Sa, 19:01 Uhr
20.09.2014
Wie ein Abschied aus dem Paradies
Hannelore Gundermann aus der Lindenstraße der Rolandstadt fotografierte wie ein Weltmeister. Wie immer, wenn sie mit den Landsenioren auf Tour ist. Diesmal auf einer Rundfahrt durch das Salzkammergut. Eine der bekanntesten, beliebtesten und schönsten Gegenden Österreichs. Kurt Frank war dabei...
Nordhausen/ Russbach. Die Motive boten sich geradezu an: Tauern-Rundfahrt, Ausflug nach Kaprun zu den Stauwerken, nach Filzmoos, zum Traunsee, nach Radstadt, Schladming, Gröbming, Gmunden, zur Unterhofalm mit Blick zur Bischofsmütze, einem gewaltigen Bergmassiv. Beeindruckend die Reise um die Seen des Salzkammergutes – Attersee, Mondsee, Wolfgangsee, Hallstädter See. Oder der Aufenthalt am Gosausee.
Ich mache jede Fahrt mit, sagt die 79-Jährige, die unter anderem beim ehemaligen Rat des Kreises tätig war. Bei den Landsenioren sei sie gut aufgehoben, ist ihre Tochter überzeugt. Sie weiß, dass sich ihre Mutter unter ihnen wohl fühlt. Tue ich auch, bestätigt Hannelore.
Auch Reinhard Penzler aus Görsbach zückte eifrig die Kamera. Auf der Seeterrasse des Hotels Weißes Rössl, durch Ralph Benatzkys Operette und Verfilmungen weltbekannt geworden, gönnte er sich mit Ehefrau Elenore und Renate Kohlheim eine kleine Auszeit, ließ den Blick über den Wolfgangsee schweifen, bestellte Apfelstrudel und Rössl-Kaffee. Penzler war Produktionsleiter in der LPG und nach der Wende Geschäftsführer.
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Aus der Aue-Gemeinde Görsbach kam auch Günter Wille mit Frau Lona. Er war für den Pflanzenschutz mehrerer landwirtschaftlicher Betriebe zuständig. Nach Knieoperationen und Rückenproblemen ist er nicht mehr so gut auf den Beinen, bedient sich Gehhilfen. Zwischen den Landsenioren, seinesgleichen, lebt er auf, ist mittenmang.
Das ist auch Gerd Neumeyer aus Wipperdorf. Der 73-Jährige war technischer Leiter in der LPG Großwechsungen. Vor acht Jahren erlitt er einen Schlaganfall. Zunächst nicht rechtzeitig erkannt und dann zu spät behandelt - erst 20 Minuten nach der Einlieferung in das Krankenhaus habe sich ein Arzt um ihn gekümmert – ist er heute gehbehindert. Auch für ihn kein Grund, den Ausflügen der Vereinigung der Landsenioren fern zu bleiben. Im Gegenteil. Ehefrau Heidrun ist immer mit dabei.
Mit ihren 81 Jahren zählte Jutta Bösenberg aus Heringen zu den Ältesten in der Familie der Landsenioren. Die rüstige Dame war in der Nordhäuser Nordbrand-Firma tätig. Solange mich die Füße tragen und der Kopf klar ist, bin ich dabei, bleibt sie entschlossen. Peter Roick war mit seiner Marianne aus Sondershausen gekommen. Viele kennen ihn noch als Pflanzenschutzstellenleiter im Landwirtschaftsamt des Rates des Kreises Nordhausen.
Organisiert vom Omnibusunternehmen Keitel aus Hainrode – umsichtig chauffierte Steffen Keitel die 36-köpfige Besatzung durch die Lande - stimmte rundum alles: Wetter - die Sonne strahlte Tag für Tag – Unterkunft, Verpflegung. Und der Wirt. Der hieß Werner Kerschbaumer und ist Chef des Landhauses Ausswinkl in Russbach, dem Zielort der Reise.
