Sa, 16:16 Uhr
29.11.2014
Wildbret oder billige Import-Gans?
Was kommt Weihnachten auf den Teller? Gans, Ente, Kaninchen, Pute, Lamm, ein gutes Stück vom Schwein, Rind oder Kalb? Oder soll es Wildbret sein? Kurt Frank hat sich schon entschieden...
Fleischermeister Jens Cotta am Zerlegetisch im Wildhandel Wolkramshausen.
Wolkramshausen. Die Discounter locken. Eine Gans schon für acht, zehn oder zwölf Euro. Aus Ungarn oder Polen. Ein Schnäppchen! Zugreifen! Dachte ich. Schlagartig verging mir aber der Appetit, nachdem ich am Freitagabend im NDR-Fernsehen die Reportage Arme Weihnachtsgang – vom Luxusgut zum Billigbraten sah.
Bilder von Gänsen, die man, trotz Verbot, am lebendigen Leib rupft. Mit aufgerissener, blutiger Haut und gebrochenen Flügeln. Im Schlamm und Dreck vegetierend. Mit verklebtem Gefieder. Im Labor nachgewiesene Arzneimittelrückstände und Antibiotika. Bekannte Handelsketten hierzulande, die den Billigbraten anbieten, verweigerten jede Stellungnahme vor der Kamera.
Nicht alle der in Folie verpackten Import-Vögel führten vor ihrer Schlachtung ein qualvolles Leben. Dennoch bleiben Bedenken. 90 Prozent der im Handel angebotenen Gänse kommen aus Ungarn oder Polen. Der Rest aus Deutschland. Der lebte vor der Schlachtung glücklicher. Ist aber viermal teurer als der Import, dafür unbelastet. Das mag vielleicht der entscheidende Unterschied sei.
Ich habe mich entschieden: Wildbret zu Weihnachten. Aus dem Wildladen Bauer im Objekt der Wippertaler Agrar GmbH in Wolkramshausen. Es hat seinen Preis. Das Fleisch – verarbeitet wird Wild ausschließlich aus Harzer Wäldern - ist aber fett- und cholesterinarm, leicht verdaulich, reich an Eiweiß, Mineralstoffen und Vitaminen.
Aus einem Umkreis von 40 Kilometern wird die Ware angeliefert. Von Forstämtern und Privatpersonen. Sagt Jens Cotta, der Fleischermeister. Mit Nick Kranhold und Andreas Altmann bereitet er Fleisch- und Wurstspezialitäten vom Rot-,Dam-,Muffel-,Reh-und Schwarzwild zu.
Innerhalb einer Woche wurden uns jüngst 200 erlegte Schwarzkittel angeliefert. Mit ihrer Zerlegung und Verarbeitung haben wir gegenwärtig noch vollauf zu tun, bekräftigt der 32-Jährige. Der Zerlegetisch sei deshalb von 4 Uhr in der Nacht bis 21 Uhr am Abend besetzt.
Der Wildhandel beliefert Hotels und Gaststätten in nah und fern. Auch das 5-Sterne-Hotel Romantischer Winkel in Bad Sachsa. Küchenchef Manfred Albrecht spricht von einer Top-Qualität. Die bestätigt auch Kai Prengel vom Burggasthof Ruine Hohnstein bei Neustadt.
Der Kunde hat die Qual der Wahl: Hirschkalbskeule, Reh- oder Muffelrücken, gemischter Wildgulasch, Wildschwein- oder Hirschrollbraten, Rouladen und Wildplatte, Wildsuppen und -pfanne.
Wenn Frau oder Mann am heimischen Herd Schwierigkeiten mit der Zubereitung von Wild haben sollte, dann hilft der Partyservice. An die 50 Bestellungen für Fertiggerichte zum Weihnachtsfest liegen bereits vor, informiert der Fleischermeister.
