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07.01.2015
Niedrigste Arbeitslosigkeit seit der Wende
Mit der niedrigsten Dezember - Arbeitslosigkeit seit 24 Jahren ging das Jahr 2014 auf dem Arbeitsmarkt in Nordthüringen zu Ende. Einzelheiten wie immer in Ihren Nordthüringer Online-Zeitungen...
Die Arbeitslosigkeit sei nach Angaben des Chefs der Nordhäuser Arbeitsagentur Karsten Froböse saisontypisch zum Vormonat gestiegen. Die milden Temperaturen sorgten dabei für einen abgeschwächten Verlauf.
Erfreulich ist vor allem, dass wir fast 1.000 arbeitslose Menschen weniger haben als im Vorjahr, so der Agenturchef. In den Landkreisen Nordhausen, Eichsfeld und im Kyffhäuserkreis waren Ende Dezember nach Angaben der Arbeitsagentur 11.188 Personen arbeitslos. Im Dezember 2014 waren nicht mehr Menschen arbeitslos, als im Sommer letzten Jahres, verdeutlichte Froböse die insgesamt gute Situation zum Abschluss des vergangenen Jahres.
Die Arbeitslosenquote aller zivilen Erwerbspersonen lag bei 8,0 Prozent. Im Vorjahresmonat betrug die Quote noch 8,6 Prozent. Im Dezember gab es einen leichten Anstieg zum Vormonat um 575 (+5,4%). Dieser fiel geringer aus als im Vorjahr.
Ein Punkt sei, dass die Zahl der Entlassungen im Dezember, verglichen mit dem Vorjahr, um fast zehn Prozent rückläufig gewesen war. Zudem zeige sich, dass durch die Beratung zur Inanspruchnahme des Saisonkurzarbeitergeldes Arbeitslosigkeit vermieden werden konnte. 156 Unternehmen, fast doppelt so viel wie vor einem Jahr, verzichteten damit auf Entlassungen und hielten an ihren Fachkräften fest.
In allen drei Landkreisen war die Arbeitslosenquote zum Jahresende geringer als vor einem Jahr. Der Landkreis Eichsfeld verzeichnete eine Quote von 5,1 (- 0,4% zum Vorjahr), der Kyffhäuserkreis von 10,7 (-0,7%) und der Landkreis Nordhausen von 9,2 (- 0,7%) Prozent.
Insbesondere die Zahl der Jugendlichen ging, verglichen mit Dezember 2013, noch einmal deutlich nach unten. Die Arbeitslosenquote sank um -1,3 Prozentpunkte auf 5,7 Prozent.
Rund 380 freie Stellen wurden Ende des Jahres von den Betrieben und Verwaltungen gemeldet, 80 mehr als vor einem Jahr.
Über 85.000 Menschen waren zur Jahresmitte in den Landkreisen Nordhausen, Eichsfeld und im Kyffhäuserkreis sozialversicherungspflichtig beschäftigt, das waren rund 1.100 (+1,4%) mehr als 2013. Der Beschäftigungszuwachs sei damit etwas höher als im Landesdurchschnitt (+1,1%) ausgefallen. In den letzten fünf Jahren stieg die Zahl der Beschäftigten um über 7.000 und rund neun Prozent an.
Erstmals waren weniger als 12.000 Menschen im Jahresdurchschnitt des vergangenen Jahres ohne Arbeit. Mit genau 11.861 Personen ging die Zahl 2014 in Nordthüringen um 932 (-7,3%) gegenüber 2013 zurück. Die Arbeitslosenquote, bezogen auf alle zivilen Erwerbspersonen, lag bei 8,4 Prozent und damit um -0,6 Prozentpunkte deutlich unter der 9-Prozentmarke des Jahres 2013.
Im Landkreis Nordhausen lag die Arbeitslosenquote über die letzten zwölf Monate mit 9,6 Prozent erstmals unter 10 Prozent. Zum Vorjahr gab es hier einen Rückgang um -0,8 Prozentpunkte. Die Arbeitslosenquote des Landkreises Eichsfeld betrug 5,6 Prozent, 0,5 Prozentpunkte weniger als 2013. Der Kyffhäuserkreis, der im Herbst mehrfach die 10-Prozentmarke unterschritt, wies im Jahresdurchschnitt 11,0 Prozent aus. Im Jahr 2013 wurden hier noch 11,5 Prozent registriert.