817 Meter hoch gelegen, liegt das Anwesen eingebettet zwischen Tennengebirge und Dachstein.
Die Reisegesellschaft lobte sein vielseitiges Programm. Wirt Kerschbaumer, Bäcker- und Konditormeister, erwies sich als sachkundiger Reisebegleiter. Kleiner Hinweis: Manch einer hatte morgens Schwierigkeiten beim Aufstehen. Wegen der tiefen Betten. Kurios die Idee des 48-jährigen Gastwirtes, ein Wett-Melken zu veranstalten. An der Kuh Lisa konnte jeder in der Runde seine Fähigkeiten beweisen.
Lisa war etwas mickrig geraten. Das Euter glich dem einer Kuh, das Gestell darüber einem Kälbchen. Da hat man schon was gesehen, das einer Kuh eher glich. Das Kommando: Konzentration! An die Strippen! Fertig! Los! Welch ein Gaudi. Die Zeit war vorgegeben. Dieser und jener zog brachial an den Zitzen herum. Eine echte Kuh wäre geflohen. Es füllten sich die Eimer. Oder blieben bis auf wenigen Tropfen leer. Die Frauen der Reisegesellschaft waren die besseren Melker. Unschlagbar Gastgeber Kerschbaumer. 700 Milliliter, natürlich Wasser, war sein Ergebnis. Der Mann, auch musikalisch begabt, übt regelmäßig, präsentiert bei jeder sich bietenden Gelegenheit sein Können.
Wer nach Russbach kommt, sollte es nicht versäumen, sich die Mineralien- und Fossiliensammlung von Wolfgang Schwaighofer anzusehen. Der sammelt und sammelt. Seit 40 Jahren. Unverdrossen. In dieser Zeit trug er über 2000 verschiedene Mineralien und Fossilien zusammen. Materielle und ideelle Werte.
Allzuschnell vergingen die Tage. Die Frauen und Männer, die einst beruflich irgendwie mit der Landwirtschaft zu tun hatten, erlebten eine zauberhafte Reise, eine Bergwelt, deren bizarres Dachsteinmassiv bis zu 3000 Meter in die Höhe ragt, und eine Seenlandschaft von einzigartiger Schönheit. Adieu Salzkammergut. Vereinsvorsitzender Herbert Weschcke brachte es auf den Punkt: Es war wie ein Abschied aus dem Paradies.
Autor: redNordhausen/ Russbach. Die Motive boten sich geradezu an: Tauern-Rundfahrt, Ausflug nach Kaprun zu den Stauwerken, nach Filzmoos, zum Traunsee, nach Radstadt, Schladming, Gröbming, Gmunden, zur Unterhofalm mit Blick zur Bischofsmütze, einem gewaltigen Bergmassiv. Beeindruckend die Reise um die Seen des Salzkammergutes – Attersee, Mondsee, Wolfgangsee, Hallstädter See. Oder der Aufenthalt am Gosausee.
Ich mache jede Fahrt mit, sagt die 79-Jährige, die unter anderem beim ehemaligen Rat des Kreises tätig war. Bei den Landsenioren sei sie gut aufgehoben, ist ihre Tochter überzeugt. Sie weiß, dass sich ihre Mutter unter ihnen wohl fühlt. Tue ich auch, bestätigt Hannelore.
Auch Reinhard Penzler aus Görsbach zückte eifrig die Kamera. Auf der Seeterrasse des Hotels Weißes Rössl, durch Ralph Benatzkys Operette und Verfilmungen weltbekannt geworden, gönnte er sich mit Ehefrau Elenore und Renate Kohlheim eine kleine Auszeit, ließ den Blick über den Wolfgangsee schweifen, bestellte Apfelstrudel und Rössl-Kaffee. Penzler war Produktionsleiter in der LPG und nach der Wende Geschäftsführer.
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Aus der Aue-Gemeinde Görsbach kam auch Günter Wille mit Frau Lona. Er war für den Pflanzenschutz mehrerer landwirtschaftlicher Betriebe zuständig. Nach Knieoperationen und Rückenproblemen ist er nicht mehr so gut auf den Beinen, bedient sich Gehhilfen. Zwischen den Landsenioren, seinesgleichen, lebt er auf, ist mittenmang.
