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Mi, 09:20 Uhr
28.01.2015

Die rote Erde, die ich vergessen hatte

So beschrieb die Dichterin Sarah Kirsch einst ihre Südharzer Heimat, die sie hinter sich gelassen hatte. Die nach ihr benannte Dichterstätte in Limlingerode hat sich dem Werk Sarah Kirschs einmal von einer anderen Seite genähert und zeigt demnächst eine Fotoausstellung rund um den Südharz in den vier Jahreszeiten...

Am Samstag, dem 31. Januar, steht während der Veranstaltung in der Langen Reihe in Limlingerode ab 14.30 Uhr der Südharz im Mittelpunkt, die Landschaft, in der Sarah Kirsch vor 80 Jahren geboren wurde.

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Anfang der 1990er Jahre machte sie, von niemanden bemerkt, einen Abstecher in ihren Geburtsort und stellte fest, dass sie die rote Erde dieser Landschaft vergessen hatte. Als sie sich dann seit 1997 einige Male in dem kleinen Ort aufhielt, schrieb sie: „Die dortige gewellte roterdige Landschaft war außerordentlich hübsch, Pfützen wie Blut hab ich gesehn.“. Eine autobiographische Erzählung beginnt mit den Worten: „Ich bin 1935 im Pfarrhaus zu Limlingerode geboren worden, in einem südländisch anmutenden Fachwerkhaus auf einer Anhöhe am Rande des Waldes.“

Rolf und Heinke Richter aus Neustadt, getreue Mitgestalter in der „Dichterstätte“, waren und sind oft mit der Kamera unterwegs. Dieses Ehepaar meint Sarah Kirsch, wenn sie schreibt. „Eines Tages werd ich in den Bleicheröder Bergen mit meinen … Orchideenfreunden die bleichen Waldvöglein, die Kuckucksblumen, das Wanzenknabenkraut suchen.“

„Der Südharz in den vier Jahreszeiten“ ist der Titel einer Lichtbilderfolge der Richters, unterlegt mit Musik und umrahmt mit den Monatsgedichten des bekannten Schriftstellers und Dichters Erich Kästner: „Das Jahr ist klein und liegt noch in der Wiege ...“

Die Dichterstätte Sarah Kirsch in Limlingerode nähert sich dem Werk der Künstlerin von der Landschaftlichen Seite (Foto: Ehepaar Richter/Neustadt) Die Dichterstätte Sarah Kirsch in Limlingerode nähert sich dem Werk der Künstlerin von der Landschaftlichen Seite (Foto: Ehepaar Richter/Neustadt)

Die Menschen, die hier leben, kennen ihren Südharz. Stimmt das? Es stimmt: Sie wissen, wo Steigerthal und Ellrich liegen, wie man zu Fuß von Nordhausen nach Rüdigsdorf kommt und dass sich über Neustadt die Burgruine Hohnstein und über der Sägemühle die Ebersburg erheben. Und fast alle wissen, dass dieser Landstrich besonders reizvoll zu erwandern ist, denn erst dabei erschließt sich seine ganze einzigartige Schönheit.
Der Geburtsort von Sarah Kirsch liegt im westlichen Teil des Südharzes, dem ehemaligen Grenzgebiet zwischen DDR und BRD. Ihr Großvater, der dort Pfarrer gewesen war, taufte sie in der hübschen kleinen Kirche am inzwischen so liebevoll restaurierten Taufengel.

Das vorm Verfall gerettete Fachwerkhaus, heute die „Dichterstätte Sarah Kirsch“, ist ein Ort der Kultur: Monatliche Lesungen und Kunstausstellungen bringen interessierten und engagierten Menschen (nicht nur aus der Region) nahe, was das Herz bewegt, Texte und Bilder. Der Bogen ist weit gespannt.

Während der Auftaktveranstaltung 2015 wird auch eine neue HausART eröffnet, die überwiegend Tierdarstellungen des Künstlers Paul Otto Knust (1919-2009), eines gebürtigen Heringers, zeigt.
Autor: red

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