser sicher.
Mit Blick auf eine familieninterne Nachfolge herrsche in vielen Unternehmen durch das Erbschaftsteuergesetz des Bundesverfassungsgerichts momentan große Verunsicherung. Die IHK-Organisation fordert die Politik deshalb auf, möglichst rasch ein verfassungsfestes, mittelstandsfreund-liches Gesetz vorzulegen, das den Familienunternehmen in Deutschland Rechtssicherheit bietet, eine steuerlich höhere Belastung bei der Unternehmensübergabe ausschließt und damit auch Thüringer Betriebe langfristig sichert.