Die Chance in Beschäftigung zu kommen sei für qualifizierte Arbeitnehmer in vielen gewerblichen Bereichen und in der Gesundheits- und Pflegebranche nach wie vor gut. Hier arbeitet derzeit rund ein Drittel aller Beschäftigten in Nordthüringen. Jeder fünfte Beschäftigte ist in Nordthüringen über 55 Jahre alt. Das bedeute, dass …die Fachkräftesicherung in den kommenden Jahren Chance und Herausforderung zugleich bringt, so Karsten Froböse.
Jugendarbeitslosigkeit ging weiter zurück
Die Zahl der arbeitslosen Jugendlichen ging auch 2014 weiter zurück. Mit 794 unter 25-Jährigen waren rund 16 Prozent Jugendliche weniger gemeldet als im Vorjahr. Unternehmen hielten, vor allem nach Ende von Ausbildungen, verstärkt an gut qualifizierten jungen Leuten fest. Die Arbeitslosenquote betrug im Jahresdurchschnitt 2014 6,8 Prozent, vor einem Jahr lag sie noch bei 7,2 Prozent.
Die Chance für den Berufseinstieg habe sich für junge Menschen verbessert, so Froböse. Vor fünf Jahren betrug die Arbeitslosenquote noch 11,5 Prozent. Das sei Vergangenheit. Heute habe man durch regional nachgefragte Berufe als junger Mensch bessere Möglichkeiten, als die Generation zuvor.
Qualifizierung als Weg zur Fachkräftesicherung
Im Jahr 2014 stand die gezielte Qualifizierung mit dem Blick auf die Nachfrage der Unternehmen im Mittelpunkt bei der Nordhäuser Arbeitsagentur. Rund 850 Männer und Frauen wurden mit Unterstützung der Arbeitsagentur qualifiziert. 73 Prozent der durch die Arbeitsagentur geförderten Teilnehmer konnten danach in eine neue Tätigkeit vermittelt werden.
Wir haben den Bedarf der regionalen Wirtschaft im Blick, meint Agenturchef Froböse. Die Erfahrung der vergangenen Jahre habe deutlich gezeigt, dass sich der Einsatz von Qualifizierungsangeboten lohnt. Mit aktuellen Berufskenntnissen sei man im Bewerbungsverfahren gut ausgerüstet. Deshalb werde die Arbeitsagentur auch im neuen Jahr gezielt für Berufsausbildung und Weiterbildung werben und mit entsprechenden Angeboten unterstützen. Insbesondere Geringqualifizierten und Berufsrückkehrern wolle man damit den Weg in einen erfolgsträchtigen Beruf ebnen.
Personalnachfrage weiter gestiegen
2014 meldeten sich weniger Menschen arbeitslos als im Jahr zuvor, gleichzeitig ging die Zahl freier Stellen wieder nach oben.
Die Zahl der Arbeitslosmeldungen aus Beschäftigungen des ersten Arbeitsmarktes verringerte sich im Jahresverlauf um knapp sieben Prozent. Über 11.500 Personen meldeten sich bei der Nordhäuser Arbeitsagentur und den Geschäftsstellen in Sondershausen und Leinefelde-Worbis arbeitslos, das waren 845 weniger als 2013.
Im Jahresverlauf wurden 5.872 sozialversicherungspflichtige Stellen gemeldet, sieben Prozent mehr als im Vorjahr. Vor zwei Jahren war die Nachfrage der Wirtschaft jedoch noch höher. Die Zahl der gemeldeten Stellen lag damals um rund 280 darüber.
Nahezu 86 Prozent der Stellen waren im letzten Jahr unbefristet. Einen Anstieg der Personalnachfrage gab es vor allem im Dienstleistungssektor, in der Gesundheitsbranche und in Transport, Verkehr- und Logistik. Die Zahl geringfügiger ging um fast 18 Prozent zurück. Verzeichnete man im Dezember 2011 noch einen Zugang von 641 geringfügigen Stellen, so reduzierte sich diese Zahl im Dezember 2013 auf 330 Stellen und im Dezember 2014 auf genau 272 geringfügige Entlohnte Anstellungen.
Seit einigen Jahren veröffentlicht die Agentur für Arbeit Angaben zur Unterbeschäftigung. Arbeitslose und Personen mit Förderungen ergeben zusammen die Zahl der Unterbeschäftigten. Neben der sinkenden Zahl von Arbeitslosen ging 2014 die Zahl der Förderungen leicht um knapp 130 nach oben.
