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So, 14:14 Uhr
20.05.2001

Elektrische und HSB bald unter einem Bahnsteigdach

Nordhausen (nnz). Die Weiche ist montiert. Mitten im Baugeschehen auf dem Bahnhofsvorplatz nimmt eine Vision greifbare Formen an: Die Verbindung der meterspurigen Gleisnetze der Harzer Schmalspurbahn und der Nordhäuser Straßenbahn.

Noch führt der abweichende Schienenstrang ins Nichts. Doch bereits im vierten Quartal dieses Jahres, so das Ziel von HSB, Straßenbahn,Stadtplanungs- und Bauamt, soll der Gleisschluss erfolgen. Verlegt werden müssen dazu rund 130 Meter neue Gleise entlang der Oscar-Cohn-Straße. „Diese Strecke wird die Straßenbahnschiene an der Haltestelle Bahnhof direkt mit dem Anschlussgleis 5 der HSB verbinden“, blickt Arndt Forberger, Technischer Geschäftsführer der Stadtwerke, voraus. Momentan läuft das Planfeststellungsverfahren. Voraussichtlich im Herbst wird mit den Tief- und Gleisbauarbeiten begonnen, die der Freistaat zu 85 Prozent fördert. Den notwendigen Eigenanteil finanzieren HSB und Stadtwerke gemeinsam. Bereits im Sommer 1999 hatten sich beide Partner in einer Absichtserklärung zu diesem perspektivischen Ziel bekannt, dem sie nun einen großen Schritt näher kommen.

„Läuft alles nach Plan, werden wir Anfang 2002 mit dem Probebetrieb beginnen“, ist HSB-Geschäftsführer Matthias Wagener guter Dinge. „Dann können Fahrgäste unserer Triebwagen direkt auf dem Bahnhofsvorplatz ein-, aus- oder umsteigen“, verweist sein Blick auf den Mittelbahnsteig, der einen Parallelaufenthalt von Straßenbahn und Schmalspurbahn möglich macht. Einfacher wird es für den Fahrgast ebenso beim Fahrscheinkauf. Am hier installierten Automaten erhält er nicht nur Fahrscheine für Stadtbus und Straßenbahn, sondern auch für die HSB. Andererseits werden sich in Zukunft aber ebenso Straßenbahnen auf das Schmalspurnetz wagen. „Es ist vorgesehen, den Straßenbahnverkehr mit modifizierten neuen Triebfahrzeugen durchgängig von Nordhausen bis Ilfeld zu organisieren“, erklärt Arndt Forberger. Der zeitliche Bogen für dieses Vorhaben ist jedoch weiter gespannt. Großes Ziel ist die Landesgartenschau 2004.

Wie das Problem technisch gelöst werden soll, demonstriert der TWINO, eine voll funktionsfähige Straßenbahn mit Hybridantrieb. Fehlt die elektrische Oberleitung, kann das Schienenfahrzeug auf ein zweites Antriebssystem ausweichen. Dann treibt ein Dieselaggregat einen Generator an, der den so notwendigen Strom erzeugt. Eine Entwicklung des Nordhäuser Instituts IMG mit Modellcharakter, die den Aktionsradius der Elektrischen erweitert. Bis nach Ilfeld. Das ist realistisch. Der Brockenverkehr dagegen ist das Kerngeschäft der HSB und wird es auch bleiben, darin sind sich beide Partner einig. Denn viel sinnvoller als eine Gipfelstürmung mit Macht ist ein attraktiver Nahverkehr. So sollen noch bis zum HSB-Fahrplanwechsel in diesem Sommer zwei weitere Haltepunkte innerhalb des Stadtgebietes Nordhausen errichtet werden: in der Nähe der Hesseröder Straße (ehemals Schrotthandel) und nahe der Ricarda-Huch-Straße. Der Bahnhof Krimderode erhält Ausweichmöglichkeiten, um bei einer möglichen Verkehrsverdichtung flexibel reagieren zu können. Und an der höhengleichen Straßenkreuzung in Krimderode wird noch in diesem Jahr eine Haltestelle eingerichtet.
Autor: nnz

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