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Mo, 18:13 Uhr
29.09.2014

767 Wildschweine weniger erlegt

„Das edle Jägerleben vergnüget meine Brust, dem Wilde nachzustreben, ist meine höchste Lust. Wir laden unsere Büchsen mit Pulver und mit Blei; wir führen das beste Leben, im Walde sind wir frei.“ – Das schrieb schon vor über 250 Jahren Gottfried Benjamin Hancke. Aus seiner Feder stammt das Lied „Auf, auf zum fröhlichen Jagen“, womit er sich für die Jägerschaft nach ihm ein Denkmal setzte. Kurt Frank berichtet...

Im Stadtpark wird nicht gejagt (Foto: Kurt Frank) Im Stadtpark wird nicht gejagt (Foto: Kurt Frank)
264 Stück Rotwild erlegten die Jäger im Landkreis in der Saison 2013/2014. Das Ergebnis ist identisch mit dem der Jagdsaison 2012/2013. Im Bild ein Vierzehnender.

Südharz. Ob es für jeden Weidmann im Südharz höchste Lust bedeutet, dem Wilde nachzustreben, sei dahingestellt. Doch auch die Jäger hierzulande laden ihre Büchsen und wie einst Heimatdichter Hermann Löns „Hirsche in dem grünen, grünen Wald.“ Und nicht nur Rotwild.

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Es knallte in den Gemeinschafts- und Eigenjagdbezirken in der zurückliegenden Saison 2013/2014 wieder aus allen Rohren: Bockdrilling, Bockbüchsflinte, Bergstutzen, Repetierbüchse, Doppelbüchsdrilling, Büchsflinte, Selbstladebüchse. An Waffen mangelt es den 450 Jägern, die mehr oder weniger auf Pirsch gehen, nicht. Im Gegenteil.

Über 4700 erlaubnispflichtige Waffen sind derzeit im Landkreis registriert. Sie entfallen auf 1714 Waffenträger. Nach den Sportschützen mit über 800 an der Zahl kommen die Jäger. Nach belieben kann jeder Grünrock, wenn er es denn möchte, mehrere Langwaffen gleichzeitig besitzen. Mehr Schießeisen als Wild in Wald und Flur?

Auf der Strecke blieben: 264 Stück Rotwild, 939 Schwarzkittel, 33 Stück Dam-, 963 Stück Reh- und fünf Stück Muffelwild. Den Kugeln fielen außerdem 912 Füchse und 736 Waschbären zum Opfer. Das geht aus der Statistik von Detlev Collmann von der Unteren Jagdbehörde im Landratsamt hervor. Vergleicht man die Zahl mit der aus der Saison 2012/2013, ergibt sich dies:

Bei einigen Arten ist das Ergebnis rückläufig: 767 Wildschweine, sechs Stück Muffelwild, 105 Füchse und 179 Waschbären weniger als vordem. Dagegen blieb die Strecke bei Rotwild (264) gleich, die bei Rehwild erhöhte sich um 64 Stück, die bei Damwild um vier Tiere.

Thüringer Jäger erlegten landesweit in den Eigen- und gemeinschaftlichen Jagdbezirken im Jagd-Jahr 2012/2013 mit mehr als 37 000 Stück Schwarzwild fast doppelt so viele wie im Vorjahr mit 21 000 erlegten Tieren. Bei Waschbären blieben 8600 auf der Strecke. Im Jahr davor „nur“ 6400, vermeldet das Ministerium für Landwirtschaft, Forsten, Umwelt und Naturschutz.

Im Jagdwesen wird das innerhalb eines Jagd-Jahres vom Jäger erlegte Wild, im Straßenverkehr tödlich verunfallte Wild (Unfallwild) und an unbekannter Todesursache verendete Wild (Fallwild) als Jagdstrecke bezeichnet. Das Jagd-Jahr beginnt jeweils am 1. April und endet am 31. März des darauffolgenden Jahres

Im Gegensatz zu einigen Gegenden in Bayern, wo jedes vierte erlegte Wildschwein infolge der Nuklearkatastrophe von Tschernobyl radioaktiv kontaminiert ist und entsorgte werden muss, kann das Fleisch im Wildhandel Wolkramshausen nach einer Begutachtung bedenkenlos gekauft und verzehrt werden.

Angekommen im Harzer Land ist, wie bereits berichtet,wieder der Luchs. Der Wolf ist derzeit nur auf Durchreise. Er soll uns willkommen sein. Bleibt zu hoffen, dass ihm schwarze Schafe unter der Jägerschaft nicht ans Fell gehen, wenn er da sein sollte. Luchs und Wolf sind natürliche Feinde von Rehen und Wildschweinen, aber auch von Füchsen und Waschbären.
Autor: red

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