Durchschnittlich 4.600 Personen erhielten im letzten Jahr Unterstützung bei Selbständigkeit, beruflichen Eingliederungsmaßnahmen und bei Vermittlungen in den zweiten Arbeitsmarkt, im Rahmen beruflicher Weiterbildung oder nahmen Vorruhestandsregelungen in Anspruch, knapp zwölf Prozent mehr als 2013. Eine wesentliche Rolle spielte dabei insbesondere die Unterstützung durch Weiterbildungen für Branchen mit erhöhtem Fachkräftebedarf.
Die Arbeitslosigkeit ist von November auf Dezember um 65 auf 4.051 Personen gestiegen. Das waren 368 Arbeitslose weniger als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote auf Basis aller zivilen Erwerbspersonen betrug im Dezember 9,2%; vor einem Jahr belief sie sich auf 9,9%. Dabei meldeten sich 869 Personen (neu oder erneut) arbeitslos, 45 weniger als vor einem Jahr und gleichzeitig beendeten 809 Personen ihre Arbeitslosigkeit (+24).
Seit Jahresbeginn gab es insgesamt 10.759 Arbeitslosmeldungen, das ist ein Minus von 875 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum; dem gegenüber stehen 11.111 Abmeldungen von Arbeitslosen (–514).
Der Bestand an Arbeitsstellen ist im Dezember um 33 Stellen auf 272 gesunken; im Vergleich zum Vorjahresmonat gab es 64 Arbeitsstellen weniger. Arbeitgeber meldeten im Dezember 95 neue Arbeitsstellen, 16 weniger als vor einem Jahr. Seit Januar gingen 1.847 Arbeitsstellen ein, gegenüber dem Vorjahreszeitraum ist das eine Abnahme von 369.
Landkreis Eichsfeld
Die Arbeitslosigkeit ist von November auf Dezember um 157 auf 2.827 Personen gestiegen. Das waren 247 Arbeitslose weniger als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote auf Basis aller zivilen Erwerbspersonen betrug im Dezember 5,1%; vor einem Jahr belief sie sich auf 5,5%. Dabei meldeten sich 804 Personen (neu oder erneut) arbeitslos, 53 weniger als vor einem Jahr und gleichzeitig beendeten 646 Personen ihre Arbeitslosigkeit (+26). Seit Jahresbeginn gab es insgesamt 9.987 Arbeitslosmeldungen, das ist ein Minus von 161 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum; dem gegenüber stehen 10.194 Abmeldungen von Arbeitslosen (–467).
Der Bestand an Arbeitsstellen ist im Dezember um 32 Stellen auf 826 gesunken; im Vergleich zum Vorjahresmonat gab es 283 Arbeitsstellen mehr. Arbeitgeber meldeten im Dezember 220 neue Arbeitsstellen, 76 mehr als vor einem Jahr. Seit Januar gingen 2.784 Arbeitsstellen ein, gegenüber dem Vorjahreszeitraum ist das ein Zuwachs von 666.
Kyffhäuserkreis
Die Arbeitslosigkeit ist von November auf Dezember um 353 auf 4.310 Personen gestiegen. Das waren 331 Arbeitslose weniger als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote auf Basis aller zivilen Erwerbspersonen betrug im Dezember 10,7%; vor einem Jahr belief sie sich auf 11,4%. Dabei meldeten sich 1.076 Personen (neu oder erneut) arbeitslos, 69 mehr als vor einem Jahr und gleichzeitig beendeten 721 Personen ihre Arbeitslosigkeit (+46).
Seit Jahresbeginn gab es insgesamt 10.915 Arbeitslosmeldungen, das ist ein Minus von 323 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum; dem gegenüber stehen 11.250 Abmeldungen von Arbeitslosen (–361). Der Bestand an Arbeitsstellen ist im Dezember um 29 Stellen auf 295 gesunken; im Vergleich zum Vorjahresmonat gab es 66 Arbeitsstellen mehr. Arbeitgeber meldeten im Dezember 81 neue Arbeitsstellen, 10 mehr als vor einem Jahr. Seit Januar gingen 1.529 Arbeitsstellen ein, gegenüber dem Vorjahreszeitraum ist das eine Abnahme von 25.
