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Fr, 21:52 Uhr
05.12.2014

nnz-Betrachtung: Fahnenflüchtig

Nun ist es amtlich - Birgit Keller setzt ihre politische Karriere fort. Von Landrätin zur Ministerin. Wer hätte das gedacht. Im Grunde genommen aber ist das mehr Fahnenflucht denn Karriere...

Den ersten neuen Führerschein für Frau Landrätin (Foto: J. Piper) Den ersten neuen Führerschein für Frau Landrätin (Foto: J. Piper)
Show - das war Birgit Keller schon sehr wichtig. Ausgerechnet zur Eröffnung "ihres" BürgerServiceZentrums" bekam sie einen neuen Führerschein. Vor der Tür müssen die gemeinen Bürger erst einmal warten

Es war kurz nach dem Beginn der Sondierungsgespräche zwischen Linke, SPD und Grünen. Da tauchte die kleine Frau, deren erste Amtshandlung nach der Wahl zur Landrätin das Kürzen des Rednerpultes im Plenarsaal war und deren Haare bei jedem Wetter unzerstörbar liegen, an der Seite von Bodo Ramelow auf.

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Und allen politischen Beobachtern war klar, Frau Keller geht nach Erfurt. Ich saß an diesem Tag mit mehreren Nordhäusern beim Sommerfest der pro vita Akademie und diskutierte. Ich irrte, denn ich meinte, dass Birgit Keller auch für das Angebot eines Staatssekretärspostens nach Erfurt gehen würde.

Meine beiden Gesprächspartner waren dieser Meinung nicht und sie sollten Recht behalten. Nun kann Birgit Keller endlich den provinziellen Mief dieses Landkreises verlassen. Nun kann sie den weißen 5er BMW gegen einen 7er oder einen Audi A8 oder Mercedes tauschen. Nun ist sie in einem ganzen - wenn auch nicht großen - Land unterwegs.

Dort kann repräsentiert werden, also diese Tätigkeit, die ihr sowieso eher lag, als das Herumplagen mit den Sorgen und Nöten von nahezu 400 Mitarbeitern einer unteren kommunalen Verwaltung. Nun kann die Frau, deren politische Karriere in der FDJ-Kreisleitung begann, endlich regieren. Kann über Gelder entscheiden, muss nicht Wege aus dem Schuldenabbau suchen.

Das ist viel zu stressig, jetzt kann gemanaget werden. Koste es, was es wolle und kein lästiger Vorsitzender eines Finanzausschusses stellt dabei schlimme Fragen. Was hat Birgit Keller in den zwei Jahren, die sie diesen Landkreis regierte, wirklich erreicht? Soll-Fehl-Betrag abgebaut? Nein. Wirklich gespart? Nein. Ein BürgerServiceZentrum, das keiner wirklich brauchte aus dem Boden gestampft, das aber einen halbe Million Euro verschlang.

Einen kleinen Zoff mit der HSB begonnen. Mit dem Ergebnis, dass es jetzt einen Dampfladen in Nordhausen und das einigen Züge mehr oder weniger fahren.

In Erfurt findet Frau Keller einen funktionierenden Beamtenapparat vor, in Nordhausen hatte sie es mit mehr als 300 Mitarbeitern zu tun, die ihre Anliegen und Probleme ganz nah an sie herantragen konnten. Bleibt nun abzuwarten, wie viele aus dem näheren und weiteren familiären Umfeld von Birgit Keller sowie des einstigen Arbeitsumfeld den Weg nach Erfurt finden - direkt oder über Umwege. Das wird sein, was bleibt. Und das ist schade und für mich eine der größten Enttäuschungen dieser Jahre.
Peter-Stefan Greiner
Autor: red

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Kommentare
I.H.
06.12.2014, 07:13 Uhr
Linke Potemkin'sche Dörfer
Der Landkreis Nordhausen hat ausnahmsweise mal eine "Vorreiterrolle" in Thüringen gehabt. Hier gibt es schon seit zwei Jahren eine Linke "Ministerpräsidentin". Die erreichten Ergebnisse sind gleich Null! Das erwartet nun das ganze Land.

Hauptsache die Betonfrisur steht!
wissender
06.12.2014, 09:52 Uhr
Nichts erreicht
hat Frau Keller in den Jahren als Landrätin. Ich hatte persönlich große Hoffnungen in sie gesetzt und bin zutiefst enttäuscht. Nur Show, ein Buffet nach dem anderen und immer schön in die Kameras lächeln. Im Amt liegt dann Lack und Papier. Das ist ja auch die beste Qualifikation als Ministerin.

Ich hoffe das der Nachfolger (in) im LRA mehr Tatkraft an den Tag legt und wieder für den Bürger da ist und sich nicht in Selbstinszenierungen verliert wie die Vorgängerin.
Gudrun1974
06.12.2014, 10:19 Uhr
Frau Keller ist ohne Abi "Gesellschaftswissenschaftlerin". Was ist das eigentlich?
Frau Keller hat ohne Abi Gesellschaftswissenschaften studiert.

