Di, 13:32 Uhr
18.05.2004
Rückkehr nach 12 Jahren
Nordhausen (nnz). Bei Nacht und Nebel einfach geklaut und zwölf Jahre komplett verschollen. Genau so ging es zahlreichen Exponaten der KZ-Gedenkstätte Mittelbau Dora, die vor kurzem bei einer Fahrzeugkontrolle sichergestellt werden konnten. Heute kamen die Dinge wieder zurück an ihren angestammten Platz.
Rückkehr nach 12 Jahren (Foto: nnz)
1992 befand sich das Museum noch im Krematorium. Alarmanlagen gab es noch nicht. Die Einbrecher hatten leichtes Spiel und entwendeten zahlreiche Gegenstände. Diese haben nicht einmal einen hohen materiellen Wert. Tassen und Besteck aus dem persönlichen Eigentum der Häftlinge, Ausweise der Lager-SS und ein Lagertagebuch befinden sich darunter. An Hand des Tagebuches kann der Arbeitseinsatz der Gefangenen gut nachvollzogen werden. So ein Buch gibt es nicht zum zweiten Mal, deshalb ist es für das Museum von großem Wert für die Aufarbeitung der Geschichte.
Die Staatsanwaltschaft Mühlhausen gab die bei einer Verkehrskontrolle sichergestellten Gegenstände heute an den rechtmäßigen Besitzer zurück. Gedenkstättenleiter Dr.Jens-Christian Wagner freute sich, daß der Zufall ihm die lange vergessenen Exponate zurückbrachte. Sie sollen der Grundstein für die neue, ab April 2006 im Neubau des Lern- und Dokumentationszentrum eingerichtete Dauerausstellung sein.
Leitender Oberstaatsanwalt Hans-Joachim Petri war schon beim Einbruch vor 12 Jahren mit den Ermittlungen befaßt. Man habe damals intensiv ermittelt, berichtet er. Trotzdem blieben die Exponate verschollen. Auch heute wissen die Behörden noch nicht, wo die Dinge in der vergangenen Zeit gewesen sind. In dem Kofferraum des Wagens lagerten sie auf keinen Fall so lange, denn sie befinden sich alle in einem relativ guten Zustand.
Der Fahrer des Wagens und seine Begleitung verweigern die Aussage zur Herkunft des Diebesgutes. Die Tat selbst ist nach fünf Jahren bereits verjährt und kann deshalb nicht mehr verfolgt werden. Ob die Personen als Hehler unterwegs waren und die Dinge verkaufen wollten, ist ebenso unklar. Die Polizei vermutet aber, daß die beiden Leute nicht die Einbrecher von damals gewesen sind.
Aufgefallen sind sie bei einer ganz normalen Verkehrskontrolle, weil sie keine Sicherheitsgurte angelegt hatten. Die Personen waren auch nicht die Halter des Wagens und verwickelten sich in Widersprüche. Sie wollten die Polizisten nicht ins Auto schauen lassen. Die entdeckten dann aber einen Schlagstock, der nach neuem Waffenrecht zu den verbotenen Gegenständen gehört. Dann fielen die Exponate auf. Polizeihauptkommisar Jörg Wegener erinnerte sich sofort daran, denn der Einbruch hatte zu seinen ersten Fällen gehört.
Gedenkstättenleiter Jens-Christian Wagner berichtete, daß es besonders für Gegenstände der SS einen florierenden Schwarzmarkt gibt. Deshalb sei 1992 bereits angenommen worden, daß der Diebstahl von Personen der rechten Szene durchgeführt wurde. Da die ertappten Autofahrer aber keine Auskunft geben, nicht dieser Szene zuzurechnen und auch nicht vorbestraft sind, kann diese Frage nicht geklärt werden.
Die Gedenkstätte hat aus dem Diebstahl gelernt. Das Museum ist durch eine Alarmanlage gesichert. Tag und Nacht ist der Wachschutz unterwegs. Seitdem ist auch nicht wieder eingebrochen worden.
Autor: wf
Rückkehr nach 12 Jahren (Foto: nnz)
1992 befand sich das Museum noch im Krematorium. Alarmanlagen gab es noch nicht. Die Einbrecher hatten leichtes Spiel und entwendeten zahlreiche Gegenstände. Diese haben nicht einmal einen hohen materiellen Wert. Tassen und Besteck aus dem persönlichen Eigentum der Häftlinge, Ausweise der Lager-SS und ein Lagertagebuch befinden sich darunter. An Hand des Tagebuches kann der Arbeitseinsatz der Gefangenen gut nachvollzogen werden. So ein Buch gibt es nicht zum zweiten Mal, deshalb ist es für das Museum von großem Wert für die Aufarbeitung der Geschichte.Die Staatsanwaltschaft Mühlhausen gab die bei einer Verkehrskontrolle sichergestellten Gegenstände heute an den rechtmäßigen Besitzer zurück. Gedenkstättenleiter Dr.Jens-Christian Wagner freute sich, daß der Zufall ihm die lange vergessenen Exponate zurückbrachte. Sie sollen der Grundstein für die neue, ab April 2006 im Neubau des Lern- und Dokumentationszentrum eingerichtete Dauerausstellung sein.
Leitender Oberstaatsanwalt Hans-Joachim Petri war schon beim Einbruch vor 12 Jahren mit den Ermittlungen befaßt. Man habe damals intensiv ermittelt, berichtet er. Trotzdem blieben die Exponate verschollen. Auch heute wissen die Behörden noch nicht, wo die Dinge in der vergangenen Zeit gewesen sind. In dem Kofferraum des Wagens lagerten sie auf keinen Fall so lange, denn sie befinden sich alle in einem relativ guten Zustand.
Der Fahrer des Wagens und seine Begleitung verweigern die Aussage zur Herkunft des Diebesgutes. Die Tat selbst ist nach fünf Jahren bereits verjährt und kann deshalb nicht mehr verfolgt werden. Ob die Personen als Hehler unterwegs waren und die Dinge verkaufen wollten, ist ebenso unklar. Die Polizei vermutet aber, daß die beiden Leute nicht die Einbrecher von damals gewesen sind.
Aufgefallen sind sie bei einer ganz normalen Verkehrskontrolle, weil sie keine Sicherheitsgurte angelegt hatten. Die Personen waren auch nicht die Halter des Wagens und verwickelten sich in Widersprüche. Sie wollten die Polizisten nicht ins Auto schauen lassen. Die entdeckten dann aber einen Schlagstock, der nach neuem Waffenrecht zu den verbotenen Gegenständen gehört. Dann fielen die Exponate auf. Polizeihauptkommisar Jörg Wegener erinnerte sich sofort daran, denn der Einbruch hatte zu seinen ersten Fällen gehört.
Gedenkstättenleiter Jens-Christian Wagner berichtete, daß es besonders für Gegenstände der SS einen florierenden Schwarzmarkt gibt. Deshalb sei 1992 bereits angenommen worden, daß der Diebstahl von Personen der rechten Szene durchgeführt wurde. Da die ertappten Autofahrer aber keine Auskunft geben, nicht dieser Szene zuzurechnen und auch nicht vorbestraft sind, kann diese Frage nicht geklärt werden.
Die Gedenkstätte hat aus dem Diebstahl gelernt. Das Museum ist durch eine Alarmanlage gesichert. Tag und Nacht ist der Wachschutz unterwegs. Seitdem ist auch nicht wieder eingebrochen worden.


