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Mi, 11:41 Uhr
01.10.2014

Vom Todesstreifen zur Lebenslinie

Was vor 25 Jahren als eine kühne Idee von Naturschützern aus Ost und West begann ist heute Wirklichkeit: Der ehemalige innerdeutsche Grenzstreifen wurde vom Todesstreifen zur Lebenslinie – zum Grünen Band. Der bevorstehende Tag der deutschen Einheit gibt Anlass zum Gedenken, zum Feiern aber auch zur Kritik...

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) und das Bundesamt für Naturschutz (BfN) laden am 03. Oktober dazu ein, das 25 jährige Jubiläum des Grünen Bandes auf Burg Lenzen (Brandenburg) zu feiern. Rund 100 Gäste werden erwartet. Bundesumweltministerin Barbara Hendricks sagt in Ihrem Grußwort: „Das Grüne Band ist der längste Verbund von Lebensräumen der Natur in Deutschland."

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Das Besondere dabei ist, dass es der einzige existierende nationale Biotopverbund ist, an dem neun Bundesländer beteiligt sind. An den Stellen, wo das Grüne Band bereits zerstört ist oder Lücken aufweist, will der BUND dazu beitragen, diese Lücken wieder zu schließen und den Biotopverbund in seiner Funktion wieder herzustellen.

Mit diesem Ziel wurde 2012 im Rahmen des Bundesprogramms „Biologische Vielfalt“ das Projekt „Lückenschluss Grünes Band“ begonnen.“

„Im Rahmen des Bundesprogramms Biologische Vielfalt fördern wir bewusst das Projekt ‚Lückenschluss Grünes Band‘. Dabei hat der BUND die verantwortungsvolle
Aufgabe übernommen, mit dem Ankauf und Tausch Flächen für den Naturschutz zu gewinnen und kostbare Lebensräume im Grünen Band wieder herzustellen“, sagt BfN-Präsidentin Beate Jessel. Damit solle der der längste Lebensraumverbund Deutschlands für die Natur und Naturliebhaber durchgängig werden, so Jessel.

„Ich erinnere mich noch, wie mich ein Journalist 1980 ungläubig anschaute, als ich ihm vom ökologischen Wert des Todesstreifens als Zufluchtsort erzählte“, berichtet Prof. Hubert Weiger, Vorsitzender des BUND. „So etwas schien damals undenkbar.“ Der BUND machte sich direkt nach der Grenzöffnung 1989 dafür stark, das Grüne Band vor einer Zerschneidung durch Verkehrswege und Ackerbau zu bewahren und es auf seiner kompletten Länge unter Naturschutz zu stellen.

Die Idee fand viele Sympathisanten. Für uns Menschen ist das Grüne Band heute ein einmaliger Ort der Erinnerung an die friedliche Überwindung des Kalten Krieges. 87 Prozent der Fläche des Grünen Bandes sind dank des jahrzehntelangen wackeren Einsatzes engagierter Befürworter erhalten.

Grund genug Erfolge zu feiern aber auch um auf Defizite hinzuweisen. Denn leider blieb vielerorts die Umsetzung hinter der Begeisterung zurück. Noch immer sind ein Drittel
des Grünen Bandes gänzlich ungeschützt, haben insgesamt über zwei Drittel keinen ausreichenden Schutzstatus und unterliegen viele Flächen in privater Hand intensiver Nutzung und stellen heute Lücken im Grünen Band dar.

Auf ca. 180 Kilometern Länge sind die naturnahen Biotope zerstört, hier durchschneiden vor allem Äcker, intensiv genutztes Grünland und Straßen das Grüne Band. Erste Erfahrungen zeigen, dass zum Kauf der Flächen und zur Wiederherstellung des gesamten Grünen Bandes
schätzungsweise 20 Millionen Euro benötigt würden.
Autor: red

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