Vielleicht wird es im kommenden Jahr wieder eine Gans in meiner Familie zum Fest der Feste geben. Rechtzeitig bestellt bei einem Landwirt oder Züchter hierzulande. Ab 30 Euro dürfen es dann schon sein.
Kurt Frank
Autor: redFleischermeister Jens Cotta am Zerlegetisch im Wildhandel Wolkramshausen.
Wolkramshausen. Die Discounter locken. Eine Gans schon für acht, zehn oder zwölf Euro. Aus Ungarn oder Polen. Ein Schnäppchen! Zugreifen! Dachte ich. Schlagartig verging mir aber der Appetit, nachdem ich am Freitagabend im NDR-Fernsehen die Reportage Arme Weihnachtsgang – vom Luxusgut zum Billigbraten sah.
Bilder von Gänsen, die man, trotz Verbot, am lebendigen Leib rupft. Mit aufgerissener, blutiger Haut und gebrochenen Flügeln. Im Schlamm und Dreck vegetierend. Mit verklebtem Gefieder. Im Labor nachgewiesene Arzneimittelrückstände und Antibiotika. Bekannte Handelsketten hierzulande, die den Billigbraten anbieten, verweigerten jede Stellungnahme vor der Kamera.
Nicht alle der in Folie verpackten Import-Vögel führten vor ihrer Schlachtung ein qualvolles Leben. Dennoch bleiben Bedenken. 90 Prozent der im Handel angebotenen Gänse kommen aus Ungarn oder Polen. Der Rest aus Deutschland. Der lebte vor der Schlachtung glücklicher. Ist aber viermal teurer als der Import, dafür unbelastet. Das mag vielleicht der entscheidende Unterschied sei.
Ich habe mich entschieden: Wildbret zu Weihnachten. Aus dem Wildladen Bauer im Objekt der Wippertaler Agrar GmbH in Wolkramshausen. Es hat seinen Preis. Das Fleisch – verarbeitet wird Wild ausschließlich aus Harzer Wäldern - ist aber fett- und cholesterinarm, leicht verdaulich, reich an Eiweiß, Mineralstoffen und Vitaminen.
Aus einem Umkreis von 40 Kilometern wird die Ware angeliefert. Von Forstämtern und Privatpersonen. Sagt Jens Cotta, der Fleischermeister. Mit Nick Kranhold und Andreas Altmann bereitet er Fleisch- und Wurstspezialitäten vom Rot-,Dam-,Muffel-,Reh-und Schwarzwild zu.
Innerhalb einer Woche wurden uns jüngst 200 erlegte Schwarzkittel angeliefert. Mit ihrer Zerlegung und Verarbeitung haben wir gegenwärtig noch vollauf zu tun, bekräftigt der 32-Jährige. Der Zerlegetisch sei deshalb von 4 Uhr in der Nacht bis 21 Uhr am Abend besetzt.
Der Wildhandel beliefert Hotels und Gaststätten in nah und fern. Auch das 5-Sterne-Hotel Romantischer Winkel in Bad Sachsa. Küchenchef Manfred Albrecht spricht von einer Top-Qualität. Die bestätigt auch Kai Prengel vom Burggasthof Ruine Hohnstein bei Neustadt.
Der Kunde hat die Qual der Wahl: Hirschkalbskeule, Reh- oder Muffelrücken, gemischter Wildgulasch, Wildschwein- oder Hirschrollbraten, Rouladen und Wildplatte, Wildsuppen und -pfanne.
Wenn Frau oder Mann am heimischen Herd Schwierigkeiten mit der Zubereitung von Wild haben sollte, dann hilft der Partyservice. An die 50 Bestellungen für Fertiggerichte zum Weihnachtsfest liegen bereits vor, informiert der Fleischermeister.
Vielleicht wird es im kommenden Jahr wieder eine Gans in meiner Familie zum Fest der Feste geben. Rechtzeitig bestellt bei einem Landwirt oder Züchter hierzulande. Ab 30 Euro dürfen es dann schon sein.
Kurt Frank