Autor: redDie Arbeitslosigkeit sei nach Angaben des Chefs der Nordhäuser Arbeitsagentur Karsten Froböse saisontypisch zum Vormonat gestiegen. Die milden Temperaturen sorgten dabei für einen abgeschwächten Verlauf.
Erfreulich ist vor allem, dass wir fast 1.000 arbeitslose Menschen weniger haben als im Vorjahr, so der Agenturchef. In den Landkreisen Nordhausen, Eichsfeld und im Kyffhäuserkreis waren Ende Dezember nach Angaben der Arbeitsagentur 11.188 Personen arbeitslos. Im Dezember 2014 waren nicht mehr Menschen arbeitslos, als im Sommer letzten Jahres, verdeutlichte Froböse die insgesamt gute Situation zum Abschluss des vergangenen Jahres.
Die Arbeitslosenquote aller zivilen Erwerbspersonen lag bei 8,0 Prozent. Im Vorjahresmonat betrug die Quote noch 8,6 Prozent. Im Dezember gab es einen leichten Anstieg zum Vormonat um 575 (+5,4%). Dieser fiel geringer aus als im Vorjahr.
Ein Punkt sei, dass die Zahl der Entlassungen im Dezember, verglichen mit dem Vorjahr, um fast zehn Prozent rückläufig gewesen war. Zudem zeige sich, dass durch die Beratung zur Inanspruchnahme des Saisonkurzarbeitergeldes Arbeitslosigkeit vermieden werden konnte. 156 Unternehmen, fast doppelt so viel wie vor einem Jahr, verzichteten damit auf Entlassungen und hielten an ihren Fachkräften fest.
In allen drei Landkreisen war die Arbeitslosenquote zum Jahresende geringer als vor einem Jahr. Der Landkreis Eichsfeld verzeichnete eine Quote von 5,1 (- 0,4% zum Vorjahr), der Kyffhäuserkreis von 10,7 (-0,7%) und der Landkreis Nordhausen von 9,2 (- 0,7%) Prozent.
Insbesondere die Zahl der Jugendlichen ging, verglichen mit Dezember 2013, noch einmal deutlich nach unten. Die Arbeitslosenquote sank um -1,3 Prozentpunkte auf 5,7 Prozent.
Rund 380 freie Stellen wurden Ende des Jahres von den Betrieben und Verwaltungen gemeldet, 80 mehr als vor einem Jahr.
Rückblick auf das Jahr 2014
Wir haben den höchsten Beschäftigungsstand und die bislang niedrigste Arbeitslosigkeit, so sieht Karsten Froböse das Jahr 2014 auf dem Arbeitsmarkt in Nordthüringen. Deutlich geworden sei, dass immer mehr Unternehmen auf den Fachkräftebedarf reagiert hätten. Qualifiziertes Personal sei weniger entlassen worden.Über 85.000 Menschen waren zur Jahresmitte in den Landkreisen Nordhausen, Eichsfeld und im Kyffhäuserkreis sozialversicherungspflichtig beschäftigt, das waren rund 1.100 (+1,4%) mehr als 2013. Der Beschäftigungszuwachs sei damit etwas höher als im Landesdurchschnitt (+1,1%) ausgefallen. In den letzten fünf Jahren stieg die Zahl der Beschäftigten um über 7.000 und rund neun Prozent an.
Erstmals waren weniger als 12.000 Menschen im Jahresdurchschnitt des vergangenen Jahres ohne Arbeit. Mit genau 11.861 Personen ging die Zahl 2014 in Nordthüringen um 932 (-7,3%) gegenüber 2013 zurück. Die Arbeitslosenquote, bezogen auf alle zivilen Erwerbspersonen, lag bei 8,4 Prozent und damit um -0,6 Prozentpunkte deutlich unter der 9-Prozentmarke des Jahres 2013.
Im Landkreis Nordhausen lag die Arbeitslosenquote über die letzten zwölf Monate mit 9,6 Prozent erstmals unter 10 Prozent. Zum Vorjahr gab es hier einen Rückgang um -0,8 Prozentpunkte. Die Arbeitslosenquote des Landkreises Eichsfeld betrug 5,6 Prozent, 0,5 Prozentpunkte weniger als 2013. Der Kyffhäuserkreis, der im Herbst mehrfach die 10-Prozentmarke unterschritt, wies im Jahresdurchschnitt 11,0 Prozent aus. Im Jahr 2013 wurden hier noch 11,5 Prozent registriert.
