Di, 20:33 Uhr
27.01.2015
Wir wollen ein Leuchtturm sein
Im 15. Jahr seines Bestehens steht der Offene Kanal Nordhausen vor gravierenden Veränderungen. Bisher galt es vor allem den offenen Zugang für alle Bürger sicher zu stellen, bald wird man mehr von den Radiomachern verlangen. Wie der Kurswechsel aussehen könnte und was sich ändern soll, darüber wurde heute im OKN beraten...
Zu Beginn des Jahres 2016 wird es keine Offenen Kanäle mehr in Thüringen geben. Mit diesem Wissen lebt man im Offenen Kanal Nordhausen seit einiger Zeit. An ihre Stelle sollen die "Bürgerradios" treten. Für die Nordhäuser bedeutet dies: neben dem offenen Zugang für alle muss auch auf Medienbildung und regionale Information geachtet werden.
Rund 90 Minuten "Wortbeiträge", also lokal relevanter, redaktioneller Inhalt, müssen nach den Wünschen der Thüringer Landesmedienanstalt (TLM), dann über den Äther gehen. "Ich freue mich auf den Transformationsprozess", sagte der Vorsitzende des Trägervereins des OKN, Sebastian Gerecke, "der OKN im Jahr 2016 soll ein Leuchtturm in der Region sein".
Einfach wird das nicht, dass weiß auch Gerecke. Denn obwohl der Sender im lokalen keine Konkurrenz hat, wird man viele Hürden überwinden müssen. Da ist zum einen die Personalfrage. 90 Minuten Wortbeiträge pro Tag mag für den Laien nach wenig klingen, ist aber für nur zwei Mitarbeiter, die den Regelbetrieb des Senders organisieren müssen, eigentlich nicht zu schaffen. "Wir sind auf die Ehrenamtliche Arbeit angewiesen", sagte Sandra Witzel, die derzeit kommissarische Leiterin des Senders ist. Deswegen hatte man heute zur großen Redaktionskonferenz geladen, der noch viele weitere Folgen sollen. Zusammen mit langjährigen Nutzern und einigen Vereinsvertretern beriet man, wie der Kurswechsel zu schaffen sein könnte.
Auf der ersten Redaktionskonferenz wurden erste Ideen entwickelt, wie die Umwandlung des Nordhäuser Bürgerradios gestemmt werden kann (Foto: Angelo Glashagel)
Der Inhalt soll nach Möglichkeit von außen kommen. Vereine und Institutionen wie der Park Hohenrode, das Theater, die Bibliothek oder die Flohburg könnten über ihre Veranstaltungen und somit vom kulturellem Leben der Stadt berichten. "Der OKN war uns immer ein guter Partner und wir können einem ganz anderen Publikum unsere Inszenierungen nahe bringen", sagte etwa Anja Eisner, Chefdramaturgin am Nordhäuser Theater. Einige der langjährigen Nutzer würden gerne die Sportberichterstattung ausbauen. In verschiedenen Bereichen will man versuchen, kleine Teams auf die Beine zu stellen, die sich regelmäßig treffen und dem Sender zuarbeiten.
Wohlgemerkt ohne Entgeld. Denn die finanzielle Basis des OKN ist seit Jahren, trotz gestiegener Energiekosten, die gleiche. Auch am Sendegebiet wird sich wohl leider nichts ändern - technisch nicht durchsetzbar, heißt es von Seiten der TLM.
Am Inhalt und am Außenbild soll aber gearbeitet werden. Wer bisher den OKN einschaltete, dem konnte auch am frühen Nachmittag schon einmal bester Metal-Core oder Techno-Beats um die Ohren fliegen. Oder auch eine Sendung des Geschichts- und Alterumsvereins. Die Vielseitigkeit des Senders war immer seine Stärke. Und die will man nicht aufgeben. "Es wird aber ein gewisser Formatisierungsprozess stattfinden", sagte OKN-Mitarbeiter Peter Jentsch. Man will einen Mittelweg finden zwischen dem kreativen Chaos des "alten" OKN und der Beliebigkeit der sogenannten "Formatradios", also vor allem den privaten Sendeanstalten.
Dazu könnte auch gehören, dass man dem Sender einen neuen Namen verpasst und versucht, den Bekanntheitsgrad des Nordhäuser Radios in der Stadt zu erhöhen und die sprachliche Qualität zumindest der redaktionellen Inhalte etwas zu verbessern.
Wie das ganze aussehen könnte, soll demnächst ein Ideenworkshop klären. Daraus und aus den Redaktionskonferenzen sollen schließlich ein Leitbild des Senders, vor allem aber ein Zukunftskonzept samt Sendeplan entstehen, mit dem sich das Nordhäuser Radio um die Lizenzverlängerung für die kommenden vier Jahre bewerben kann.
