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Mi, 16:30 Uhr
01.10.2014

nnz-Forum: Demokratie lebt vom Mittun

Ob die Bundesrepublik und die Deutsche Demokratische Republik im Jahr 1949 rechtmäßig (von den Alliierten?!) gegründet wurden, wird wohl nur von Historikern oder "Rechtsgelehrten" so oder so zu bewerten sein. So beginnt ein Statement eines nnz-Lesers...


Allerdings geht es meines Erachtens in der jetzigen Diskussion und Bewertung wohl nur um die Beantwortung der Frage: War die DDR ein Rechtsstaat oder ein Unrechtsstaat?

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Folgende höchst offizielle Zitate aus meiner DDR-Zeit bringen mich dabei ins Grübeln: "In der DDR wird eine Diktatur des Proletariats geschaffen". "Recht ist nur, was der Arbeiterklasse nützt“ Was ist denn jegliche Art von Diktatur?Diktaturen jeglicher Art kann man ja wohl nicht als Rechtsstaaten bezeichnen. Und wenn dann (den Gründern der DDR löbliche Absichten unterstellend) aus dieser sogenannten Diktatur des Proletariats eine Diktatur einer Partei und weiter die Perversion der Überwachung durch die Stasi wurde - spätestens dann ist der Begriff "Rechtsstaat DDR " wohl fehl am Platze.

Aber meines Erachtens war dies damals von SED und Stasi auch nicht gewollt. Jegliche Kritik am System, selbst von kompetenten Genossen wurde als Beginn von Konterrevolution gebrandmarkt und sehr oft mit Diffamierung, im Extremen mit Verfolgung und ähnlichem durch die Stasi "geahndet"! Es gab auch keine Verwaltungsgerichte, die ungerechtfertigte Verwaltungsakte des Staates durch unabhängige Richter prüfen konnten! Von einem im Rechtsstaat erforderlichen Verfassungsgericht ganz zu schweigen. Auch deshalb haben Hunderttausende dagegen opponiert oder zum Ende dann diese DDR verlassen.

Und zu den Vergleichen mit der heutigen Bundesrepublik möchte ich nur bemerken: Es gibt auf dieser Welt keine Gesellschaftsordnung, die besser funktioniert als die Demokratie in Deutschland. Allerdings kann dies meiner Meinung nur dann so bleiben, wenn wir in dieser Demokratie,gemeinsam wieder alle Komponenten von Sozialer Marktwirtschaft wirksam werden lassen. Und dafür lohnt es sich in Deutschland auch zu streiten und zu kämpfen!

Die Demokratie im Rechtsstaat lebt aber eben nur vom Mittun! Und ein abschließender Hinweis: In Deutschland gibt es nach meiner Kenntnis nach keine politischen Gefangenen!Politisch unterschiedliche Ansichten können und müssen auch weiterhin offen ausgetragen werden, auch dafür waren wir - die Hiergebliebenen - 1989 auf der Straße.
Jürgen Hohberg, parteilos. Bis 1990 Schlosser im Bergwerk Sollstedt und bis 2010 hauptamtlicher Bürgermeister – bis heute Mitglied im Kreistag Nordhausen
Autor: red

Anmerkung der Redaktion:
Die im Forum dargestellten Äußerungen und Meinungen sind nicht unbedingt mit denen der Redaktion identisch. Für den Inhalt ist der Verfasser verantwortlich. Die Redaktion behält sich das Recht auf Kürzungen vor.
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Kommentare
backe
01.10.2014, 18:17 Uhr
Rechtsstaat?
Brd gmbh ist nun wohl kein souveräner Staat. Ich sag nur Personal- Ausweis und der Bundestag hat ne Eintragung im Handelsregister zu finden auf deren Internetseite. Aber den Michel kann man noch immer schön für doof verkaufen
Franz Tabak
02.10.2014, 15:09 Uhr
Demokratie
Herr Hohberg,

Ihrem Artikel kann ich bis auf dem letzten Absatz zustimmen!

Die "DDR" ist kein "Rechtsstaat" gewesen. Auch wenn immerwieder heute noch amtierende Altkommunisten behaupten, es sei ein Rechtsstaat gewesen. Ich denke, damit wollen die Damen und Herren der "alten Riege", nun sagen wir mal, ihr Gewissen beruhigen. Aber ich glaube, solche Personen, haben kein Gewissen. Wie kommt es sonst, dass noch soviele von Ihnen in Amt und Würden ihr Unwesen treiben?

Zum letzten Absatz muss ich sagen, er entspricht eher Ihrem Wunschdenken, als der Wahrheit. Da ist von Demokratie und Mittun die Rede. Ihnen, Herr Hohberg, muss ich die Bedeutung des Wortes Demokratier nicht erklären und mit dem Wort "Mittun" hat es auch so ein Geschmäckle. Demokratie (altgr. "Herrschaft des Volkes"), so wird es bei Wikipedia beschrieben. Ich möchte hier auch gleich die Bedeutung des Wortes Republik einfügen, (eine Herrschaftsform, "bei der das Staatsvolk höchste Gewalt des Staates und oberste Quelle der Ligimität ist"), ebenfalls so zu finden bei Wikipedia.

Ich vertrete die Ansicht, dass beide Worte bei uns auf das schändlichste missbraucht werden!

Die PolitikerInnen benutzen zwar ständig die Worte "Demokratie" und "Republik", aber nur in ihren Reden mit denen sie versuchen, das Volk zu verdummen. In den meisten Fällen handeln sie gegen den Willen des Volkes. Auf Beispiele möchte ich an dieser Stelle bewusst verzichten! Es wäre eine endlos lange Liste!

Mit dem Wörtchen "Mittun" hat es auch so seine Bewandniss. Wo bitte schön darf der gemeine Bürger politisch, ausser beim Beitrag zahlen, mittun? Jeder weiß, dass man sich der Parteiführung unterzuordnen hat, egal wo, macht man das nicht, wird man ausgegrenzt! Es soll zwar die eine oder andere Ausnahme geben, aber die muss man mit der Lupe suchen; vielleicht in Hobbyvereinen?

Ich habe mir die strukturen der Parteien einmal angeschaut und habe verbindung zu der einen oder anderen Partei. Glauben Sie mir, da bekommen sie so manches zu hören. Da ist die Rede von Korruption, Vetternwirtschaft und so manchen mehr. Manchmal geht es sogar über die Grenzen des legalen hinaus. Bevor sich jemand für das "mittun" entscheidet, sollte er sich vorher genau über den Verein oder Partei informieren, was es da so für ungeschriebene Regeln gibt, sonst kann es ein böses erwachen geben.
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