Die Chance in Beschäftigung zu kommen sei für qualifizierte Arbeitnehmer in vielen gewerblichen Bereichen und in der Gesundheits- und Pflegebranche nach wie vor gut. Hier arbeitet derzeit rund ein Drittel aller Beschäftigten in Nordthüringen. Jeder fünfte Beschäftigte ist in Nordthüringen über 55 Jahre alt. Das bedeute, dass …die Fachkräftesicherung in den kommenden Jahren Chance und Herausforderung zugleich bringt, so Karsten Froböse.
Jugendarbeitslosigkeit ging weiter zurück
Die Zahl der arbeitslosen Jugendlichen ging auch 2014 weiter zurück. Mit 794 unter 25-Jährigen waren rund 16 Prozent Jugendliche weniger gemeldet als im Vorjahr. Unternehmen hielten, vor allem nach Ende von Ausbildungen, verstärkt an gut qualifizierten jungen Leuten fest. Die Arbeitslosenquote betrug im Jahresdurchschnitt 2014 6,8 Prozent, vor einem Jahr lag sie noch bei 7,2 Prozent.
Die Chance für den Berufseinstieg habe sich für junge Menschen verbessert, so Froböse. Vor fünf Jahren betrug die Arbeitslosenquote noch 11,5 Prozent. Das sei Vergangenheit. Heute habe man durch regional nachgefragte Berufe als junger Mensch bessere Möglichkeiten, als die Generation zuvor.
Qualifizierung als Weg zur Fachkräftesicherung
Im Jahr 2014 stand die gezielte Qualifizierung mit dem Blick auf die Nachfrage der Unternehmen im Mittelpunkt bei der Nordhäuser Arbeitsagentur. Rund 850 Männer und Frauen wurden mit Unterstützung der Arbeitsagentur qualifiziert. 73 Prozent der durch die Arbeitsagentur geförderten Teilnehmer konnten danach in eine neue Tätigkeit vermittelt werden.
Wir haben den Bedarf der regionalen Wirtschaft im Blick, meint Agenturchef Froböse. Die Erfahrung der vergangenen Jahre habe deutlich gezeigt, dass sich der Einsatz von Qualifizierungsangeboten lohnt. Mit aktuellen Berufskenntnissen sei man im Bewerbungsverfahren gut ausgerüstet. Deshalb werde die Arbeitsagentur auch im neuen Jahr gezielt für Berufsausbildung und Weiterbildung werben und mit entsprechenden Angeboten unterstützen. Insbesondere Geringqualifizierten und Berufsrückkehrern wolle man damit den Weg in einen erfolgsträchtigen Beruf ebnen.
Personalnachfrage weiter gestiegen
2014 meldeten sich weniger Menschen arbeitslos als im Jahr zuvor, gleichzeitig ging die Zahl freier Stellen wieder nach oben.
Die Zahl der Arbeitslosmeldungen aus Beschäftigungen des ersten Arbeitsmarktes verringerte sich im Jahresverlauf um knapp sieben Prozent. Über 11.500 Personen meldeten sich bei der Nordhäuser Arbeitsagentur und den Geschäftsstellen in Sondershausen und Leinefelde-Worbis arbeitslos, das waren 845 weniger als 2013.
Im Jahresverlauf wurden 5.872 sozialversicherungspflichtige Stellen gemeldet, sieben Prozent mehr als im Vorjahr. Vor zwei Jahren war die Nachfrage der Wirtschaft jedoch noch höher. Die Zahl der gemeldeten Stellen lag damals um rund 280 darüber.
Nahezu 86 Prozent der Stellen waren im letzten Jahr unbefristet. Einen Anstieg der Personalnachfrage gab es vor allem im Dienstleistungssektor, in der Gesundheitsbranche und in Transport, Verkehr- und Logistik. Die Zahl geringfügiger ging um fast 18 Prozent zurück. Verzeichnete man im Dezember 2011 noch einen Zugang von 641 geringfügigen Stellen, so reduzierte sich diese Zahl im Dezember 2013 auf 330 Stellen und im Dezember 2014 auf genau 272 geringfügige Entlohnte Anstellungen.
Seit einigen Jahren veröffentlicht die Agentur für Arbeit Angaben zur Unterbeschäftigung. Arbeitslose und Personen mit Förderungen ergeben zusammen die Zahl der Unterbeschäftigten. Neben der sinkenden Zahl von Arbeitslosen ging 2014 die Zahl der Förderungen leicht um knapp 130 nach oben.
