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So, 19:48 Uhr
02.11.2014

Nordhäuser Genossen gedachten Gründung

Vor 25 Jahren konnte die Sozialdemokratie in Nordhausen den Neuanfang wagen. Die Genossen konnten damals an eine lang verlorene Tradition anknüpfen. Heute Gedachte man deswegen nicht nur den Anfängen der SPD nach der Wende, sondern auch ihren Vorvätern...

Die SPD Nordhausen gedachte ihrer Wiedergründung vor 25 Jahren (Foto: Angelo Glashagel) Die SPD Nordhausen gedachte ihrer Wiedergründung vor 25 Jahren (Foto: Angelo Glashagel)

Das Ergebnis der diesjährigen Landtagswahlen in Thüringen kann für die SPD im Freistaat als historischer Tiefpunkt gelten. Nur etwas mehr als 12% der Wähler setzten ihr Kreuz bei den Sozialdemokraten. Ob man nun Partner in einer Rot-Rot-Grünen Regierung wird, darüber entscheiden derzeit die gut 4000 Mitglieder der Thüringer SPD. Es ist also nicht alles schlecht. Aber eigentlich auch nicht gut genug, wenn man als "Volkspartei" gelten will.

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Das mag vielleicht auch manchem Nordhäuser SPDler durch den Kopf gegangen sein, als man sich heute in den Räumen der Flohburg traf, um an die Wiedergründung der SPD in Nordhausen vor 25 Jahren zu erinnern. Es müssen wirre, aufregende Monate gewesen sein, damals Anno 1989/90. Gerade einmal 30 Mitglieder stark waren die Nordhäuser Genossen, welche in dieser Zeit noch unter dem Kürzel "SDP" - Sozialdemokratische Partei, firmierten.

Anders als etwa die CDU, die als eine der Blockparteien in der DDR weiter existiert hatte, war die SPD als eigene Organisation nicht existent gewesen. Aus der Zwangsehe mit der KPD war 1946 die SED hervorgegangen, die 40 Jahre lang unangefochten herrschen sollte. "Wir hatten überhaupt keine Infrastruktur und mussten alles erst organisieren", erinnerte sich Barbara Rinke heute an die Wiedergründung.

Die ehemalige Oberbürgermeisterin Barbara Rinke sprach zusammen mit Dr.Kuhlbrodt über Oskar Cohn (Foto: Angelo Glashagel) Die ehemalige Oberbürgermeisterin Barbara Rinke sprach zusammen mit Dr.Kuhlbrodt über Oskar Cohn (Foto: Angelo Glashagel)
Über die Jahre stieg die Zahl der Mitglieder auf über 150 und blieb seither relativ konstant, erzählten die Sozialdemokraten heute. Austritte hätte es vor allem während der Hartz IV Diskussionen während Gerhard Schröders Kanzlerschaft gegeben, erinnerte sich Rinke. Wie viele Mitglieder ihre Partei in Nordhausen heute zählt, weiß die ehemalige Oberbürgermeisterin nicht zu sagen. Gut 130 sollen es sein, schätzungsweise.

Die SPDler, die es wissen müssten, sind am heutigen Abend nicht zu gegen, wie auch einige andere Parteifreunde. Dafür verliehen verschiedene Gäste der kleinen Veranstaltung fast schon die Aura des Überparteilichen. "Wir sind stolz auf das, was wir in der Stadtpolitik geleistet haben, besonders in den Aufbaujahren", sagte Rinke der nnz, "die SPD hatte entscheidenden Anteil daran, aus Nordhausen das zu machen, was man heute sehen kann."

Es war ein Abend, welcher der Rückschau diente, zumindest im offiziellen Teil. Zusammen mit Dr. Peter Kuhlbrodt referierte Barbara Rinke zu einem der wichtigsten in Nordhausen aktiven SPDler: Oskar Cohn. Als unabhängiger Sozialdemokrat, enger Freund Karl Liebknechts, Revolutionär und Kriegsgegner trat Cohn für die Ziele eines demokratischen Sozialismus und die Belange der Juden ein. Rinke ging vor allem auf Kindheit und Jugend Cohns ein, Kuhlbrodt befasste sich mit Cohns Zeit in Nordhausen.

Nach dem Abtauchen in die Historie werden sich die Parteimitglieder beim gemütlichen Beisammensein wohl aber auch wieder der Gegenwart zugewandt haben. Es stehen gewichtige Entscheidungen an. Wie die künftige Landesregierung aussehen wird, liegt auch in der Hand der Nordhäuser Genossen. Und auch die Fahrwasser im politischen Nordhausen dürften in den kommenden Wochen eher rauer als ruhiger werden. Gründe genug also für die SPD auch wieder nach vorne zu schauen.
Angelo Glashagel
Autor: red

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Kommentare
Hans Dittmar
02.11.2014, 22:25 Uhr
Nordhäuser SPD vor Auflösung?
Ja da lud man zum geschichtlichen Rückblick der SDP/SPD in die Flohburg, und wenn nicht Vertreter der CDU Blockpartei oder Anhänger der LINKEN dabei gewesen wären, hätte die SPD eine traurige Besucherzahl gehabt.

Historisch einzigartig aufgearbeitet und vorgetragen, können doch die heutigen SPD Vertreter bei weiten ihren historischen Altvorderen kein Wasser reichen. Tönte die ehemalige Oberbürgermeisterin Rinke noch vor Jahren - sie würde sich nicht zum Steigbügel der PDS machen lassen, war sie nun jüngst die Erste in Erfurt, welche den Steigbügel ausrichten und gehalten halt. Schlimmer kann man einen Untergang nicht beschreiben. Und so hat sich doch heute diese kleine Vortragveranstaltung zu einer Abschiedsveranstaltung gemausert. In einigen Jahren wird man wohl in der Flohburg berichten, ja auch in Nordhausen gab es einst eine SPD. Diese ist nun weg, weil diese statt einem Rückgrat nur einen starken Hochmut besaß.
Gudrun1974
03.11.2014, 07:02 Uhr
Der Beitrag wurde deaktiviert – Gehört nicht zum Thema des Beitrages
Babette Klingert
03.11.2014, 07:08 Uhr
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Liane Enzinger
03.11.2014, 10:22 Uhr
SPD agiert geschickt und kennt die Macht der Bilder
Die SPD agiert geschickt. Allein das Bild eines lächelnden Bürgermeisters Mathias Jendricke in lässiger Siegerpose mit einem der prominentesten CDU-Politiker von Nordhausen, Dr. Manfred Schröter, hat seine Wirkung. Wie auch das lockere Gespräch der beiden mit Schröters Amtsnachfolgerin Barbara Rinke.

War doch Mathias Jendricke im gewissen Sinn auch der Ziehsohn von Dr. Schröter.

Ob bei der Veranstaltung nun fünf oder zehn SPD-ler waren, zählt nicht. In Sachen Marketing und Manipulation der Öffentlichkeit ist allein die SPD führend in Nordhausen. Kompliment.
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