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Do, 19:08 Uhr
20.11.2014

Wir sind der Harz

In Nordhausen fand heute der "Harzer Tourismustag" des Harzer Tourismusverbandes statt. Viel war da vom Image der Region die Rede aber auch davon, wie der Südharz und der Kyffhäuserkreis näher zusammenwachsen und von der Arbeit des Verbandes profitieren können...

Die Führungsriege des Harzer Toursimusverbandes erläuterte im Nordhäuser Bürgerhaus die Arbeit ihres Verbandes (Foto: Angelo Glashagel) Die Führungsriege des Harzer Toursimusverbandes erläuterte im Nordhäuser Bürgerhaus die Arbeit ihres Verbandes (Foto: Angelo Glashagel)

Für was steht der Harz? Ein Einheimischer, der mit dem Harz und seinen Sehenswürdigkeiten aufgewachsen ist, kann diese Frage wahrscheinlich gar nicht so leicht beantworten. Die "Marke Harz" ist nur schwer zu fassen, wenn man von Kindesbeinen an mit dem Gebirge vor der Haustür vertraut ist. Wandern, Schulausflüge mit der Harzquerbahn, Bergtheater und Walpurgis im Frühjahr und im Sommer, Hirschebrüllen im Herbst, Skifahren im Winter und nochmals wandern, wandern, wandern.

Wie man den Harz bekannt macht und was man dabei am besten hervorhebt, damit beschäftigt sich seit 20 Jahren der Harzer Tourismusverband (HTV). 200 Mitglieder aus Thüringen, Niedersachsen und Sachsen-Anhalt sind hier versammelt, um von dem zu profitieren, was der Harz Touristen zu bieten hat. Dazu gehören die Landkreise und Kommunen, Unternehmer und Hoteliers aber auch Betriebe wie die Harzerschmalspurbahnen oder Einrichtungen wie die Traditionsbrennerei und andere Tourismusmagneten.

Im Nordhäuser Bürgerhaus lud der Verband heute zum "Harzer Tourismustag". Auf der Agenda standen das besagte "Image" des Harzes und die Verantwortung von Politik, Wirtschaft, Tourismus und Medien. Der Verband konnte durchaus gute Nachrichten vermelden: nach einem schmerzhaften Einbruch durch den milden Winter im Frühjahr hatte man die Verluste laut der Geschäftsführerin des Verbandes, Carola Schmid, bereits im Juni wieder hereinholen können. Neben der Stammklientel der Generation 60+ würde man auch vermehrt Aufenthalte von jungen Familien registrieren, vor allem während der Ferien. Radsportler die nach anspruchsvollen Downhill- oder Mountainbikestrecken suchten, kämen ebenso immer öfter in den Harz.

Dank der Aktivitäten des HTV sei es gelungen, ergänzte der Verbandsvorsitzende Martin Skiebe, ein neues Image aufzubauen, das den Harz nicht mehr nur mit schöner Landschaft, Wandern und Tradition verbinde. Heute präsentiere man sich moderner und umfassender, als Region die nicht nur touristisch etwas zu bieten hat, sondern auch als Wirtschafts- und Bildungsregion. Nur der Schwarzwald und der Bayerische Wald seien bekannter und beliebter, hieß es im Pressegespräch.

Skiebe, der auch Landrat des Harzkreises ist, sitzt mitten drin im Gebirge. Thüringen hingegen, und damit Nordhausen, hat nur einen kleinen Anteil an der eigentlichen Harzregion. Als Harzvorland verdient die Region dennoch die Aufmerksamkeit des Verbandes. Insbesondere Nordhausen habe in den letzten Jahren eine "unwahrscheinliche Entwicklung" durchgemacht, sagte Geschäftsführerin Schmid. Man fühle sich dem Harz zugehörig, erklärte Landrätin Birgit Keller, und würde auch von der Arbeit des Verbandes profitieren. "Unser Karstwanderweg ist ein Produkt des gemeinsamen Harzes", sagte die Landrätin. In der Werbung und den Publikationen des HTV sei öfter vom Landkreis Nordhausen die Rede, als in den Veröffentlichungen des Landes Thüringen.

Und die Zahlen scheinen der Landrätin derzeit Recht zu geben. Im ersten Halbjahr 2014 registrierte das Landesamt für Statistik 37.696 Ankünfte im Landkreis. Das ist ein sattes Plus von 17,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die Zahl der Übernachtungen nahm um 7,5 Prozent zu und stieg auf 87.873. Im Schnitt blieben die Gäste laut den Statistikern für 2,3 Tage, was leicht unter dem Thüringer Landesdurchschnitt von 2,6 Tagen liegt.

In Zukunft will man auch darauf hinarbeiten, sowohl das Gebirge als auch den Kreis Kyffhäuser näher an den Harz zu führen. "Es wäre für uns kein großer Spagat, wir sind stark genug, den Kyffhäuser als Mitglied mit aufzunehmen", sagte Frau Schmid. Durch die Nähe der Mitgliedslandkreise Nordhausen und Mansfeld-Südharz finde die Zusammenarbeit schon jetzt in vielen Bereichen statt, etwa beim Bewerben des Kyffhäuserdenkmals. Entsprechende Gespräche würden bereits geführt, in den nächsten Monaten will man weiterkommen. Am Ende müssten das aber die Mitglieder entscheiden, schränkte der Vorsitzende Skiebe ein.
Angelo Glashagel
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