Durchschnittlich 4.600 Personen erhielten im letzten Jahr Unterstützung bei Selbständigkeit, beruflichen Eingliederungsmaßnahmen und bei Vermittlungen in den zweiten Arbeitsmarkt, im Rahmen beruflicher Weiterbildung oder nahmen Vorruhestandsregelungen in Anspruch, knapp zwölf Prozent mehr als 2013. Eine wesentliche Rolle spielte dabei insbesondere die Unterstützung durch Weiterbildungen für Branchen mit erhöhtem Fachkräftebedarf.
Der Dezember in den Landkreisen
Landkreis NordhausenDie Arbeitslosigkeit ist von November auf Dezember um 65 auf 4.051 Personen gestiegen. Das waren 368 Arbeitslose weniger als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote auf Basis aller zivilen Erwerbspersonen betrug im Dezember 9,2%; vor einem Jahr belief sie sich auf 9,9%. Dabei meldeten sich 869 Personen (neu oder erneut) arbeitslos, 45 weniger als vor einem Jahr und gleichzeitig beendeten 809 Personen ihre Arbeitslosigkeit (+24).
Seit Jahresbeginn gab es insgesamt 10.759 Arbeitslosmeldungen, das ist ein Minus von 875 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum; dem gegenüber stehen 11.111 Abmeldungen von Arbeitslosen (–514).
Der Bestand an Arbeitsstellen ist im Dezember um 33 Stellen auf 272 gesunken; im Vergleich zum Vorjahresmonat gab es 64 Arbeitsstellen weniger. Arbeitgeber meldeten im Dezember 95 neue Arbeitsstellen, 16 weniger als vor einem Jahr. Seit Januar gingen 1.847 Arbeitsstellen ein, gegenüber dem Vorjahreszeitraum ist das eine Abnahme von 369.
Landkreis Eichsfeld
Die Arbeitslosigkeit ist von November auf Dezember um 157 auf 2.827 Personen gestiegen. Das waren 247 Arbeitslose weniger als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote auf Basis aller zivilen Erwerbspersonen betrug im Dezember 5,1%; vor einem Jahr belief sie sich auf 5,5%. Dabei meldeten sich 804 Personen (neu oder erneut) arbeitslos, 53 weniger als vor einem Jahr und gleichzeitig beendeten 646 Personen ihre Arbeitslosigkeit (+26). Seit Jahresbeginn gab es insgesamt 9.987 Arbeitslosmeldungen, das ist ein Minus von 161 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum; dem gegenüber stehen 10.194 Abmeldungen von Arbeitslosen (–467).
Der Bestand an Arbeitsstellen ist im Dezember um 32 Stellen auf 826 gesunken; im Vergleich zum Vorjahresmonat gab es 283 Arbeitsstellen mehr. Arbeitgeber meldeten im Dezember 220 neue Arbeitsstellen, 76 mehr als vor einem Jahr. Seit Januar gingen 2.784 Arbeitsstellen ein, gegenüber dem Vorjahreszeitraum ist das ein Zuwachs von 666.
Kyffhäuserkreis
Die Arbeitslosigkeit ist von November auf Dezember um 353 auf 4.310 Personen gestiegen. Das waren 331 Arbeitslose weniger als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote auf Basis aller zivilen Erwerbspersonen betrug im Dezember 10,7%; vor einem Jahr belief sie sich auf 11,4%. Dabei meldeten sich 1.076 Personen (neu oder erneut) arbeitslos, 69 mehr als vor einem Jahr und gleichzeitig beendeten 721 Personen ihre Arbeitslosigkeit (+46).
Seit Jahresbeginn gab es insgesamt 10.915 Arbeitslosmeldungen, das ist ein Minus von 323 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum; dem gegenüber stehen 11.250 Abmeldungen von Arbeitslosen (–361). Der Bestand an Arbeitsstellen ist im Dezember um 29 Stellen auf 295 gesunken; im Vergleich zum Vorjahresmonat gab es 66 Arbeitsstellen mehr. Arbeitgeber meldeten im Dezember 81 neue Arbeitsstellen, 10 mehr als vor einem Jahr. Seit Januar gingen 1.529 Arbeitsstellen ein, gegenüber dem Vorjahreszeitraum ist das eine Abnahme von 25.


