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Do, 15:29 Uhr
05.10.2000

Urbach macht mobil gegen künftiges Industriegebiet - Bürgerinitiative gegründet

Urbach (nnz). Vor etwa fünf Jahren zogen Bernd Kramer und seine Frau von Nordhausen nach Urbach. In der Goldenen Aue fanden sie nicht nur günstige Baugrundstücke, sondern auch die Ruhe, die ihnen die Stadt nicht bieten konnte. Ein bischen wurde die Freude durch den Geräuschpegel der benachbarten Bundesstraße sowie um kleinere Auseinandersetzungen um einen etwa 500 Meter entfernten Schießplatz getrübt.
Nun sehen die Kramers und viele andere Urbacher ihre Existenz in der Gemeinde durch ein geplantes Industriegebiet gefährdet. "Hier sollen Industrien angesiedelt werden, die woanders aufgrund ihrer Emissionen und Lärmbelästigungen keine Möglichkeit der Etablierung hätten. Die Einstufung dieser riesigen Fläche (zwischen Bielen und Urbach) läßt schon von vornherein andere Lärmbelästigungen und Schadstoffbelastungen zu. Da die Hauptwindrichtung von West nach Ost geht, wird die Ortslage Urbach mehr als alle anderen belastet. Auch der Wertverlust unserer Häuser und Grundstücke muß in diesem Zusammenhang mit berücksichtigt werden", so Bernd Kramer zur nnz.
Gestern abend haben die Urbacher eine Bürgerinitiative gegründet. "Zur Rettung der Goldenen Aue", so ihr Motto. Viel Unterstützung erfuhr die Initiative bereits auf einer Bürgerversammlung in der Festhalle, zu der mehr als 200 Urbacher kamen. "Die Initiative will in den nächsten Tagen eine Unterschriftenaktion starten, damit wollen wir zeigen, daß wir mit den Planungen vor unserer Haustür nicht einverstanden sind", macht auch Klaus Dieter Korb deutlich. Nach seinen Worten soll in den vorliegenden Planungsunterlagen eine Überschreitung des Geräuschpegels von fünf auf mindestens 70 Dezibel festgeschrieben sein. Die Höhe der Gebäude könne 40 Meter, die der Schornsteine 80 Meter überschreiten. Hier sollen Industrien angesiedelt werden, die im Rest von Thüringen keine Chance haben. Hier werden trotz modernster Technologien "Lärm und Schmutz" anfallen und das Leben in Urbach sowie der gesamten Goldenen Aue nachhaltig negativ beeinflussen, so Korb gegenüber der nnz.
Nach nnz-Informationen soll neben den Kirchengemeinden auch der Gemeinderat von Urbach hinter den Forderungen der Bürger stehen. Ein entsprechender Beschlußentwurf soll für die nächste Sitzung erarbeitet werden.
Von der Gründung der Bürgerinitiative überrascht zeigte sich der "Chef" des Planungsverbandes "Industriegebiet Goldene Aue-Windehausen", Hans-Joachim Ahrendt. Bislang hätte die Menschen der Region kaum Notiz vom Vorhaben genommen, auch die öffentlichen Versammlungen seien eher spärlich besucht gewesen. Im Zuge der Planungen seien bereits den Grundstückseigentümer Kaufangebote unterbreitet worden. Mehr als zwei Drittel hätten ein Verkaufsinteresse signalisiert, so Ahrendt zur nnz.
Zum weiteren Verfahren erfuhr die nnz, daß im jetzigen Stadium der Planungen alle Grenzwerte eingehalten werden. Zulässig sei ein ankommender Lärmpegel von 50 dB am Tag und 40 dB in der Nacht. Zu der jetzt erfolgten Auslegung der Planungsunterlagen würden die Stellungnahmen der "Träger öffentlicher Belange" abgewartet. Dann werden die Planungen entsprechend fortgesetzt, ein weiterer Entwurf erarbeitet und ausgelegt. Danach folge eine erneute Abwägungsphase. Spätestens in einem halben Jahr könne erst eine Aussage getroffen werden, ob zwischen Bielen und Urbach überhaupt ein Industriegebiet angesiedelt werden soll.
Autor: psg

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