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Do, 16:54 Uhr
02.10.2014

nnz-Betrachtung: Mysterium im Rathaus

Langsam aber sicher verwandelt sich das Nordhäuser Rathaus von einem Hort der Entscheidungskuriositäten in einen Basar der Absurditäten. So wurde zum Beispiel ein Mittel der Haushaltskonsolidierung entdeckt, das im gesamten Universum Schule machen sollte...


Ich weiß nicht, wie oft aus dem Nordhäuser Rathaus diverse Pressemitteilungen verschickt wurden, in denen mit einer Konsolidierung des städtischen Haushaltes "gedroht" wurde.

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Eine Taskforce sollte es richten, die kam aber - wegen unzureichender „Bewaffnung“ - nicht zum Einsatz. Dann wurden Arbeitsgruppen gebildet. Ergebnis unklar, denn mittlerweile gibt es im Entwurf dieses kontraproduktiven doppischen Haushaltes eine Lücke von fast 14 Millionen Euro und die Spitze der Verwaltung hat als Ausweg aus diesem Dilemma lediglich den Verweis auf eine Rede der ehemaligen Oberbürgermeisterin aus dem Jahr 2012. Das ist eigentlich jämmerlich.

Doch dann aber – in dieser Woche wurde wieder eine solche Konsolidierungspostille veröffentlicht - der Knaller, der für's Universum taugen könnte. Zitatanfang: „Eine erste Beratungsrunde mit den Amtsleitern, den zuständigen Dezernenten und dem stellvertretenden Vorsitzenden des Finanzausschusses hat es bereits gegeben. Die Lücke konnte dort um rund 2,4 Millionen Euro verkleinert werden. Weitere Einzelberatungen würden folgen.“ Zitatende.

So kann man den Haushalt konsolidieren. Da ist es nicht notwendig, Scheineinnahmen wie „vier Millionen Euro aus Erlösen von Grundstücksverkäufen“ in den Haushalt zu schreiben, da ist es auch nicht notwendig, die Abschreibungsfrist von Straßen auf 30 Jahre zu erhöhen, nein, man trifft sich, diskutiert, lässt das Pendel schwingen und das Amt für Zukunftsfragen bringt die gläserne Kugel mit und schon sind 2,4 Millionen Euro eingespart.

Es bedarf also nur noch sechs weiterer Beratungen dieses Gremiums und das Mysterium der Finanzlücke ist geklärt, die Lücke geschlossen. Mehr noch, eine weitere, eine siebte Beratung kann einen Überschuss erwirtschaften.

Da dies alles in geheimen Zirkeln vonstatten geht, soll auf diese Art und Weise der Haushaltskonsolidierung vermutlich ein Patent angemeldet werden. Vielleicht wird auch Finanzminister Wolfgang Schäuble demnächst in Nordhausen erwartet.

Die nnz-Redaktion fragte vor 24 Stunden im Nordhäuser Rathaus nach, wie sich die konsolidierten 2.4 Millionen Euro zusammensetzen. Eine Antwort gab es nicht. Ist auch klar: das sind Betriebsgeheimnisse, denn nicht jede Verwaltung hat ein Amt für Zukunftsfragen, dessen wichtigste Arbeitsmittel ein Pendel und eine Glaskugeln sind.
Peter-Stefan Greiner
Autor: red

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Kommentare
Zukunft
02.10.2014, 21:00 Uhr
Was soll das?
Wie kann man ein Amt für Zukunftsfragen installieren? Wer kommt auf eine solche Idee? Was sind denn Zukunftsfragen? Etwa, wird es Hartz IV noch in 10 Jahren geben? Gibt es in 10 Jahren noch eine Verwaltung, wie wir sie heute kennen? Nehmen die Umweltkatastrophen zu? Wird das Renteneintrittsalter dann 80 Jahre sein? Ist die Krankheit Bluthochdruck in 10 Jahren besiegt? Welche Fragen beantwortet das Amt für Zukunftsfragen????????
Frankledig
03.10.2014, 01:49 Uhr
Kommentare..
Manche Kommentare sollte man wegen Inkompetenz einfach nicht freigeben.. ;-)
Matthi
03.10.2014, 08:59 Uhr
Nordhäuser Haushalt: Da sollten sich die Medien mal selbst reflektieren
Wo sollte ihrer Meinung nach die Haushaltskonsolidierung sonst starten, Herr Greiner, wenn nicht bei der offensichtlich ehrlichen Analyse der Amtsvorgängerin?

Dieses Millionenloch wird sich nicht schließen lassen, das ist klar.

Und die nnz und mehr noch die Nordhäuser Printzeitung sollte sich fragen lassen: Wo waren die Medien, als es entstanden ist?
Eckenblitz
03.10.2014, 12:16 Uhr
Taskforce
lieber lemburg/erin, ihren text nach müsste man annehmen, sie arbeiten mit an den problemen, die uns die ära RINKE hinterlassen hat. hch halte es schon für eine frechheit, der nnz diesen vorwurf zu machen.

sie herr oder frau lemburg tun ja gerade so, als trage herr greiner und die printzeitung die verantwortung an den riesiegen SCHULDENBERG. wie oft wurde hier in dieser zeitung auf das finanzdesaster von frau rinke und ihren handlangern hingewiesen?

aber das wollte ja niemand wissen, man war und ist immer auf den eigenen vorteil bedacht, nicht wahr? ja wo waren denn die bornierten politiker/innen , als die schulden gemacht wurden? Aber was soll`s, zu guter letzt bekommt der steuerzahler für die schulden auf. hauptsache ist doch, man hat seine prestigeobjekte so oder so durchgepeitscht und hat dadurch sein EGO gestärkt,oder wie?
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