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Mi, 16:40 Uhr
01.10.2014

Das Ende der Schönrechnerei?

Mit Blick auf die jetzt beginnenden Beratungen zum städtischen Budget für das Jahr 2015 / 2016 sagt Oberbürgermeister Dr. Klaus Zeh, „dass es nur einen ehrlichen Haushalt geben wird". Das ist ja ganz neu in diesem Rathaus...


"Ein Schönrechnen von Einnahmen bzw. eine Marginalisierung von Ausgaben ist nicht zukunftsweisend und auch nicht hilfreich. Insbesondere sachlich und im Haushaltsrecht gesetzliche festgeschrieben Leistungen und Verpflichtungen müssen sich künftig ungeschönt und realistisch wiederfinden: Abschreibungen, Aufwendungen für den Unterhalt von Gebäude, Betriebs- und Energiekosten sowie die Entwicklung der Personalkosten.“

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Die größte Herausforderung sei das Schließen der Lücke von rund 13,9 Millionen Euro. „Eine erste Beratungsrunde mit den Amtsleitern, den zuständigen Dezernenten und dem stellvertretenden Vorsitzenden des Finanzausschusses hat es bereits gegeben. Die Lücke konnte dort um rund 2,4 Millionen Euro verkleinert werden.“ Weitere Einzelberatungen würden folgen.

„Die entscheidenden Weichenstellungen erwarte ich mir aber von den Klausurtagungen mit den Stadträten. Im Idealfall einigen wir uns Partei übergreifend auf die Richtung, wie wir den Haushalt gesunden“, so der Oberbürgermeister. „Sollte dies gelingen, bin ich mir sicher, dass unsere Stadt gestärkt in die Zukunft gehen wird. Zumal die Ausgangsbasis - insbesondere mit Blick auf die gelungene Stadtentwicklung der letzten Jahre und der aktuellen wirtschaftlichen Entwicklung in Nordhausen - keinen Grund zur Resignation gibt.“

Ausgangsbasis bei den Beratungen zum Haushalt „sollte die fundierte und detaillierte Analyse der Haushaltssituation durch meine Amtsvorgängerin zum Stand 31. Mai 2012 sein und die dort von Frau Rinke gemachten Vorschläge im `Sachbericht zur Haushaltssituation der Stadt Nordhausen`. Unmittelbar vor Übergabe der Amtsgeschäfte konstatierte Frau Rinke zum Beispiel:
  • Der Schuldenstand beträgt zum Jahresende 2011 38,6 Millionen Euro
  • Aufgaben abbauen bzw. kürzen, Konzentration auf Pflichtaufgaben
  • Die Stelle eines hauptamtlichen Beigeordneten soll wegfallen
  • Gesellschaften in den Stadtwerken müssen zusammengelegt werden
  • Es sind keine neuen Investitionen mehr möglich. Damit werden Zins- und Tilgungsleistung reduziert´
  • Erhöhung der Gewerbe- und Grundsteuer
  • Keine neuen Projekte ohne Gegenüberstellung von Aufwand, Nutzen und Folgekosten“.
Diese Analyse, so Zeh, sei ehrlich gewesen, darin liege auch die Stärke des Papiers. „Und deshalb ist sie auch ein guter und tragfähige Basis für die Haushaltsdiskussion.“

„Bei den Beratungen über den Haushalt werden die Ergebnisse aus der Entwicklung des Integrierten Stadtentwicklungskonzepts eine Rolle spielen müssen. Denn dort wird am Ende ein Leitbild für Nordhausen stehen, das uns sagt, wo die Schwerpunkte der Stadtentwicklung liegen und wohin die Gelder fließen müssen.“

Aktuell habe man den Schuldenstand aus Krediten für Investitionen auf 35,8 Millionen Euro senken können, jener aus Liquiditätskrediten betrage 6,7 Millionen Euro. Herausforderungen für den kommenden Haushalt seien unter anderem sinkende Schlüsselzuweisungen des Landes, eine zu hoch prognostizierte Einnahmeposition aus Steuern, die hohe Kreisumlage und steigende Personalkosten. „Darüber hinaus- und das ist der Vorteil der unternehmerischen, doppischen, Buchführung – werden jetzt klar die Folgekosten von vorgenommen Investitionen sichtbar sein. Kredite müssen jetzt zurückgezahlt-, Abschreibungen und Unterhaltungskosten für neu errichtete Gebäude müssen erwirtschaftet werden. Allein für das Bürgerhaus sind dies Jahr für Jahr rund 210.000 Euro.

Zur Erhaltung und Wieder-Instandsetzung der Infrastruktur in der Stadt wie zum Beispiel Brücken und Straßen sind rund 9 Millionen Euro nötig. Und dann haben wir noch dringend nötige Investitionen zu schultern: Unter anderem die Ertüchtigung des Albert-Kuntz-Sportpark und unseres Theatergebäudes sowie die dringend nötige Umsetzung des Projektes einer zeitgemäßen Feuerwache für unsere Berufsfeuerwehr.“

„Die kommenden Monate werden zeigen, ob es uns gemeinsam gelingt, die anspruchsvolle Aufgabe im Sinne der Stadt und ihrer Menschen zu lösen Man muss sehen, dass es nicht sinnvoll ist, Nordhausen tot zu sparen, sondern, dass Gestaltungsspielräume erhalten bleiben. In diesem schwierigen Spannungsfeld werden wir uns bewegen und mit Vernunft und dem Willen zum Konsens werden wir auch eine Lösung finden.“
Autor: red

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Kommentare
Waldemar Ceckorr
01.10.2014, 16:58 Uhr
ein hauptamtlicher beigeordneter
soll wegfallen, bedeutet das nun, das die person entlassen wird oder evtl. in den ruhestand wechselt oder aber nur einen neuen titel mit der bezahlung in gleicher höhe bekommt.

fragt sich der waldi
Nörgler
01.10.2014, 18:25 Uhr
Rätselhaft?
Im städtischen Haushalt müssen 13.000.000 Euro eingespart werden im gleichen Atemzug werden neue Projekte angegangen, wie die Sanierung des Theaters, des AKS und der Bau einer neuen Feuerwache. Wie geht das alles? Wenn ich als Privatperson Schulden habe, muss ich die erst mal abbauen, und wenn diese abgebaut sind kann ich neue Vorhaben beginnen.

