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Do, 13:53 Uhr
04.12.2014

Zeh muss jetzt handeln um Abbau zu verhindern

Dies erklärte Dagmar Becker, stellvertretende Vorsitzende der SPD-Fraktion im Landtag, anlässlich der Rücknahme der Klage der Stadt Nordhausen gegen die sogenannten Aufsuchungsbohrungen am Winkelberg in der Rüdigsdorfer Schweiz...


„Der Oberbürgermeister Dr. Zeh hat den Ernst der Lage noch nicht verstanden. Nicht anders kann dessen Äußerung verstanden werden, dass der Gipsabbau am Winkelberg noch außer Rede stehe. Wenn er die Bedenken der Menschen der Region ernst nehmen würde, dann würde er alles dafür tun, um die Bohrungen zu stoppen. Denn rechtlich betrachtet, kann die Firma CASEA Gips abbauen, wenn der Betriebsplan genehmigt und Gips bei den Probebohrungen aufgefunden wurde“, erläutert die Landtagsabgeordnete Becker.

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Zuletzt habe das Thüringer Umweltministerium unter Leitung von Herrn Reinholz (CDU) selbst dazu beigetragen, dass die Mitwirkungspflicht von Verbänden in dieser Hinsicht rechtlich beschnitten wurde, sagt Becker und resümiert: „Das fällt uns nicht erst jetzt auf die Füße.“

Insofern solle der Nordhäuser Oberbürgermeister Dr. Zeh die Katze aus dem Sack lassen und zugeben, dass nur eine Nichtdurchführung der Bohr- und Aufsuchungsarbeiten die einzige Möglichkeit sei, die einem späteren Abbau entgegenstehe. Becker sagt voraus, dass das Unternehmen dem Beispiel anderer Firmen folgen und Schritt für Schritt die Fläche für den Gipsabbau erweitern würde. Denn für Anträge für Abbauflächen unter fünf Hektar werde in Thüringen weder ein Raumordnungsverfahren verlangt noch eine Umweltverträglichkeitsprüfung benötigt, so Becker. An dem Beispiel eines niedersächsischen Gipsunternehmens am Himmelsberg bei Woffleben könne man sehr gut studieren, wie so etwas mit Hilfe des Thüringer Oberbergamtes konkret aussehe, erläutert die Landtagsabgeordnete.

Becker forderte Dr. Zeh auf, "sich endlich an die Spitze einer Protestbewegung zu stellen und nicht zaudernd hinter den Gardinen der Stadtverwaltung die Aktivitäten der Bürgerinitiativen zu beobachten."

Die zur Remondis Gruppe gehörende CASEA GmbH hat bis Februar neun Bohrungen im Gipskarst geplant, wie die nnz berichtete.
Autor: red

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Kommentare
alexa
04.12.2014, 14:49 Uhr
Ausbaden müssen Andere!
Es bleibt zu spekulieren, dass Herr Dr. Zeh damit rechnen kann, dass in der Rüdigsdorfer Schweiz erst abgebaut wird, wenn schon der/die Nachfolger/in OB ist. Bis dahin kann Herr Dr. Zeh getrost in der Deckung bleiben, so wie mit vielen anderen brennenden Themen. Das sind vertane Chancen!

Leider müssen es langfristig die Nordhäuser, besonders die Anwohner, Touristen und Naturfreunde ausbaden.

Schön, dass sich wenigstens eine Fraktion des Themas annimmt! Die CDU wird den Lobbyisten Rienholz und Primas nicht in den Rücken fallen und die Grünen in Nordhausen kommen ja auch erst aus der Versenkung, wenn es zu spät ist, wetten dass??
Annett Deistung
19.01.2015, 11:05 Uhr
Regionalplan weist Gipsabbau-Vorranggebiete aus
Seitdem ich weiß, dass die zur Zeit in Woffleben (Landkreis Nordhausen, Stadt Ellrich) ruhenden Steinbrüche 'Hohe Schleife' und 'Hageborn' im Regionalplan Nordthüringen als mögliche Abbaugebiete fest verankert sind, wundert mich gar nichts mehr. Steht im "Regionalen Raumordnungsplan Nordthüringen" (einfach mal die PDF-Datei im Internet suchen) auf Seite 107 genau formuliert. Dort stehen auch die Steinbrüche: Alter Stolberg, Kohnstein, Rüsselsee, Röseberg und Ellricher Klippen.

Die Politiker halten sich immer ein Hintertürchen für die Gipsindustrie offen. Immerhin spült es doch Steuern in die Haushaltskassen. Im Übrigen gilt im Osten Deutschlands noch das DDR-Bergrecht und das ist sogar im Einigungsvertrag von 1990 festgelegt und könnte, wenn gewollt, von der Regierung ja bestimmt auch geändert werden. Doch dass sind für uns Bürger zu große Brötchen um sich darüber den Kopf zu zerbrechen. Ich jedenfalls glaube keiner Partei mehr und habe mir meine eigene Meinung zum Gipsabbau gebildet.

Würde mich freuen, wenn ich mich irre.
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