Mo, 20:08 Uhr
24.11.2014
Der Elektrische kommt
Eine Woche lang werden die Verkehrsbetriebe einen Blick in die Zukunft werfen. Auf der Linie A wird bis Freitag ein Elektrobus dem Alltagstest unterzogen. Die neue Technik bringt einige Vorteile, hat aber auch Nachteile...
Auf den ersten Blick ist der Elektro-Bus nicht von seinem Dieselpendant zu unterscheiden. Erst wenn man drinnen sitzt, merkt man, dass man nichts merkt. Oder genauer: nichts hört.
Der Elektromotor surrt leise vor sich hin. Der eigentliche Vorteil liegt aber in der Klimabilanz. Sowohl die CO-2 Werte wie auch der Stickstoffaustoss sind signifikant niedriger als beim lauten Vetter im Dieselbetrieb.
Das gerade in Nordhausen eine der leisen Busse erprobt wird, verdankt man dem Thüringer Verkehrsministerium. Die Projektgruppe des Ministeriums "Ökologischer Wandel", geleitet von Jörg Kallenbach, hat zusammen mit den Städten Erfurt, Gotha, Gera, Jena und Nordhausen ein Konzept für den Einsatz der neuen Technik erarbeitet. Das Nordhausen sich in dieser illustren Runde wieder findet, liegt an der Straßenbahn. Denn wie in den anderen Städten arbeitet die Nordhäuser Infrastruktur wegen "der Elektrischen" mit Gleichstrom.
Von seinem Dieselpendant kaum zu unterscheiden - der Elektrobus (Foto: Angelo Glashagel)
"Wir wollen die Busse auf einer Linie mit vielen Fahrgästen testen", sagte Jörg Kallenbach, der zur Vorstellung des Fahrzeugs in die Rolandsstadt gekommen war. "Insbesondere in Sachen Leistung und Reichweite wollen wir sehen, ob die Busse im Alltagsbetrieb bestehen." Die Herstellerfirma Bozankaya gibt die Reichweite ihrer Fahrzeuge mit 300 Kilometern an. Danach müsste der Bus wieder an die "Steckdose".
Nun ist neue Technik nicht nur effizient sondern leider auch teuer. Das geben alle Beteiligten offen zu. Neben Jörg Kallenbach waren auch Oberbürgermeister Zeh und die Geschäftsführer der Verkehrsbetriebe Mathias Hartung und Gabriele Schuchardt erschienen, um das neue Gefährt in Augenschein zu nehmen. "Die Busse sind in der Anschaffung teurer, im Betrieb aber billiger, sodass sich die Kosten wieder amortisieren würden", sagte Schuchardt. Sollte es einmal von Seiten der beteiligten Kommunen Anschaffungspläne geben, so hofft Projektleiter Kallenbach auf entsprechende Fördermittel. Über die tatsächlichen Kosten wollte und konnte noch keiner so recht reden.
Denn im Vordergrund stehe zunächst allein der Test der Technik. "Wir werden das im Auge behalten und ganz genau durchrechnen", so Schuchardt. Auch der Oberbürgermeister und der Vertreter des Verkehrsministeriums verwiesen auf die entsprechenden Gremien der Stadt, die derlei Entscheidungen vielleicht irgendwann zu treffen hätten.
Wer zur Testfahrt zustieg, durfte ausnahmsweise kostenlos fahren (Foto: Angelo Glashagel)
Für die Fahrgäste auf der Linie A soll sich übrigens in dieser Woche nichts ändern. Die Standzeiten des Busses müssten nicht verlängert werden, mit Verzögerungen sei nicht zu rechnen. Nur wer das Glück hatte, zur ersten Probefahrt entlang der üblichen Strecke zuzusteigen, der durfte ausnahmsweise kostenlos mitfahren. Am Mittwoch wird der Bus für einige Zeit allerdings nicht auf der Strecke sein. Dann wollen Hartung und Schuchardt das Gefährt ihren Kollegen aus anderen Verkehrsbetrieben vorstellen.
Angelo Glashagel
Autor: redAuf den ersten Blick ist der Elektro-Bus nicht von seinem Dieselpendant zu unterscheiden. Erst wenn man drinnen sitzt, merkt man, dass man nichts merkt. Oder genauer: nichts hört.
Der Elektromotor surrt leise vor sich hin. Der eigentliche Vorteil liegt aber in der Klimabilanz. Sowohl die CO-2 Werte wie auch der Stickstoffaustoss sind signifikant niedriger als beim lauten Vetter im Dieselbetrieb.
Das gerade in Nordhausen eine der leisen Busse erprobt wird, verdankt man dem Thüringer Verkehrsministerium. Die Projektgruppe des Ministeriums "Ökologischer Wandel", geleitet von Jörg Kallenbach, hat zusammen mit den Städten Erfurt, Gotha, Gera, Jena und Nordhausen ein Konzept für den Einsatz der neuen Technik erarbeitet. Das Nordhausen sich in dieser illustren Runde wieder findet, liegt an der Straßenbahn. Denn wie in den anderen Städten arbeitet die Nordhäuser Infrastruktur wegen "der Elektrischen" mit Gleichstrom.
Von seinem Dieselpendant kaum zu unterscheiden - der Elektrobus (Foto: Angelo Glashagel)
"Wir wollen die Busse auf einer Linie mit vielen Fahrgästen testen", sagte Jörg Kallenbach, der zur Vorstellung des Fahrzeugs in die Rolandsstadt gekommen war. "Insbesondere in Sachen Leistung und Reichweite wollen wir sehen, ob die Busse im Alltagsbetrieb bestehen." Die Herstellerfirma Bozankaya gibt die Reichweite ihrer Fahrzeuge mit 300 Kilometern an. Danach müsste der Bus wieder an die "Steckdose". Nun ist neue Technik nicht nur effizient sondern leider auch teuer. Das geben alle Beteiligten offen zu. Neben Jörg Kallenbach waren auch Oberbürgermeister Zeh und die Geschäftsführer der Verkehrsbetriebe Mathias Hartung und Gabriele Schuchardt erschienen, um das neue Gefährt in Augenschein zu nehmen. "Die Busse sind in der Anschaffung teurer, im Betrieb aber billiger, sodass sich die Kosten wieder amortisieren würden", sagte Schuchardt. Sollte es einmal von Seiten der beteiligten Kommunen Anschaffungspläne geben, so hofft Projektleiter Kallenbach auf entsprechende Fördermittel. Über die tatsächlichen Kosten wollte und konnte noch keiner so recht reden.
Denn im Vordergrund stehe zunächst allein der Test der Technik. "Wir werden das im Auge behalten und ganz genau durchrechnen", so Schuchardt. Auch der Oberbürgermeister und der Vertreter des Verkehrsministeriums verwiesen auf die entsprechenden Gremien der Stadt, die derlei Entscheidungen vielleicht irgendwann zu treffen hätten.
Wer zur Testfahrt zustieg, durfte ausnahmsweise kostenlos fahren (Foto: Angelo Glashagel)
Für die Fahrgäste auf der Linie A soll sich übrigens in dieser Woche nichts ändern. Die Standzeiten des Busses müssten nicht verlängert werden, mit Verzögerungen sei nicht zu rechnen. Nur wer das Glück hatte, zur ersten Probefahrt entlang der üblichen Strecke zuzusteigen, der durfte ausnahmsweise kostenlos mitfahren. Am Mittwoch wird der Bus für einige Zeit allerdings nicht auf der Strecke sein. Dann wollen Hartung und Schuchardt das Gefährt ihren Kollegen aus anderen Verkehrsbetrieben vorstellen.Angelo Glashagel