Die Redaktionskonferenzen finden von nun an immer am letzten Dienstag eines Monats statt. Eingeladen ist jeder, der sich für das Radio, seine Stadt und das, was in ihr geschieht, interessiert. Die nächste Konferenz wird am, 24.2. um 18:30 Uhr in den Räumen des OKN am August-Bebel-Platz stattfinden.
Angelo Glashagel
Autor: redZu Beginn des Jahres 2016 wird es keine Offenen Kanäle mehr in Thüringen geben. Mit diesem Wissen lebt man im Offenen Kanal Nordhausen seit einiger Zeit. An ihre Stelle sollen die "Bürgerradios" treten. Für die Nordhäuser bedeutet dies: neben dem offenen Zugang für alle muss auch auf Medienbildung und regionale Information geachtet werden.
Rund 90 Minuten "Wortbeiträge", also lokal relevanter, redaktioneller Inhalt, müssen nach den Wünschen der Thüringer Landesmedienanstalt (TLM), dann über den Äther gehen. "Ich freue mich auf den Transformationsprozess", sagte der Vorsitzende des Trägervereins des OKN, Sebastian Gerecke, "der OKN im Jahr 2016 soll ein Leuchtturm in der Region sein".
Einfach wird das nicht, dass weiß auch Gerecke. Denn obwohl der Sender im lokalen keine Konkurrenz hat, wird man viele Hürden überwinden müssen. Da ist zum einen die Personalfrage. 90 Minuten Wortbeiträge pro Tag mag für den Laien nach wenig klingen, ist aber für nur zwei Mitarbeiter, die den Regelbetrieb des Senders organisieren müssen, eigentlich nicht zu schaffen. "Wir sind auf die Ehrenamtliche Arbeit angewiesen", sagte Sandra Witzel, die derzeit kommissarische Leiterin des Senders ist. Deswegen hatte man heute zur großen Redaktionskonferenz geladen, der noch viele weitere Folgen sollen. Zusammen mit langjährigen Nutzern und einigen Vereinsvertretern beriet man, wie der Kurswechsel zu schaffen sein könnte.
Auf der ersten Redaktionskonferenz wurden erste Ideen entwickelt, wie die Umwandlung des Nordhäuser Bürgerradios gestemmt werden kann (Foto: Angelo Glashagel)
Der Inhalt soll nach Möglichkeit von außen kommen. Vereine und Institutionen wie der Park Hohenrode, das Theater, die Bibliothek oder die Flohburg könnten über ihre Veranstaltungen und somit vom kulturellem Leben der Stadt berichten. "Der OKN war uns immer ein guter Partner und wir können einem ganz anderen Publikum unsere Inszenierungen nahe bringen", sagte etwa Anja Eisner, Chefdramaturgin am Nordhäuser Theater. Einige der langjährigen Nutzer würden gerne die Sportberichterstattung ausbauen. In verschiedenen Bereichen will man versuchen, kleine Teams auf die Beine zu stellen, die sich regelmäßig treffen und dem Sender zuarbeiten.
Wohlgemerkt ohne Entgeld. Denn die finanzielle Basis des OKN ist seit Jahren, trotz gestiegener Energiekosten, die gleiche. Auch am Sendegebiet wird sich wohl leider nichts ändern - technisch nicht durchsetzbar, heißt es von Seiten der TLM.
Am Inhalt und am Außenbild soll aber gearbeitet werden. Wer bisher den OKN einschaltete, dem konnte auch am frühen Nachmittag schon einmal bester Metal-Core oder Techno-Beats um die Ohren fliegen. Oder auch eine Sendung des Geschichts- und Alterumsvereins. Die Vielseitigkeit des Senders war immer seine Stärke. Und die will man nicht aufgeben. "Es wird aber ein gewisser Formatisierungsprozess stattfinden", sagte OKN-Mitarbeiter Peter Jentsch. Man will einen Mittelweg finden zwischen dem kreativen Chaos des "alten" OKN und der Beliebigkeit der sogenannten "Formatradios", also vor allem den privaten Sendeanstalten.
Dazu könnte auch gehören, dass man dem Sender einen neuen Namen verpasst und versucht, den Bekanntheitsgrad des Nordhäuser Radios in der Stadt zu erhöhen und die sprachliche Qualität zumindest der redaktionellen Inhalte etwas zu verbessern.
Wie das ganze aussehen könnte, soll demnächst ein Ideenworkshop klären. Daraus und aus den Redaktionskonferenzen sollen schließlich ein Leitbild des Senders, vor allem aber ein Zukunftskonzept samt Sendeplan entstehen, mit dem sich das Nordhäuser Radio um die Lizenzverlängerung für die kommenden vier Jahre bewerben kann.
Die Redaktionskonferenzen finden von nun an immer am letzten Dienstag eines Monats statt. Eingeladen ist jeder, der sich für das Radio, seine Stadt und das, was in ihr geschieht, interessiert. Die nächste Konferenz wird am, 24.2. um 18:30 Uhr in den Räumen des OKN am August-Bebel-Platz stattfinden.
Angelo Glashagel