Das ist auch Gerd Neumeyer aus Wipperdorf. Der 73-Jährige war technischer Leiter in der LPG Großwechsungen. Vor acht Jahren erlitt er einen Schlaganfall. Zunächst nicht rechtzeitig erkannt und dann zu spät behandelt - erst 20 Minuten nach der Einlieferung in das Krankenhaus habe sich ein Arzt um ihn gekümmert – ist er heute gehbehindert. Auch für ihn kein Grund, den Ausflügen der Vereinigung der Landsenioren fern zu bleiben. Im Gegenteil. Ehefrau Heidrun ist immer mit dabei.
Mit ihren 81 Jahren zählte Jutta Bösenberg aus Heringen zu den Ältesten in der Familie der Landsenioren. Die rüstige Dame war in der Nordhäuser Nordbrand-Firma tätig. Solange mich die Füße tragen und der Kopf klar ist, bin ich dabei, bleibt sie entschlossen. Peter Roick war mit seiner Marianne aus Sondershausen gekommen. Viele kennen ihn noch als Pflanzenschutzstellenleiter im Landwirtschaftsamt des Rates des Kreises Nordhausen.
Organisiert vom Omnibusunternehmen Keitel aus Hainrode – umsichtig chauffierte Steffen Keitel die 36-köpfige Besatzung durch die Lande - stimmte rundum alles: Wetter - die Sonne strahlte Tag für Tag – Unterkunft, Verpflegung. Und der Wirt. Der hieß Werner Kerschbaumer und ist Chef des Landhauses Ausswinkl in Russbach, dem Zielort der Reise.
817 Meter hoch gelegen, liegt das Anwesen eingebettet zwischen Tennengebirge und Dachstein.
Die Reisegesellschaft lobte sein vielseitiges Programm. Wirt Kerschbaumer, Bäcker- und Konditormeister, erwies sich als sachkundiger Reisebegleiter. Kleiner Hinweis: Manch einer hatte morgens Schwierigkeiten beim Aufstehen. Wegen der tiefen Betten. Kurios die Idee des 48-jährigen Gastwirtes, ein Wett-Melken zu veranstalten. An der Kuh Lisa konnte jeder in der Runde seine Fähigkeiten beweisen.
Lisa war etwas mickrig geraten. Das Euter glich dem einer Kuh, das Gestell darüber einem Kälbchen. Da hat man schon was gesehen, das einer Kuh eher glich. Das Kommando: Konzentration! An die Strippen! Fertig! Los! Welch ein Gaudi. Die Zeit war vorgegeben. Dieser und jener zog brachial an den Zitzen herum. Eine echte Kuh wäre geflohen. Es füllten sich die Eimer. Oder blieben bis auf wenigen Tropfen leer. Die Frauen der Reisegesellschaft waren die besseren Melker. Unschlagbar Gastgeber Kerschbaumer. 700 Milliliter, natürlich Wasser, war sein Ergebnis. Der Mann, auch musikalisch begabt, übt regelmäßig, präsentiert bei jeder sich bietenden Gelegenheit sein Können.
Wer nach Russbach kommt, sollte es nicht versäumen, sich die Mineralien- und Fossiliensammlung von Wolfgang Schwaighofer anzusehen. Der sammelt und sammelt. Seit 40 Jahren. Unverdrossen. In dieser Zeit trug er über 2000 verschiedene Mineralien und Fossilien zusammen. Materielle und ideelle Werte.
Allzuschnell vergingen die Tage. Die Frauen und Männer, die einst beruflich irgendwie mit der Landwirtschaft zu tun hatten, erlebten eine zauberhafte Reise, eine Bergwelt, deren bizarres Dachsteinmassiv bis zu 3000 Meter in die Höhe ragt, und eine Seenlandschaft von einzigartiger Schönheit. Adieu Salzkammergut. Vereinsvorsitzender Herbert Weschcke brachte es auf den Punkt: Es war wie ein Abschied aus dem Paradies.