Bei der Stadt scheint es anders zu funktionieren. Ohne die Schulden abgebaut zu haben neue Maßnahmen anfangen, wo kommt nur das Geld dafür her? Aber der Kassenkredit soll ja auf 18.000.000 Euro erhöht werden......
Matthi
01.10.2014, 19:34 Uhr
Hut ab, Frau Rinke, das war ja ehrlich...
...was Sie da kurz vor Ende Amtszeit vorgeschlagen haben. Warum sind Sie damit aber erst so spät gekommen? Wars der Wahrheiten zuviel?
Babette Klingert
01.10.2014, 19:56 Uhr
Harter Tobak für eine SPD-Rinke
Die damaligen Vorschläge von Frau Rinke hätten auch im FDP Wahprogramm stehen können, so hart waren sie. Das ist schon erstaunlich für eine Sozialdemokratin.

Aber sie war wenigstens ehrlich. Und der Schuldenberg war ja nach wenigen Wochen dann sowieso nicht mehr ihr Problem.
Luftikus
01.10.2014, 20:55 Uhr
Das ist doch mal ein offener Haushalt
Schon seit über 10 Jahren erfährt man nichts über die tatsächlichen Kosten, keiner wollte sich in die Karten sehen lassen.

Anstatt in verschiedene Projekte zu investieren wurden nur Großprojekte umgesetzt. Da gefällt es mir, dass Herr Dr. Zeh nun alle Bürger mitnimmt und somit auch die Entscheidungen über die Notwendigkeit von Investitionen mehr in die Öffentlichkeit bringt.

So denke ich, dass Brücken, Straßen, Gehwege wichtiger sind, als sinnlos Geld im AKS oder gar dem Theater zu versenken.
Zukunft
01.10.2014, 21:14 Uhr
Na Luftikus
probleme mit Straßen, Brücken oder Gehwege gibt es genügend in diesem Land. Doch es gibt Städte, die haben auch noch Geld für Sportanlagen übrig. Halberstadt zum Beispiel oder nehmen wir mal Bautzen. Dort fahren die Jungs von Wacker Nordhausen an diesem Wochenende hin.

Die Bautzener sind Aufsteiger in die regionalliga. Dort wollten die schon in der vergangenen Saison hin, nur unsere Wackeren waren halt besser.

Der dortige Stadtrat hatte im Fall eines Aufstiegs zugesichert, mehr als eine halbe Million Euro in das Stadion zu investieren.

So geht es das in anderen Kommunen. Aber Nordhausen wird sich wohl diesmal einmal mehr blamieren. Ich glaube nicht, dass die Nordhäuser Fußballer in der kommenden Saison noch in der Regionalliga spielen werden. Grund. Diese Stadtverwaltung bekommt doch nicht mal eine Flutlichtanlage hin.

Da wird nichts entschieden, nichts auf den weg gebracht. Hat man schon mal nachgedacht, was dieser OB bislang bewerkstelligt hat?

Einem Jendricke wäre das nicht passiert. Da gebe es klare Beschlüsse, Ansagen und Umsetzungen. Dan müssen eben SWG und Co. wieder ran. So sind doch die Schulen saniert worden. Warum nicht auch der AKS?
Gudrun1974
01.10.2014, 21:43 Uhr
Ein “Luftikus“ ist Apologet für Jendricke. Das passt!
Das passt wie die Faust aufs Auge!

Wie hieß noch mal der 40-Millionen-Euro-Schuldenkönig, äh, der langjährige Finanzdezernent?
Frau Rinke wird schon gewusst haben, warum sie einen Beigeordneten einsparen wollte. Denn ihr Finanzdezenernent war ja wohl ihr größtes (umher)laufendes Haushaltsrisiko. Daraus hat sie zumindest parteiintern kein Hehl gemacht.
I.H.
01.10.2014, 21:53 Uhr
Wie so oft im Leben
liegt die Wahrheit wohl irgend wo dazwischen in der Mitte. Unser jetziger OB Zeh möchte gern der OB für alle sein. Sein noch SPD Äquivalent Jendricke gefällt sich dagegen in der Rolle des Draufhauers. Beides ist absolute Grütze!

Das Ende der Schönrechnerei? Mir fehlt dazu leider der Glaube. Die Ära Zeh geht zu Ende. Der Jendricke hat zwanzig Jahre nur heiße Luft für sich selbst produziert . Es ist endlich an der Zeit für den richtigen personellen Wechsel! Bei CDU und bei SPD.
-Insider-
02.10.2014, 16:34 Uhr
der
werte dr. zeh macht also da weiter, wo jendricke aufgehört hat: "haushaltskonsolidierung" durch steuererhöhung.

machen wir uns am ende des tages nichts vor, es ist egal ob eine rote socke, eine schwarzkutte oder weiß der teufel dort sitzt. am ende bleibt eines immer gleich: der bürger ist die melkkuh.
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