Weiß jemand: Was war das für ein Studium? Welchen Beruf konnte man damit ergreifen? Und wird dieser Abschluss nach der Wende anerkannt?
Palme3000
06.12.2014, 12:35 Uhr
...was solls...wegrennen vor der Verantwortung
Herr Greiner, Sie haben es auf den Punkt gebracht.....die Landrätin wird endlich nach Erfurt gehen und es besteht die berechtigte Chance hier im Landkreis über neue Wahlen vernünftige tragfähige Lösungen anzubieten. ...Ausser leeren Versprechen, wie die Sanierung des Haushalts hat Frau sich nur im Geldausgeben(sinnloser kostenintensiver Bürgerservice....Profilierung einer kreiseigenen Service - Gesellschaft mit linken Partei Kadern , die ausser ein Parteibuch keine Qualifikation vorweisen können. ....bis hin zum längst bekannten Sanierungsstau der Wiedigsburghalle ...., hervorgetan. Sich dann auch noch hinzustellen und den Bürger Service als Erfolg darzustellen und den gemeinen Leser mit Zahlen zuzuschütten.....das muss man erst einmal überbieten. ...die Bürger die das Landratsamt aus unterschiedlichen Gründen aufsuchen mussten, haben das auch in der Vergangenheit getan. ....nur sind sie direkt in die Ämter gegangen und haben ihre Anträge gestellt. ...Zahlenmäßige Erhebungen wird es nicht gegeben haben....vermutlich war die Zahl der Besuche ähnlich hoch....dieses widerum mit Blick auf die baldige Übersiedlung nach Erfurt als Erfolg zu verkaufen grenzt schon an Arroganz der Macht.....Frau Keller, dieser Bürger Service den sie sich auf Staatskosten geleistet haben hat richtig viel Geld gekostet....was man an anderer Stelle effizienter hätte nutzen können. ..siehe Wiedigsburghalle. ...oder wollte man sich ein Denkmal setzen. ..?
Wolfi65
06.12.2014, 12:59 Uhr
Das Volk hat entschieden
Und da gibt es kein wenn und aber!
Es ist der Wille des Volkes gewesen, dass diese Volksvertreter jetzt die Geschicke in die Hand nehmen.
Man sollte auch einen Herrn Ramelow eine Chance geben, für einen demokratischen Sozialismus.
Denn 24 Jahre CDU in Thüringen war für den Einen oder auch Anderen nicht gerade das Schlaraffenland.
Die Rechnung des Herrn Althaus und der Frau Lieberknecht, durch Niedriglöhne Arbeitsplätze nach Thüringen zu holen, dürfte spätestens nach Einführung des flächendeckenden Mindestlohnes im sogenannten Rechtstaates, wie eine Seifenblase zerplatzt sein.
Das nun gerade die Partei der Linken wegen einiger Vergünstigungen, welches das politische Amt in Erfurt so mit sich bringt, am Pranger stehen soll, ist doch wohl ein wenig überzogen, oder soll Frau Keller mit dem Trabant zum Ministerium fahren, damit die Schwarzkittel nichts zu meckern haben?
Der Eine fährt eben in der Staatskarosse und der Andere läuft zum Arbeitsamt.
Das ist doch die Freiheit, welche uns in 24 Jahren realer Kapitalismus gelehrt und gezeigt wurde.
Wieso sollte es die Partei der Linken anders machen?
Ich persönlich kann Frau Keller verstehen, das man sich in dieser Republik vor dem eiskalten Wind der Marktwirtschaft rechtzeitig ein warmes Plätzchen sucht.
360grad
06.12.2014, 13:34 Uhr
In unserer ehemaligen Landrätin
müssen Kompetenzen schlummern, die ausser ihrem neuen Chef niemandem bekannt sind.
Es sind auch keine Informationen im IN zu finden, die einen Zusammenhang zwischen nachgewiesener Kompetenz und ihrem jetzigen Amt belegen könnten.
Politik und Fachkompetenz gehen ja nicht oft zusammen, aber hier ist ein besonders krasser Fall zu vermuten.
Die Veröffentlichungen der letzten Zeit über die Vorgänge im Landratsamt und der angeschlossenen Gesellschaft lassen mich zudem befürchten, dass selbst die Bezeichnung politisch "links",hier,wie auch bei Funktionsträgern in NDH,nicht zutrifft.

Hoffentlich muss ich mich bald für meine Einschätzung in diesen Kommentar entschuldigen. Trotzdem meinen herzlichen Glückwunsch an unseren neuen
Ministerpräsidenten!Viel Glück und Erfolg auch der neuen Regierungsmanschaft!
Von um die Ecke
06.12.2014, 14:20 Uhr
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Till Probst
12.12.2014, 19:04 Uhr
Keller weg = Aufatmen in der Belegschaft
Die Belegschaft wird froh sein, wenn die Frau weg ist. Denn im Landratsamt hat sie nur Chaos hinterlassen. Und wenn sie dann den Herrn Reuter noch mit nach Erfurt nimmt wird man auch nicht traurig sein. Das Duo hat viel Schaden beim Personal dort angerichtet.
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