Di, 07:25 Uhr
09.12.2014
Hermann Hendrich und der Nibelungenstoff
Im Rahmen der Hermann-Hendrich-Ausstellung im Schloss Heringen findet am Sonnabendnachmittag der nächste Vortrag statt. Ein Tipp vorweg: Es ist angeraten, sich den etwas kühlen Temperaturen der hohen Räume in der Kleidung anzupassen. Anschließend steht ein kleines Kuchenangebot und Kaffee bereit...
Der Vortragende ist Alexander Kneffel M. A. Er widmet sich den Quellen zahlreicher mythischer Gemälde Hermann Hendrichs, insbesondere den nordischen Götter- und Heldensagen, unter anderen adaptiert von Richard Wagner in seinem mehrteiligen Tondrama Ring des Nibelungen.
Die Mehrzahl der Gemälde, die Hermann Hendrich zum Nibelungenstoff schuf, sind in Königswinter am Drachenstein in der Nibelungenhalle zu sehen. Aber auch in Heringen sind mehrere Gemälde zu diesem Thema zu betrachten. Man lernt Wotan, Brünhilde, Hunding, Siegfried und andere in ihrem oft dramatischen Handeln kennen, es geht um Liebe, Verantwortung, Schuld und Machtgier.
Hendrich war von Kindheit an mit Märchen, Sagen und Schauergeschichten aufgewachsen. Sensibilisiert erkundete er die Natur, zeichnete und malte und wurde ein großer Lesender. Er arbeitete nach seiner sehr erfolgreichen Lithografenlehre in Nordhausen zuerst als Lithograf in Hannover. Dort wurde bei ihm die Sehnsucht nach der Welt mit ihren Wundern immer größer.
Hendrich: Hundings Hütte (Foto: Archiv Kneffel)
Er stillte sie vorerst in den Kunstmuseen und im Theater. Insbesondere eine Aufführung von Richard Wagners Tannhäuser wurde für ihn ein großes prägendes Ereignis: Vom hohen Olymp herab blickte ich in eine neue Wunderwelt, war ganz berauscht von der wunderbaren Musik und dem herrlichen Spiel. Ich war wie verzaubert und nach der Vorstellung lief ich noch stundenlang durch den Park mit der Sehnsucht im Herzen, später etwas derartiges malen zu können. Wo immer es möglich war, schaute er sich seit dem die Tondramen Richard Wagners an.
Die Landschaft des Nordens mit dem Meer und die Gestalten der nordischen Mythologie, wie sie in der Edda beschrieben werden, wollte er auf einer Reise nach Norwegen kennenlernen, die er mit einem norwegischen Malerfreund unternahm, der einen wohlhabenden Verwandten hatte. Der, eine echte Wikingergestalt, begrüßte uns herzlichst. Er verwaltete den Hof mit seinen Söhnen und Töchtern selbst, außerdem war noch ein junges Mädchen da, eine echte Nordlandfigur, schlank wie eine Tanne, mit blitzenden blauen Augen und schimmerndem Goldhaar. Wir tauften sie Freia und waren gleich bis über beide Ohren in sie verliebt.
Jetzt sind alle Zutaten zusammen: Germanisch nordische Mythologie, Richard Wagner, die norwegische Landschaft und ein Maler, der sich in tiefster Seele davon berührt fühlt, Hermann Hendrich.
Autor: redDer Vortragende ist Alexander Kneffel M. A. Er widmet sich den Quellen zahlreicher mythischer Gemälde Hermann Hendrichs, insbesondere den nordischen Götter- und Heldensagen, unter anderen adaptiert von Richard Wagner in seinem mehrteiligen Tondrama Ring des Nibelungen.
Die Mehrzahl der Gemälde, die Hermann Hendrich zum Nibelungenstoff schuf, sind in Königswinter am Drachenstein in der Nibelungenhalle zu sehen. Aber auch in Heringen sind mehrere Gemälde zu diesem Thema zu betrachten. Man lernt Wotan, Brünhilde, Hunding, Siegfried und andere in ihrem oft dramatischen Handeln kennen, es geht um Liebe, Verantwortung, Schuld und Machtgier.
Hendrich war von Kindheit an mit Märchen, Sagen und Schauergeschichten aufgewachsen. Sensibilisiert erkundete er die Natur, zeichnete und malte und wurde ein großer Lesender. Er arbeitete nach seiner sehr erfolgreichen Lithografenlehre in Nordhausen zuerst als Lithograf in Hannover. Dort wurde bei ihm die Sehnsucht nach der Welt mit ihren Wundern immer größer.
Hendrich: Hundings Hütte (Foto: Archiv Kneffel)
Er stillte sie vorerst in den Kunstmuseen und im Theater. Insbesondere eine Aufführung von Richard Wagners Tannhäuser wurde für ihn ein großes prägendes Ereignis: Vom hohen Olymp herab blickte ich in eine neue Wunderwelt, war ganz berauscht von der wunderbaren Musik und dem herrlichen Spiel. Ich war wie verzaubert und nach der Vorstellung lief ich noch stundenlang durch den Park mit der Sehnsucht im Herzen, später etwas derartiges malen zu können. Wo immer es möglich war, schaute er sich seit dem die Tondramen Richard Wagners an. Die Landschaft des Nordens mit dem Meer und die Gestalten der nordischen Mythologie, wie sie in der Edda beschrieben werden, wollte er auf einer Reise nach Norwegen kennenlernen, die er mit einem norwegischen Malerfreund unternahm, der einen wohlhabenden Verwandten hatte. Der, eine echte Wikingergestalt, begrüßte uns herzlichst. Er verwaltete den Hof mit seinen Söhnen und Töchtern selbst, außerdem war noch ein junges Mädchen da, eine echte Nordlandfigur, schlank wie eine Tanne, mit blitzenden blauen Augen und schimmerndem Goldhaar. Wir tauften sie Freia und waren gleich bis über beide Ohren in sie verliebt.
Jetzt sind alle Zutaten zusammen: Germanisch nordische Mythologie, Richard Wagner, die norwegische Landschaft und ein Maler, der sich in tiefster Seele davon berührt fühlt, Hermann Hendrich.

